Durch Intrapreneurship Stabilität und Wachstum sichern!

Ist mein Unternehmen bereit für Intrapreneurship?

Warum Intrapreneurship noch zu wenig Anwendung findet

Es werden verschiedene Gründe genannt, warum Intrapreneurship zu wenig Anwendung findet. Zum einen sind es die personellen Hindernisse, das schließt den Mangel an Mitarbeitern, die unternehmerisch denken und handeln ein, als auch die Organisation selbst, die anders als beim unabhängigen Entrepreneurship, einen wesentlichen Einfluss auf den Intrapreneurship-Prozess hat (Vgl. Menzel, Aaltio, & Ulijn, 2007, S. 740). Es reicht nicht, dass Organisationen nur zum Intrapreneurship aufrufen. Vielmehr muss ein unternehmerisches Klima innerhalb der Organisation geschaffen werden, um unternehmerisches Handeln zu initiieren und zu fördern (Vgl. Kuratko, 2015, S. 386).

Interne und externe Erfolgsfaktoren von Intrapreneurship

Das folgende Rahmenmodell umfasst die praxisüberprüften Erfolgsfaktoren zur Einführung von Intrapreneurship. Es gibt einen Überblick über die Voraussetzungen, die ein Unternehmen erfüllen muss, um Intrapreneurship erfolgreich umsetzen zu könne. Diese müssen unternehmensspezifisch betrachtet und individuell bewertet werden. Innerhalb des Rahmenmodells gibt es sechs Phasen, die es zu durchlaufen gilt. Der ganze Prozess findet innerhalb das Unternehmens statt, wird jedoch von außen durch das Umfeld beeinflusst (Auslöser), bzw. wirkt sich nach außen aus (Wertschöpfung, Skalierung, Auswirkung auf das Umfeld).

Rahmenmodell - Prozess für Intrapreneurship
Rahmenmodell für Intrapreneurship – Quelle: Eigene Darstellung

Phase 1 – Der Auslöser

Wie für jedes neue Projekt innerhalb eines Unternehmens gibt es immer einen Auslöser. In diesem Fall kann dieser sowohl aus dem Umfeld als auch direkt von den Stakeholdern des Unternehmens erfolgen. Für Unternehmen ist es wichtig, zu wissen, was um sie herum passiert, z.B. welche gesellschaftlichen Veränderungen sie tangieren. Als Folge gilt es zu hinterfragen, wie darauf reagiert werden kann, z.B. welche Trends integriert werden können, um damit umzugehen. Mit Intrapreneurship können diese bewusst genutzt werden, um sich den neuen Bedingungen anzupassen.

In vielen Unternehmen gibt es außerdem bereits intrinsisch motivierte Mitarbeiter, die als interne Auslöser funktionieren und Intrapreneurship von innen initiieren. Sie können das jedoch nicht alleine umsetzen und sind daher von zusätzlichen Faktoren abhängig, z.B. kulturelle Faktoren oder die Unterstützung durch die Geschäftsführung.

Phase 2 – Die Kommunikation

Nachdem das Thema durch einen Auslöser angestoßen worden ist, gilt es dies auch zu kommunizieren. Die Kommunikationsphase enthält drei wichtige Variablen: Die Vision, die Motivation und die Information. Um Intrapreneurship initiieren zu können, muss eine Vision bekannt sein, die das Thema Innovation miteinschließt. Jeder Mitarbeiter muss diese kennen, denn auf der einen Seite funktioniert sie als Motivator und auf der anderen Seite zur Information, um einen Fit zwischen der Vision des Unternehmens und der Vision des Mitarbeiters (potenzieller Intrapreneur) sicherzustellen. Denn ohne eine Übereinstimmung besteht die Gefahr, dass Innovationen ziellos und unstrukturiert entspringen oder zum Teil nicht umgesetzt werden.

Phase 3 – Die Voraussetzungen

Nur zu kommunizieren reicht allerdings nicht aus. Für die praktische Umsetzung müssen Unternehmen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Zum einen die organisationalen Voraussetzungen, die eine unternehmerische Struktur mit einem offenen Kommunikations- und Informationsfluss beinhaltet. Dabei geht es um Netzwerkdenken, das eine organisationsübergreifende Zusammenarbeit erlaubt. Zum anderen wird eine unternehmerische Kultur vorausgesetzt. Der Grundbaustein ist hierbei Vertrauen, denn ein zentrales Kriterium für erfolgreiches Intrapreneurship ist die Autonomie des Intrapreneurs, die es ihm erlaubt, selbstständig Entscheidungen zu treffen.

Auch die Mitarbeiter und Führungskräfte müssen unternehmerische Kompetenzen und Einstellungen vorweisen. Erst bei eine Veränderung der infrastrukturellen Voraussetzungen und des Mindsets der Mitarbeiter und Führungskräfte, kann die Güte des intrapreneurialen Outputs gewährleistet werden.

Phase 4 – Die Idee

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können bereits erste Ideen entstehen, in Folge dessen dann das Intrapreneuring initiiert wird.

Phase 5 – Das Intrapreneuring

Phase vier und fünf hängen direkt miteinander zusammen. Hier geht es um die aktive Förderung, Generierung und Ausarbeitung der Ideen, indem die dafür nötigen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Dieser Prozess sollte ausgelagert werden und abseits des Alltagsgeschäfts stattfinden.

Phase 6 – Die Wertschöpfung

Das Ziel von Intrapreneurship ist es, Innovation zu erzeugen, bzw. das eigene Unternehmen innovativer zu gestalten. Es stellt eine Möglichkeit dar, die in Phase 1 identifizierten Chancen und Risiken zu nutzen bzw. zu bewältigen.

Der Mehrwert von Intrapreneurship

Intrapreneurship bietet sowohl einen Mehrwert für das Unternehmen als auch für den Mitarbeiter. Die Förderung von Intrapreneurship bringt den unternehmerischen Geist zurück in die Unternehmen und in Zeiten des Fachkräftemangels und dem Kampf um die besten Talente kann sich dieser neue Geist als wesentlicher Faktor in der Mitarbeiterbindung und Mitarbeiterakquisition erweisen (Vgl. Sons, 2019, S. 133). Das unterstützt auch die verbesserte Reputation, die mit Intrapreneurship einhergeht, denn es zeigt, dass das Unternehmen offen ist für neue Möglichkeiten und steigert damit auch die Mitarbeiterzufriedenheit. Gleichzeitig unterstützt es einen Wissenstransfer und Netzwerkaufbau innerhalb des Unternehmens.

Für den Mitarbeiter umfasst Intrapreneurship eine berufliche und persönliche Weiterentwicklung, Anerkennung und die Möglichkeit eigene Interessen zu verfolgen. Gerade in der Generation Y, die heute den Arbeitnehmermarkt zunehmend einnimmt, ist das Thema Selbstverwirklichung von hoher Bedeutung.

Die Mitarbeiter sind die entscheidende Schlüsselressource, die die Innovationsfähigkeit der Unternehmen von innen heraus stärken. Intrapreneurship ist dabei der Weg, um sie langfristig darin zu befähigen (Vgl. Reiter, 2016, S. 235).

Veränderung, um zukunftsfähig zu bleiben

Intrapreneurship setzt ein Zeichen. Es trägt nicht nur zur Leistungssteigerung des Unternehmens bei, nicht nur zu Stabilität und Wachstum, sondern fördert auch einen Kulturwandel, der sich auf das Verhalten des ganzen Unternehmens überträgt. Besonders traditionelle etablierte Unternehmen müssen lernen, sich ihrem Umfeld anzupassen, denn eine Versteifung nur auf Altbewährtes ist heute nicht mehr tragfähig. Das bedeutet aber nicht, alles Bewährte zu ersetzen. Stattdessen geht es darum, sich zu öffnen und bereit zu sein, sich zu verändern, denn der Kunde tut es und um zukunftsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen nachziehen (Vgl. Werne, 2017, S. 102).

Finden Sie hier die beiden ersten Teile der Artikelreihe zum Thema Intrapreneurship:

Teil 1: Was Ist Intrapreneurship? – Innovationskraft Durch Die Eigenen Mitarbeiter Stärken!

Teil 2: Intrapreneurship – Erhöhung Von Zukunftsfähigkeit Und Innovationskraft

Autoren: Christina Kollinger, Junior Beraterin & Coach, Marketing & Innovation Group und Dino G. Cardiano, Gründer & Geschäftsführender Gesellschafter Marketing & Innovation Group

Als Zukunftsarchitekten und Brückenbauer ermächtigt die Marketing & Innovation Group ihre Klienten, selbstbestimmt die eigene Zukunftsfähigkeit zu erhöhen und unterstützt Unternehmen und Organisationen, • Zukunftsmärkte zu identifizieren, • Zukunfts- und Innovationsstrategien zu erarbeiten und umzusetzen • und durch Zukunfts- und Innovationskompetenz eine stärkere Wettbewerbsposition zu erreichen.

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