Lokalisierung – Wie man Kunden in verschiedenen Ländern richtig anspricht

Was ist das, wofür brauche ich es und worauf muss ich achten?

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Was ist Lokalisierung?

Ursprünglich entstand der Begriff mit dem digitalen Zeitalter, das ja hauptsächlich auf Englisch stattfand. Zuvor gab es Übersetzer, Lektoren und Redakteure. Die gibt es heutzutage immer noch, allerdings mit leicht veränderten Rollen. Die Lokalisation wird benötigt, wenn ein digitaler Inhalt, sei es z.B. eine vollumfängliche Webseite, ein Computerspiel (mitsamt der Pressearbeit) oder ein E-Book zu einem beliebigen Thema für andere Sprachen verfügbar gemacht werden soll.

In meinem Fall, als Mitarbeiter der Spielebranche, ist die Richtung klar. Die Entwicklung findet grundsätzlich auf Englisch statt (zumindest bei Entwicklern aus Westeuropa & den amerikanischen Kontinenten) und das Produkt muss danach, wie auch die Werbung, Kundenbetreuung und – Abwicklung, in einer jeweiligen Sprache ausgeliefert werden.

Hier kommen dann Localisation-Specialists in den Prozess. Als Specialist für Deutsch und Englisch liegt es an mir, jegliche Inhalte des Spiels (Also jeden Text im Spiel, mögliche Vorlagen für Audioaufzeichnungen und auch weiterführende Medien vom Entwickler), der PR-Kampagne und auch sonstige weiteren Texte für die deutschsprachigen Kunden aus dem Englischen ins Deutsche zu übertragen.

Wichtig ist es hierbei, der Aussage des Textes, den Inhalten und der Idee hinter der Formulierung im entsprechenden Zusammenhang treu zu bleiben und sie aus dem Englischen ins Deutsche zu transportieren. Und das am besten noch mit einem ungefähr gleich großen Textumfang. Sonst kommt es zu Texts, die entweder so klein sind, dass man sie nicht lesen kann, oder sie über ihre fixierte Begrenzung hinausragen, was wir alle schonmal irgendwo gesehen haben.

Wofür brauchen Unternehmen die Lokalisierung von Inhalten?

Localisation ist absolut notwendig für die Erweiterung des Kundenkreises eines Produktes. Auch wenn es hierbei um digitale Aspekte geht, beschränkt das die Anwendung nicht nur auf digitale Produkte – Auch die Werbung für ein Gerät bei Amazon sollte durchdacht und sprachlich optimiert sein. Genauso die Webseite eines Hotels mit internationalem Kundenkreis oder einer Firma mit einem internationalen Produkt mehrsprachlich und in hoher Qualität angeboten werden sollte.

Hierfür sind Localisation-Specialists die Lösung. Ich arbeite im Moment in der Spielebranche, habe aber auch schon an medizinischen Büchern, verschiedensten Romanen, Artikeln, Webseiten und Lebensläufen gearbeitet.

Ein guter Localisation-Job beinhaltet nicht nur die Inhalte eines Textes, sondern auch die an die jeweilige Zielsprache angepasste Präsentation von Selbigem. Seien es nun 1.000.000 User für ein Produkt im Englischen, dann sind es bei Weitem noch nicht 1.000.000 Nutzer im Deutschen, sondern eher 1 000 000. Oder eine Million.

Worauf muss ich für eine erfolgreiche Lokalisierung achten?

Der erste Schritt ist natürlich, zu überlegen, ob eine Localisation überhaupt notwendig ist. Geht es um einen lokalen Aspekt, ist das eher nicht der Fall – Die Nachricht über den Bau einer Fußgängerbrücke in Niedersachsen muss nicht in 5 Sprachen zur Verfügung stehen. Aber einem Weingut in der Pfalz könnte es helfen, die Webseite und das Bestellformular auch auf Englisch anzubieten, insbesondere, wenn der Auslandsversand des Weines in den letzten Jahren zugenommen hat.

Es ist also immer eine Frage der Notwendigkeit und der bereitstehenden Mittel. Ich würde immer empfehlen, lieber mehr auszugeben, und eine gute Betreuung zu erhalten, mit Rückfragen und einem individuellen Ansprechpartner bzw. direktem Kontakt zum Specialist.

Eine weitere Frage ist dann, welche Sprachen notwendig sind. Diese Frage beantwortet ein Blick auf den Kundenkreis und auf die entsprechend sortierten Umsatzzahlen. Wenn man einen einmaligen Auftrag vergibt, ist natürlich die Betreuung danach dann mit weiteren Unkosten verbunden. Aber verschiedene Anbieter im Bereich Localisation haben auch kontinuierliche Betreuung im Angebot. Bei Freischaffenden in diesem Feld kann man natürlich alle Kriterien und Umstände frei verhandeln und entsprechend fixieren.

Ich bin studierter Germanist, semi-studierter Fantasy-Nerd (Ja, meine Magister-Arbeit war über Fantasy-Literatur), Game Designer (Als Pen & Paper – Meister bzw. Spieler und auch für reguläre PC Spiele), Katzenbesitzer (Sie heißt Namira), Rollenspieler (auf dem Papier, am PC und auch mal am Wochende mit Leuten draußen), Übersetzer (als aktueller Beruf) und Geschichtenschreiber und -Zuhörer.

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