Was ist Social Media? – Einführung und Erklärung

Wie Social Media unser Leben verändert und was es ist

Meine erwachsenen Kinder gehen ihre eigenen Wege, trotzdem sind wir als Familie eng verbunden und wissen, was gerade bei den anderen los ist. Ab und zu tauschen wir Bilder über das Smartphone aus, dann sehe ich, mit wem mein Sohn gerade unterwegs ist und wie es ihm geht – Das ist ein Teil von Social Media.

Durch meine Arbeit bin ich häufig in Facebook-Gruppen unterwegs. Dort lese ich von anderen, was sie gerade tun oder welche Frage sie haben. Oft wird das veranschaulicht durch Bilder oder durch ein Video, aufgenommen mit einem Smartphone.

Ich lerne aus den Kommentaren von anderen. Wenn ich nützliche Hinweise geben kann, mache ich das. Hilfreiche Hinweise bekommen viel Zuspruch. So werde ich darauf aufmerksam bzw. bekomme Feedback.

Das alles ist Social Media. Es erfüllt ein Grundbedürfnis von uns Menschen – sich zu vernetzen und zu kommunizieren.

Im Ranking der größten sozialen Netzwerke und Messenger nach der Anzahl der monatlich aktiven Nutzer (im Januar 2019) steht Facebook an erster Stelle, gefolgt von YouTube. Darauf folgen weitere Netzwerke, die meist zu Facebook gehören (WhatsApp, Facebook Messenger, Instagram). Nur WeChat, ein chinesischer Text und Sprachnachrichten-Dienst hält da noch mit. Alle anderen sind abgeschlagen.

Die Welt der Social Media Apps ist hochdynamisch und ändert sich laufend. Die Anwender haben sich daran gewöhnt, dass sich die Darstellung und die Bedienung immer wieder mal ändern. Regeln sollen das Verhalten der Anwender in geordneten Bahnen halten. Das gelingt oft nur schwer und liegt wohl an der großen Zahl der Nutzer.

Was ist mit dem Datenschutz?

Soziale Netzwerke haben manchmal ein problematisches Verhältnis zum Datenschutz. Sie wollen Daten über ihre Nutzer sammeln. Damit finanzieren sie ihren Dienst. Insofern sind die kostenfreien Netzwerke nicht kostenlos. Jeder Nutzer bezahlt mit seinen Daten. Das wäre ja auch in Ordnung, wenn nicht die Gefahr eines Datenmissbrauchs ständig vorhanden ist. Die Komplexität und die große Menge der Daten führt immer mal wieder zu Datenlecks und damit zu Schlagzeilen.

Sich dagegen zu schützen ist schwer. Eine Freundin von mir ist nicht auf Facebook und Co angemeldet, da sie ihre Kundendaten auf ihrem Smartphone nicht preisgeben will. Das finde ich lobenswert und konsequent. Allerdings schließt sie sich damit von vielen Online Diskussionen und Nachrichten aus.

Facebook reagiert immer mal wieder mit neuen Sicherheitsfunktionen und Einstellungen. Interessanterweise nehmen das nur wenige Nutzer wahr. Die negativen Schlagzeilen scheinen nur wenige Nutzer zu stören und tun dem Wachstum keinen Abbruch.

Wer finanziert Social Media?

Die Netzwerke speichern genau was die Nutzer tun. Sie wollen wissen, woran die Nutzer interessiert sind, um ihnen passgenaue Werbung anzuzeigen. Das funktioniert so gut, dass viele Werbetreibende die Nutzer direkt aus dem Netzwerk heraus zum Kauf leiten können. Je nach Stärke des Interesses und der Höhe des Preises geschieht das sehr schnell oder braucht mehrere Zwischenschritte.

Da die Netzwerke alles aufzeichnen, erhalten Werbetreibende eine sofortige Rückmeldung über alle möglichen Kennzahlen. Sie können so wirkungslose Anzeigen schnell identifizieren und einfach abschalten. Erfolgreiche Anzeigen werden sie dagegen mit mehr Budget ausstatten und so den Werbeerfolg nach oben skalieren.

Facebook zeigt dem Werbetreibenden zum Beispiel an, ob ein Video zu mehr als 95 % angeschaut wurde. Die Zuschauer liefert Facebook als Zielgruppe gleich mit. Natürlich erst ab 1.000 Leuten, um die Anonymität zu gewährleisten. Diese Zielgruppe hat aufgrund ihres Verhaltens wahrscheinlich ein hohes Interesse am Thema des Videos. Der Werbetreibende hat nun 2 Möglichkeiten mit dieser Zielgruppe weiterzuarbeiten.

Mit Retargeting kann er diese Zielgruppe wieder ansprechen und damit den zukünftigen Kunden zum nächsten Schritt auf seiner Reise zum Kauf bewegen. Retargeting ist sehr leistungsfähig und eines der mächtigsten Werkzeuge der Online-Marketing-Industrie. Mit wenig Werbegeld kann hiermit verkauft werden. Natürlich bekommt der Werbetreibende auch hier alle Kennzahlen zu seiner Kampagne geliefert.

Die zweite Möglichkeit ist die der ähnlichen Zielgruppen. Da Facebook seine Nutzer genau kennt, ist es in der Lage, Nutzer zu finden, die so ähnlich sind wie die in der vorgegebenen Zielgruppe (hier alle, die das Video zu mehr als 95 % angeschaut haben). Diese sogenannten “Lookalike Audiences” sind riesig. In Deutschland bestehen sie aus 300.000 Personen. Das ist nur die kleinste Ähnlichkeitsgruppe. Die Größe kann der Werbetreibende selbst einstellen. Sie funktionieren oft extrem gut.

Wenn eine Anzeige richtig gut funktioniert, kann der Werbetreibende das tägliche Budget je nach Größe der Zielgruppe fast beliebig erhöhen. Einzelne Werbetreibende geben täglich enorme Summen für ihre Werbeanzeigen aus. Dabei können sie ständig den Erfolg überwachen und das Budget zurücknehmen oder die Anzeige sogar ausschalten. So minimieren sie Ihr Risiko. Erfolgreiche Werbeanzeigen verdienen viel Geld für ihre Besitzer. Die Plattformen verdienen mit, allen voran Facebook.

Facebook als Marktführer hat es geschafft, ein Internet im Internet aufzubauen. Wie alle Social Media Plattformen möchte Facebook, das sich die Nutzer möglichst lange auf seiner Plattform aufhalten. Facebook fördert deshalb Videos, weil sie zu einem längeren Aufenthalt führen. Wenn Facebook merkt, dass ein Video Zuspruch bekommt (es wird lange angesehen, bekommt Likes und Kommentare und wird geteilt), wird es das Video öfters anzeigen. Es geht dann “viral”. Für Werbetreibende ist das ein Traum, da dann für einen Großteil der Views nichts bezahlt werden muss. Es ist dann organischer Traffic.

Weiche der Suchtgefahr durch Glückshormone aus

Social Media beeinflusst unseren Hormonhaushalt. Unser Körper schüttet bei der Nutzung Glückshormone aus. Sie erzeugen ein gutes Gefühl. Wir sind deshalb gerne auf Social Media unterwegs. Das kann sich aufschaukeln und sogar zur Sucht werden.

Wenn wir nicht auf Social Media unterwegs sind, steigt die Angst etwas zu verpassen. Sie treibt uns wieder hin zu den Plattformen. Diese Mechanismen wirken unterbewusst. Wir bekommen nicht mit, dass wir mit Hilfe unserer Hormone gesteuert werden.

Deshalb sind soviele Menschen auf Social Media unterwegs. Ständig ist das Handy griffbereit. In Pausen wird geprüft, ob es etwas Neues gibt. Manchmal sind wir online, obwohl wir etwas anderes tun, z.B. beim Fernsehschauen. Manchmal führen wir ein Gespräch und währenddessen schauen wir aufs Handy.

Aber unser Verstand kann kein Multitasking. Er kann seine Aufmerksamkeit nur auf eine Sache richten. Wenn wir Dinge parallel machen, machen wir nichts mehr richtig. Dann werden wir unzufrieden und wir verpassen wesentliche Erlebnisse. Deshalb ist es wichtig, dass wir bewusst mit unserer Zeit auf Social Media umgehen und unsere Kinder entsprechend informieren.

Wie du mit Hatern umgehst

Hater sind Menschen, die negative Kommentare abgeben. Sie sind ein Phänomen, das immer wieder auf den Plattformen zu beobachten ist. Meistens zeigt es ein internes Problem des Hater an. Es kann aber einen Autor ganz schön verletzen, vor allem wenn er neu unterwegs ist.

Letztlich zeigt es aber nur an, dass der Post einen Schmerzpunkt getroffen hat. Das kann sogar gut sein, weil der Post so mehr Reichweite bekommt.

Eine der besten Möglichkeiten für eine Antwort kann z.b. sein: “Vielen Dank für dein Feedback”. Wenn du etwas falsch gemacht hast, dann entschuldige dich immer. Aber bleibe dabei immer freundlich und verwende niemals negative Kommentare.

Peter ist Experte für Online-Marketing und für die Erstellung und Vermarktung von digitalen Produkten. Als selbstständiger Dipl.-Ing. (Univ.) Elektrotechnik hat Peter mehr als 30 Jahre Hardware- und Software für Medizinprodukte entwickelt. Er leitete Entwicklungs-Teams und hat mit Vertrieb und Schlüsselkunden zusammengearbeitet. Seit 2014 beschäftigt er sich Vollzeit mit Online-Marketing.

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