Künstliche Intelligenz vs. Mensch – Sind wir ersetzbar?

Wie können wir uns gegenüber künstlicher Intelligenz abgrenzen?

Künstliche Intelligenz (bspw. Machine Learning) ist in aller Munde. Ob in der Medizintechnik, dem Marketing oder dem Maschinenbau – die Branchen in denen KI verwendet wird, sind vielfältig. Vor allem die Fähigkeit riesige Datenmengen binnen kürzester Zeit objektiv zu analysieren und darin Muster zu erkennen, hat die Technologie dem Menschen voraus. Dies führt dazu, dass bereits eine Vielzahl von Arbeitskräften von intelligenten Maschinen ersetzt werden. Es stellt sich also unweigerlich die folgende Frage: Welche Rolle spielt der Mensch noch, wenn KI ihm in vermeintlich entscheidenden Belangen überlegen ist?

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Der Mensch als Vorbild

Befasst man sich mit künstlicher Intelligenz, wird man von diversen Begrifflichkeiten nur so erschlagen. Die Frage, was KI überhaupt genau ist, bleibt jedoch oft unbeantwortet. Im Hinblick auf das Thema KI vs. Mensch ist dies jedoch von besonderer Bedeutung. Denn eines taucht in den Definitionen von KI unweigerlich auf: Intelligentes menschliches Verhalten wird von künstlicher Intelligenz nachgeahmt. Maschinen und Systeme, die dies schaffen, werdem als Künstliche Intelligenz bezeichnet. Wenn die KI also leistungsstärker ist, der Mensch aber ihr Vorbild, so stellt sich erneut die Frage nach der Rollenverteilung beider Parteien. Was macht die jeweiligen Systeme aus?

Durchblick im Datendschungel

Zur Entscheidungsfindung werden innerhalb von Unternehmen vor allem zwei Dinge herangezogen: Zahlen und Fakten. Entscheider vertrauen darauf, dass Ihnen verlässliche Informationen vorgelegt werden, auf dessen Grundlage die nächste Handlung eingeleitet wird. Die Entscheidungsparameter werden nun jedoch immer vielfältiger und die Daten, aus denen relevante Informationen extrahiert werden sollen, immer mehr. So ist es mit hohen Kosten und großem Zeitaufwand verbunden, diese Daten, auf die für die Entscheidungsfindung relevante Informationen, herunterzubrechen und so nutzbar zu machen. An diesem Punkt kann KI weiterhelfen. Ihr ist es möglich große Datenmengen, die für den Menschen zunächst nur schwer überschaubar sind, innerhalb kürzester Zeit zu analysieren und darin Muster zu erkennen. Auch hier spielt der Mensch jedoch in zweierlei Hinsicht eine entscheidende Rolle: Er muss zum einen die richtigen Fragen stellen, die die KI beantwortet und die erhaltenen Informationen zum anderen interpretieren und eine Entscheidung treffen.

Kann Künstliche Intelligenz neue Wege weisen?

Die Frage, ob KI den Menschen in der Zukunft gänzlich ersetzen kann, erübrigt sich somit nahezu, auch wenn KI in einigen Bereichen bereits die Aufgaben des Menschen übernommen hat. Dabei handelt es sich jedoch um Bereiche, in denen keine interpretativen Fähigkeiten benötigt werden. Arbeitsprozesse, die lediglich die Ausführung von Befehlen umfassen, können bereits ohne weiteres automatisiert werden. Das ist jedoch nichts Neues. Interessant wird es dort, wo der persönliche Kontakt, individuelle Expertise oder dynamisches Handeln wichtig ist. Diese Bereiche sind deutlich schwerer von künstlicher Intelligenz zu erfassen, sodass der Mensch derzeit weiterhin unersetzbar bleibt. Die Interpretation von Informationen ist hierbei der entscheidende Faktor. Der Mensch kann neue Informationen schnell interpretieren und so kreativ und schnell auf neue Situationen reagieren. Auch die Erwägung einer neuen Marschrichtung, um das Ziel trotz auftretender Probleme zu erreichen, ist dem Menschen vorbehalten.

Der wesentliche Unterschied liegt hierbei darin, dass KI stets einem vorgegebenen Muster, dem zuvor programmierten Algorithmus, folgt, sodass sie stets zu denselben Schlüssen gelangt. Künstliche Intelligenz folgt also gewissermaßen einem Plan, der keine Schlussfolgerung zulässt, die diesem Plan nicht logisch entspricht. Dies ist zum einen positiv, da die Entscheidung somit objektiv getroffen wird und dadurch frei von subjektiven Einflüssen ist, wie es etwa bei der menschlichen Entscheidungsfindung der Fall ist. Auf der anderen Seite verhindert dies jedoch, dass eine ungewöhnliche Lösung gefunden wird, die jedoch extrem wichtig ist, um eine neue Entwicklung voranzutreiben oder neue Wege bei der Behebung eines Problems zu finden. Der Mensch ist zwar weniger gut darin enorm große Datenmengen im Detail auf bestimmte Parameter zu untersuchen, er schafft es jedoch das Gesamtbild im Auge zu behalten. So kann ein Ziel auch mit Hilfe von Lösungsansätzen erreicht werden, die nicht im ursprünglichen Plan vorgesehen waren. KI bedient sich hingegen stets einer begrenzten Datenmenge, dessen Analyse durch den programmierten Algorithmus vorgegeben wird und als Untersuchungsgegenstand die Basis des Resultats bildet. Dies verhindert, dass KI einen „Geistesblitz“ hat oder eine disruptive Technologie hervorbringt. Das kann weiterhin nur der Mensch.

Kreativität und Flexibilität machen den Unterschied

Es ist also festzuhalten, dass KI systematisch und leistungsstark arbeitet und der Mensch gut darin ist flexibel und kreativ zu agieren. Er schafft es neue Informationen schnell in die Lösungsfindung einfließen zu lassen. Vor allem interpersonale Intelligenz kommt dem Menschen dabei zugute. Flexibilität, Kreativität und interpersonale Intelligenz sind vor allem in Branchen wichtig, die hohe Expertise und persönliche Kommunikation erfordern. Beispielsweise in der Marktforschung ist der Bedarf an menschlicher Expertise besonders hoch. Unternehmen, die neue, weitestgehend unerforschte Geschäftsfelder erschließen wollen, sind auf menschliches Expertenwissen angewiesen. Gleichzeitig liegen dabei meist zu geringe Datenmengen vor, um sie in eine künstliche Intelligenz einzuspeisen. In diesem Fall ist es einer KI also überhaupt nicht möglich ein zuverlässiges Ergebnis bereitzustellen. Festzuhalten ist: Je komplexer und spezieller die Thematik, desto schwieriger ist der Mensch durch KI zu ersetzen.

KI vs. Mensch? KI & Mensch!

Die ewige Frage, ob der Mensch durch die KI in Zukunft obsolet wird, kann deutlich verneint werden. Zum einen braucht es den Menschen, um KI zu programmieren und „die richtigen Fragen zu stellen“. Und zum anderen liegen die Stärken des Menschen genau dort, wo die Schwächen der KI liegen – und andersrum. Ein Zusammenspiel beider Parteien ist am effektivsten, um einen optimalen Arbeitserfolg zu ermöglichen. Die Leistungsstärke der KI erspart viel Zeit und Geld, die persönliche Kommunikation, die individuelle Expertise und der allgemeine Überblick über eine Thematik schaffen Vertrauen und ermöglichen sinnvolles Handeln in neuen, unbekannten Situationen. Eine Verbindung aus der Objektivität der KI und der Subjektivität des Menschen, die es ihm erlaubt Regeln auch mal zu brechen, was letztendlich disruptive Entwicklungen hervorbringt, ist der richtige Ansatz, wenn außerordentlicher Erfolg gewährleistet werden soll. KI und der Mensch sollten nicht als Gegenspieler, sondern viel eher als sich gegenseitig unterstützende Parteien betrachtet werden, um die jeweiligen Stärken zielorientiert einsetzen zu können.

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