Social Media im Ehrenamt – Wie Vereine profitieren

Wie kann man Social Media richtig in Vereinen etc. einsetzen? Wir erklären wie

Laut Bundesministerium des Inneren engagieren sich über 30 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Deutschland freiwillig und unentgeltlich für verschiedene gesellschaftliche Belange. Als Streckenposten bei einer Triathlon-Veranstaltung, Nachhilfe in einer Bildungseinrichtung oder Flüchtlingshilfe: der Einsatz kann vielseitig sein. Doch in der heutigen Zeit ist es immer schwieriger, ehrenamtliche Helferinnen undu Helfer zu finden und auf sich aufmerksam zu machen.

Immer mehr Vereine und Organisationen entdecken somit das Internet für sich. Neben einer eigenen Webseite nutzen immer mehr die verschiedenen Social Media-Kanäle. Aber warum eignen sich Facebook & Co. hier besonders? Die Nutzung des Internets und Social Media spielt, vor allem bei jungen Menschen, in allen Lebensbereichen eine wichtige Rolle. Ein Internetauftritt vom Sportverein, der Ehrenamtliche sucht, darf daher nicht fehlen. Meist ist die Webseite die erste Anlaufstelle, viele werden jedoch auch in den Social Media auf Möglichkeiten aufmerksam. Folgende Punkte sind beim Einsatz von Social Media zu beachten:

Auswahl der relevanten Social Media-Kanäle

Facebook, Twitter, Instagram oder doch lieber LinkedIn? Bei der Auswahl der Social Media-Kanäle ist immer die Zielgruppe zu beachten, die ich ansprechen möchte. So eignet sich Facebook aufgrund der großen Verbreitung für die meisten Vereine und Organisationen zum Gewinn von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, LinkedIn hingegen ist eher für den Businesskontakt oder den Gewinn von Sponsoren geeignet. Es macht durchaus Sinn, zu experimentieren. Es gilt jedoch: lieber wenige gut gepflegte Kanäle, als viele unregelmäßig bzw. schlecht gepflegte Kanäle!

Regelmäßige Posts sind notwendig

Ein wichtiger Aspekt ist bei Social Media-Auftritten natürlich die Aktivität. Eine Seite, deren letzte Aktualisierung einige Wochen oder Monate zurückliegt, wirkt auf die meisten Besucher eher abschreckend. Dabei reicht es schon, wenn ab und zu ein Bild von einer Veranstaltung wie z.B. Mitgliederversammlung gepostet, ein Artikel mit Bezug geteilt oder auf die nächste Veranstaltung hingewiesen wird. Gerade in einem Verein ist es sinnvoll, diese Aufgabe auf mehreren Schultern zu verteilen. Neben der Verteilung der Arbeitslast ist es auch für die Besucher der Seite interessant, verschiedene Perspektiven kennenzulernen. Bei Facebook ist ein Rollenkonzept vorhanden und es ist somit möglich, verschiedene Rollen zu berücksichtigen wie z.B. Administrator und Redakteur. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass z.B. Facebook von Algorithmen bestimmt wird. Hierbei spielt die Häufigkeit der Posts eine wichtige Rolle. „Ruhigere“ Seiten werden nicht so häufig im Newsfeed angezeigt.

Schnelle und einfache Kontaktmöglichkeit

Es ist nicht nur wichtig, dass die Seite gut gepflegt ist und aktuelle Informationen bereithält. Es ist ebenfalls wichtig, dass es jemand gibt, der auf dort eingehende Anfragen antwortet bzw. weiterleitet. Aufgrund der hohen Verbreitung von Social Media ist für viele Nutzer dies der einfachste und schnellste Weg der Kontaktaufnahme. Neben der Beantwortung von privaten Nachrichten gehören auch das Kommentieren und Moderieren von Kommentaren dazu. Eine persönliche Ansprache ist zudem hilfreich bei der Rekrutierung von Ehrenamtlichen, denn vielen Leuten ist es wichtig, dass die Schwelle zum Aktiv werden niedrig ist. Sie fühlen sich durch eine persönliche Einladung direkt angesprochen.

Nicht nur Kontakte zählen, sondern auch die Information

Social Media dienen nicht nur der kontinuierlichen Gewinnung von neuen Followern. Es darf nicht vergessen werden, die Leute bei Laune zu halten, die bereits aktiv sind. D.h. es werden regelmäßig Informationen angeboten, die einen „Blick hinter die Kulissen“ ermöglichen. Dies kann z.B. eine Nachberichterstattung von einem Veranstaltung sein. Denn wer wegen eines Urlaubs oder Krankheit an einer Teilnahme verhindert war, hat auf diese Art und Weise trotzdem das Gefühl, dabei gewesen und ein Teil der Community zu sein. Im Hinblick auf Bindung an den Verein oder die Organisation ist dies ein nicht zu vernachlässigender Punkt. Nur wer sich dort in der Gemeinschaft wohlfühlt, hilft auch gerne aus.

Veranstaltungshinweise

Gerade Facebook eignet sich sehr gut, um Termine von Aktionen oder Veranstaltungen einem breiten Publikum bekanntzumachen. Neben Informationen zu dem jeweiligen Event können Besucher dort ihr Interesse bekunden und weitere Informationen erhalten. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, Veranstaltungen mit einem kleinen Budget bei einer zuvor ausgewählten Zielgruppe zu bewerben. Doch nicht nur bezahlte Werbung ist ein Instrument um Reichweite zu generieren. Auch die Veranstalter selbst und die, die sowieso fest eingeplant, z.B. als Ehrenamtliche, sind sollten über Facebook bei der Veranstaltung zusagen und diese teilen. Auf diese Weise lässt sich die Reichweite deutlich steigern.

Uhrzeit von Postings

Ein nicht zu unterschätzender Punkt beim Erstellen von Postings ist die Uhrzeit. Natürlich ist es in erster Linie wichtig, dass überhaupt Inhalte vorhanden sind. Doch gerade dann, wenn ein wichtiger Post möglichst viele Menschen erreichen soll, kommt es auch auf die richtige Uhrzeit an. Häufig wird empfohlen, morgens, mittags oder abends zu posten. Warum? Morgens auf dem Weg zur Arbeit surfen viele im Internet und versorgen sich mit News. Dasselbe gilt mittags während der Mittagspause oder abends gegen 19.00, wenn man nach einem langen Tag auf der Arbeit sich nochmal an den Computer setzt.

Mehr dazu: Optimale Zeiten für Social Media Posts

Bereits seit ihrer Kindheit von der Digitalisierung und ihren Möglichkeiten fasziniert ist Simone Dogu nun seit vielen Jahren als Projektmanagerin und IT Consultant in diesem Umfeld unterwegs. Um ihr Wissen weiterzugeben lehrt sie zudem an verschiedenen Hochschulen und engagiert sich ehrenamtlich in Vereinen und Verbänden auf Bundesebene.

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