Software as a Service (SaaS) – Der Mehrwert im Fokus

Warum Business Software aus der Cloud im Vormarsch ist

Software as a Service (SaaS) Angebote sind schon seit geraumer Zeit immer mehr auf dem Vormarsch und das sowohl im Privatgebrauch als auch im geschäftlichen Kontext. Diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten und inzwischen deutet alles darauf hin, dass wir als Unternehmen oder Privatnutzer in absehbarer Zeit praktisch alle Softwareanwendungen „as a Service“ und damit aus der Cloud beziehen und nutzen werden und das aus gutem Grund.

Doch was bedeutet „Software as a Service“ eigentlich genau? Und welche Vorteile ergeben sich im Vergleich zu traditionelleren Methoden der Nutzung? Genau das wollen wir im Folgenden näher betrachten.

SaaS – Zauber aus dem Browser

In erster Linie bedeutet die Nutzung von Software as a Service, dass ich als Konsument bzw. Unternehmenskunde eine Softwarelösung als Dienstleistung für einen gewissen Zeitraum lizenziere und folglich die entsprechende Lösung den Endbenutzern über das Internet bzw. via Internetbrowser bei Bedarf („on demand“) zur Verfügung steht. Es wird also – ganz im Gegensatz zur traditionellen Nutzung von Softwareapplikationen – nicht länger Software lokal auf dem Endgerät installiert, sondern Nutzer können von beinahe jedem Endgerät zu jeder Zeit via Browser auf die Webapplikation zugreifen.

Als Unternehmenskunde brauche ich mir demnach nicht den Kopf über Hosting, Betrieb und Deployment zu zerbrechen und auch für die ständige Weiterentwicklung (neue Funktionen) und Aktualisierung (z.B. Security Patches) ist der Anbieter zuständig.

Eine neue Art der Kundenbeziehung

Aus diesem Setup ergeben sich einige Besonderheiten bezüglich der Beziehung zwischen Softwareanbieter und Kunde. Durch den meist geringen Aufwand bei der Implementierung sind viele Lösungen als sogenannte „Self Service Solutions“ aktivier- und nutzbar, sprich über eine einfache Bestellung im Internet – ähnlich wie in einem Webshop. So entfällt der direkte Kontakt mit einem Verkaufsmitarbeiter, was allerdings auch mehr Selbstständigkeit und einen Vorabvergleich zwischen den Anbietern durch den Kunden erfordert.

Auf der anderen Seite ergibt sich auf Grund der durch den Anbieter selbst gehostete Lösung ein zusätzlicher und sehr direkter Kommunikationskanal zwischen beiden Parteien. So sind immer öfter Chats, Störungsmeldungen und Update-Meldungen direkt in der Softwarelösung selbst aufrufbar – als Konsument bin ich somit ständig über Neuerungen informiert und kann dem Anbieter direkt Feedback geben oder Fragen stellen.

Zusätzlich sind SaaS Anbieter in vielen Fällen sehr affin was Marketing betrifft und versorgen den Kunden auch via E-Mail und anderen Kanälen regelmässig mit Informationen. Bei grösseren Lösungen kümmern sich sogar eigene „Success Manager“ um das Wohlergehen und die Bedürfnisse des Kunden; sie möchten – wie der Name schon sagt – ihre Kunden erfolgreich machen und damit natürlich auch gleichzeitig den Kundenumsatz steigern.

Laufende Kosten statt hohen einmaligen Investitionen

Auch das Kostenmodell unterscheidet sich gegenüber früheren Gepflogenheiten. Statt hohen einmaligen Anschaffungskosten für Kauflizenzen setzen Software as a Service Anbieter grundsätzlich auf wiederkehrende und damit planbare Kosten. Für den Kunden bedeutet das, dass er – meist günstigere – monatliche Beträge entrichtet und zwar so lange wie er die Lösung nutzen möchte.

Kündigt man den Vertrag (was meistens recht kurzfristig möglich ist) so fallen keine Kosten mehr an, allerdings erlischt auch das Recht die jeweilige Softwarelösung zu nutzen, man ist mehr oder weniger von seiner bisher genutzten Applikation ausgesperrt und verliert typischer Weise auch alle seine Daten. Aber natürlich bieten fast alle Anbieter eine Möglichkeit während der verbleibenden Kündigungsfrist Daten zu exportieren oder anderweitig zu sichern.

Vorteile für den Kunden

Für Kunden ergeben sich durch das Konzept Software as a Service zahlreiche Vorteile. Wichtigstes Argument für den anhaltenden Erfolg dieser Art der Softwarenutzung ist der Fokus auf den eigentlichen Mehrwert. Kunden können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren bei dem sie die Softwarelösung unterstützt (z.B. im Bereich Marketing, Projektmanagement, Human Resources oder CRM) und „verschwendet“ keine Ressourcen für das Hosting oder Betrieb der Lösung bzw. entsprechende Updates – oft kann sogar der Endbenutzersupport an den Anbieter ausgelagert werden. Das bedeutet gleichzeitig, dass auch ohne IT Know-how und entsprechende Ressourcen komplexe Softwarelösungen eingesetzt werden können.

Zusätzlich haben Unternehmenskunden noch weitere Vorteile. Zum Beispiel die bereits erwähnten niedrigeren Einstiegskosten – nämlich meist monatliche Lizenzraten und gegebenenfalls eine überschaubare Setupgebühr – welche einhergehen mit einer schnelleren Einsatzbereitschaft der gewählten Lösung nach dem Kaufentscheid. Diese monatlichen Lizenzraten sind gerade für kleinere Unternehmen leichter finanzierbar als frühere, grosse Einmalinvestitionen.

Weiter profitieren Anwender von der einfacheren Skalierung von Software as a Service Lösungen. Mehr Mitarbeiter? Mehr Daten? Mehr Kunden? Mehr Funktionen? Alles kein Problem, im schlimmsten Fall erhöhen sich die monatlichen entsprechend.

Schlussendlich überzeugen moderne Softwareapplikationen meist mit Einfachheit und ansprechendem Design und sind vergleichbar mit aus dem privaten Umfeld bekannten Apps wie Airbnb, Uber, Google Drive und anderen. Das bedeutet, dass Endanwender im eigenen Unternehmen innerhalb kürzester Zeit die neue Software beherrschen und idealerweise auch noch gerne damit arbeiten. Das ist auch der Grund warum insbesondere in grösseren Unternehmen die „Shadow IT“ ihre Blüten treibt, sprich die Mitarbeiter nutzen selbstständig SaaS Lösungen um die etablierten, schwerfälligen und oft wenig intuitiven Systeme zu umgehen.

Nicht alle SaaS Lösungen sind gleich

Dies alles bedeutet aber nicht, dass der Einsatz der nächstbesten SaaS Lösung ein Garant für Erfolg ist. Auch moderne Softwarelösungen unterscheiden sich natürlich noch immer gravierend bezüglich Funktionsumfang, Qualität, Usability und Preis. D.h. als Unternehmenskunde kommt man nicht um eine saubere Anforderungsanalyse und den Vergleich geeigneter Applikationen herum. Dabei mögen auch immer noch Faktoren wie regionaler Ansprechpartner eine Rolle spielen – vielen Kunden gibt es immer noch Sicherheit zur Not beim nahegelegenen Anbieter an die Tür klopfen zu können, statt sich auf E-Mail und Telefon verlassen zu müssen und gegebenenfalls mit unterschiedlichen Zeitzonen herumärgern zu müssen.

Aus diesem Grund werden wir uns in einem der nächsten Artikel genau dem Thema Anforderungsanalyse und Anbieterauswahl widmen.

Lauri Kurki hat mehr als 10 Jahre Erfahrung in den Bereichen Consulting, agiler Softwareentwicklung und Produktmanagement. Er ist derzeit Produktmanager für Cloud Services und Software as a Service bei Swisscom. Zuvor war er als Portfolio- und Produktmanager verantwortlich für weltweit genutzte Softwarelösungen in den Bereichen Digital Marketing, Marketing Automation und Human Resources.

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