Homeoffice – Fluch oder Segen?

Unser Erlebnisbericht und unser Resümee

Zwischen Vergangenem und dem Homeoffice – War es ein Fluch oder ist es ein Segen? Wir machen den Realitätscheck und geben Einblicke von unserem Alltag.

Ein Erlebnisbericht

Völlig unvorbereitet sind wir alle in den 1. Lockdown der Corona-Pandemie gefallen. Genau gefallen! Wir hatten in unserer Firma kein Problem, um auf Homeoffice umzustellen. Naja, zumindest technisch. Aber waren wir dafür vorbereitet? Mental, organisatorisch und arbeitstechnisch?

Ein Blick in die unmittelbare Vergangenheit

Homeoffice hat in der WebGate eine lange Tradition. Eigentlich hatte die WebGate bei der Gründung gar kein Office. Als Consultants waren wir vor allem bei unseren Kunden oder haben von Zuhause aus gearbeitet. Mit dem Wachstum und der Akquise von weiteren Firmen kamen auch Büros dazu und als moderne Firma, auch die Möglichkeit, einen Tag pro Woche Homeoffice zu machen. Wir haben versucht, dies so individuell wie möglich zu gestalten, d.h. dem Kunden und Mitarbeiter entsprechend. Aber hat uns dies auf COVID-19 vorbereitet?

Realitätscheck 1 – Der technische Aspekt

Wir hatten einfach Glück. Zwei Wochen vor dem 1. Lockdown hatten wir unsere Mail- und CRM Migration in die Cloud beendet. Unser ERP ist schon seit 2 Jahren in der Cloud und unsere Entwicklungswerkzeuge sind ebenfalls cloudbasiert. Schon lange bekommen unsere Mitarbeiter Notebooks als Arbeitsmittel. Nein wir hatten es nicht gerochen, es war pures Glück!

Aber ich habe mich ein paarmal gefragt, was geschehen wäre, wenn wir weiterhin Zugriff auf unsere Infrastruktur im Büro gebraucht hätten. Natürliche hätte unser Team VPN-Tunnels usw. aufgebaut, aber wie wäre das mit der Kommunikation und dem Zusammenarbeiten gelaufen? Wären wir ohne cloudbasierte Meeting- und Chat Software in der Lage gewesen, so schnell und unkompliziert ein tägliches Meeting zu orchestrieren? Und wie wäre das mit dem Pair-Programming gewesen? Der gemeinsamen Arbeit an Offerten? Der Zusammenarbeit mit unseren Kunden? Ich bezweifle, dass wir dies so gute hätten meistern können. Aus der technischen Sicht hatten wir einfach Glück, dass wir uns im richtigen Moment für die richtigen Tools entschieden hatten.

Realitätscheck 2 – Der menschliche Aspekt

Aber wie ist es uns dabei als Menschen ergangen? Mit dem Schliessen der Schulen war für Roman und mich sofort klar, dass unser Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nun zu Hause gebraucht werden. Eine Ausnahmesituation war entstanden! Dies erforderte von uns allen höchste Flexibilität und Anpassung. Aber nicht nur, dass die Kinder jetzt plötzlich zu Hause waren oder der Partner, die Partnerin auch Homeoffice macht, forderte uns heraus, sondern auch der Fakt, dass wir uns nicht mehr physisch trafen.

Eine unserer Massnahmen war, dass wir uns täglich zur gleichen Zeit virtuell trafen. 15 Minuten, um gemeinsam auszutauschen, tratschen und zu hören, was gerade «in» der Firma so läuft.

Nach zwei Wochen war ich total erschöpft und hatte Gliederschmerzen. Mein Körper rebellierte gegen die vielen Meetings. Es schien, also ob mein Körper nicht damit klarkam, dass die Bildübertragung ganz leicht, unmerklich gegenüber dem Ton verzögert war. Ich realisierte, wie viel von der nonverbalen Botschaft auf der Strecke blieb. Und mir fehlt der Kontakt mit meinen Mitstreitern!

Blicken wir ein bisschen weiter zurück – Es gab mal einen Grund, warum wir ins Büro kamen….

Ja den gab es wirklich, den Grund, warum wir Menschen uns zum Arbeiten treffen. Nein der Grund war nicht, dass wir uns gerne in Grossraumbüros versuchen in einer Ecke zu verschanzen. Der Grund hat eher etwas mit der Kaffeemaschine zu tun. Wir sind soziale Wesen, wir brauchen den Austausch. Und zwar genauso intensiv, wie wir auch das konzentrierte Arbeiten brauchen. Kreativität, Entscheidungsfindungen, Fehlererkennung und noch viele weitere Aktivitäten sind gekoppelt an diesen Austausch.

Wenn wir Lösungen finden wollen, dann braucht es die Interaktion untereinander. Das Team ist eben doch mehr als nur die Summe aller Einzelnen. Wir spornen uns gegenseitig zum Guten, ja zum Besten an. (Ich weiss, wer Kinder hat, würde jetzt sagen «oder zum Schlimmsten»). Unsere Arbeitswelt hat sich verändert, aber wenn wir zurückschauen, dann erkennen wir, dass dieses gemeinsame Arbeiten, ein gemeinsames Ziel haben, essenziell war und auch weiterhin ist, um als Menschen Erfolg zu haben. Ob dies nun früher als Produktionsgemeinschaften unter Landwirten, als handwerklicher Familienbetrieb, als Fabrik während der Industrialisierung, oder heute als grosse Thinktanks, wir brauchen dieses Miteinander.

Resümee

Nein wir waren nicht auf Homeoffice in dieser Form vorbereitet. Und ich persönlich glaube auch nicht an diese isolierende Form von Homeoffice. Ich bin davon überzeugt, dass wir die soziale Interaktion brauchen. Ebenso bin ich aber auch überzeugt, das Homeoffice als Bestandteil der Firmenkultur ein wichtiger Beitrag ist, für eine gesunde Gesellschaft, bessere Work-Life-Balance, Stärkung der Familien, Schonung der Infrastruktur und Ressourcen. Nur glaube ich, dass wir hier noch einiges zu lernen haben. Wir müssen eine Balance finden zwischen dem Zusammenarbeiten und dem konzentrierten Arbeiten. Beide Elemente sind wichtig für unsere mentale Gesundheit. – Die Reise zum Arbeitsplatz der Zukunft geht also weiter.

Autor: Christian Güdemann

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