12 Elemente – So wird die Führungskraft zum Krisenmanager

12 wirksame Elemente krisenfester Führung

Krisenmanagement ist ein wichtiger Teil guter Führung. Eine Führungskraft macht in der Krise mehr als das Verwalten unliebsamer Auswirkungen. Ein guter Krisenmanager nimmt die Menschen mit, aktiviert Ressourcen und bündelt Kräfte, um gemeinsam kreative Lösungen zu bewerkstelligen. Dafür braucht es eine beizeiten gut bestückte Werkzeugkiste.

Natürlich hängt der Krisenmanager den Rettungsring nicht erst auf, wenn das Kind schon ins Wasser gefallen ist. Fundamentale Krisenfähigkeiten sind sicher schon vorher da. In diesem Artikel beleuchte ich dich Wirkung, die der Krisenmanager mit Fähigkeiten in 12 Bereichen entfaltet.

In der Krise wird Führung zwangsläufig authentisch

Man sagt, dass sich in einer Schwangerschaft die Grundkonstitution einer Frau zeigt. Ist sie gut, dann wird Frau in der Schwangerschaft noch mehr aufblühen. Ist sie schlecht, dann wird die Schwangerschaft zur Belastungsprobe und mit Krankheit enden.

Ähnliches gilt für den Unternehmer. Nun zeigt sich, wie belastbar er ist. In einer so umfassenden Krisensituation zeigt sich die Grundkonstitution des Kapitäns auf dem Unternehmensdampfer.

Die 12 Felder für das Führen in Krisenzeiten

Was macht also einen Unternehmenskapitän zum Krisenmanager? Er braucht Fähigkeiten in 12 Bereichen.

1. Transparenz

Die Basis für vertrauensvolle Führung ist Transparenz. Schlechte Zahlen werden gerne mit der Begründung verschleiert, dass man die Mannschaft nicht beunruhigen möchte. Gerüchte machen in der Regel trotzdem die Runde und destabilisieren die Stimmung. Bessser ist es, mit transparenten Fakten das Commitment der Mannschaft abzuholen, indem offen kommuniziert wird, wofür jetzt an einem Strick ziehen sollen.

Ziel: Alle für die Bewältigung der Krise ins Boot holen.

2. Kommunikation

Das Wir-Gefühl ist also ein wichtiger Faktor und es wird durch eine wertschätzende supportive Sprache gestärkt. Kommunikation, die wirkt, entsteht durch eine positive Sprache. Das dafür notwendige Gespür ist Trainingssache, hier ein Beispiel. „Wir werden das ja wohl hinkriegen“ enthält zwei negative Anker. Der eine ist die unterschwellige Botschaft „streng dich gefälligst mal an“. Der andere ist die Formulierung „hinkriegen“. Oberflächlich betrachtet ein umgangssprachlicher Term. Vom Unterbewusstsein wird das Wort als Kriegsvokabular wahrgenommen.

Besser wäre es mit der Formulierung „wir werden an einem Strang und gemeinsam eine Lösung finden“ ein positives Bild zu vermitteln. Kommunikation läuft zum größten Teil über unterbewusste und non-verbale Ebenen.

Ziel: Mit wirksamer Kommunikation das Wir-Gefühl stärken

3. Beteiligung

Beteiligen Sie ihre Mitarbeiter an einer Lösung! Versuchen Sie nicht, alle Probleme alleine zu knacken. Nutzen Sie die Schwarmintelligenz und erweitern Sie den Horizont. Möglicherweise können die Querdenker im Team wichtige Impulse beisteuern. Nutzen Sie deren Fähigkeit die Perspektive zu wechseln, um sich nicht in der Problemebene totzulaufen.

Ziel: Mehr Lösungskompetenz durch Perspektivwechsel

4. Führung

Führen Sie ihre Mitarbeiter in die Selbstführung. Zeigen Sie wie ein gutes Selbstmanagement als Fundament dazu beiträgt, die täglichen Aufgaben auch im Homeoffice effektiver zu erledigen. Dabei ist Punkt 12 nicht nur hilfreich, sondern unabdingbar.

Ziel: Mitarbeitern zeigen, wie man sich selbst gut organisiert.

5. Neutralität

Bleiben Sie neutral. Meinungsdiskussionen sind meist fruchtlos. Die politische Dimension einer Krise hat zusätzliches Reibungspotenzial. Vermeiden Sie eine Spaltung des Teams. Sprechen Sie lieber über Sinn und Werte, siehe Punkt 9.

Ziel: Einen Sie das Team durch die gemeinsame Sinnhaftigkeit.

6. Organisation

Krise ist immer Chaos. Darüber muss man nicht jammern. Der permanente Wechsel von Entropie und Ordnung ist der natürliche Lauf aller Dinge. In diesem dynamischen Spannungsfeld erschaffen Sie permanent neues. Tun sie das im Team, nutzen Sie das Chaos, um über alte Strukturen nachzudenken und sie gegebenenfalls durch sinnvollere zu ersetzen.

Ziel: Menschen mit einer Struktur Halt geben.

7. Empathie

Zeigen Sie Mitgefühl und bringen Sie für die Unsicherheit und Ängste ihrer Mannschaft Verständnis auf. Agieren Sie emotional intelligent und nutzen Sie die Stimmungslage auf konstruktive Weise. Das setzt voraus, dass Sie ihre eigene Emotionalität im Griff haben und sich nicht von Gefühlen beherrschen lassen. Das ist eine Sache der Bewusstheit und der Übung.

Ziel: Mit emotionaler Kompetenz die Produktivität sichern

8. Konfliktmanagement

Konflikte können ein Team spalten, das Wir-Gefühl in Luft auflösen und das gemeinsame Ziel sabotieren. Es ist Ihre Aufgabe, ein Konfliktmanagement zu installieren, das die Menschen abholt. Oft haben Führungskräfte keine Lust sich damit auseinanderzusetzen oder sind generell konfliktscheu.

Mein Tipp: Konflikte immer auf der Lösungsebene ansprechen. Vorwürfe und Schuldzuweisungen erzeugen Widerstand. Es bringt nichts, hier ins Detail zu gehen. In vielen Fällen ist es ausreichend zu signalisieren, dass man den Konflikt erkannt hat und dann die Beteiligten in ein Lösungsgespräch zu holen. Dort dann konkrete Lösungsvorschläge einfordern.

Ziel: Reibungsverluste durch Konflikte abbauen.

9. Werte

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

Dieses bekannte Zitat von Antoine de Saint-Exupéry verdeutlich, wie gemeinsame Werte auf das Erreichen eines Zieles wirken. Entwickle gemeinsame Werte, die euch als Team dem Ziel näher bringt. Zeige deinen Mitarbeitern die Sinnhaftigkeit ihres Tuns und stärke so ihre Motivation. Lenke ihren Blick vom Detailproblem ins große Bild.

Ziel: Mit gemeinsamen Werten den Zusammenhalt stärken

10. Vertrauen

Vertrauen ist kein Krisentool, sondern ein wichtiges Merkmal moderner Führung. Gleichgültig ob Menschen sich in emotionaler oder in räumlicher Distanz befinden, Vertrauen ist der Kitt, der sie zusammenhält. Als Führender solltest du in der Lage sein, einen Vertrauensvorschuss einzubringen. Führen durch Kontrolle war gestern. Eine Mannschaft, die ihrem Kapitän vertraut, geht auch die extra Meile.

Ziel: Vertrauen aufbauen für Führung auf Distanz.

11. Entscheidungsstärke

Tatkraft und Entscheidungsstärke verhindern Stagnation und Lähmung. Wichtige Ressourcen in der Führung, das steht außerfrage. Erfolgreiche Unternehmer berichten oft, dass sie auf ihr Bauchgefühl hören. Falls du dich zu lange mit der Entscheidungsfindung herumplagst, empfehle ich die Intuition.

Viele Studien zeigten durch Hirnscans nachweisbar, dass die Intuition bereits eine Aktion in Gang setzte, bevor die bewusste Entscheidung erfolgt.

Ziel: Mit Entscheidungskraft Vorbild sein.

12. Selbstführung

Führung beginnt mit der Selbstführung, eigentlich also Punkt 1. Alfred von Herrhausen sagte einmal „Wer sich selbst nicht zu führen versteht, kann auch andere nicht führen.“ Was genau ist damit gemeint? Es ist die Bereitschaft sich selbst einzubringen und an den eigenen Ressourcen zu arbeiten. Selbstreflexion und das ständige Weiterentwickeln der Persönlichkeit.

Der perfekte Krisenmanager?

Krisenmanager wird man nicht über Nacht. Und ein Krisenmanager ist niemals frei von Irrtümern. Den perfekten Krisenmanager gibt es nicht. Fehler gehören zur Krise. Für Bedauern ist hier kein Raum. Es gilt sachlich klar und emotional klärend zu sein.

Einige der 12 Felder entsprechen sicher den eigenen Fähigkeiten und Gaben und stellen kein Problem dar. In den anderen Gebieten kann man die ungenutzten Ressourcen erschließen. Mit dem Coach deines Vertrauens navigierst du sicher durch stürmisches Fahrwasser während du dir diese neuen Ressourcen an Bord holst. Der beste Zeitpunkt dafür: jetzt. Denn an Land hat noch keiner das Schwimmen gelernt.

Ava Hauser navigiert Führungskräfte durch die Stromschnellen massiven Wandels. Führung 4.0 versteht sie als die optimierte Verbindung von Selbstführung und Führung in Zeiten der Digitalisierung. Mit 20 Jahren Erfahrung im Coachingbusiness hat sie dafür ein Programm entwickelt, das ungenutzte Ressourcen aktiviert und die Selbstführung verbessert. So meistern Leader die Herausforderungen und erreichen bessere Resultate ohne persönliche Reibungsverluste. Sie ist Keynote Speaker und Expertin für [Selbst]Führung und Highperformance.

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