In 6 Schritten zum Online-Shop – Pragmatisch, schnell und einfach

Wie kommt man schnell und vor allem einfach zu einem funktionierenden Online-Shop für sein Unternehmen?

Wie baue ich einen Online-Shop auf? Diese Frage stellen sich viele COVID-19 gebeutelte Unternehmen aber auch KMUs. Doch dank toller Tools und einfachen Integrationen ist es heutzutage schnell und einfach möglich einen funktionierenden Online-Shop in nur wenigen Stunden oder Tagen aufzusetzen.

Wir zeigen hier einfache Schritte auf mit denen man zum eigenen Webshop kommt und wie man möglichst schnell und reibungslos starten kann.

1. Sortiment definieren – Klein starten aber Planen

Wenn ein Online-Shop schnell aufgesetzt werden soll, dann empfiehlt es sich das Sortiment genau zu definieren. Es wird relativ viel Aufwand bedeuten die Produkte zu pflegen, einzugeben und auch zu verwalten. Wenn es schnell gehen soll, dann empfiehlt es sich die best verkauften Produkte zu analysieren (Beispielsweise aus Erfahrung oder auch aus der Analyse der bisherigen Verkaufszahlen) und diese als erstes einzubauen.

Wichtige Punkte/Fragen die man dabei beachten sollte:

  1. Sind die Produkte leicht versendbar oder transportierbar?
  2. Gibt es Produkte die eventuell meist gemeinsam gekauft werden? (Bspw. Mehl und Hefe)
  3. Kann man „Pakete“ schnüren und eventuell mehrere Produkte zusammennehmen? (Bspw. auch mit Rezept, mit Anleitung, mit Ideen etc.)
  4. Haben die Produkte spezielle Anforderungen an Lagerung und Transport? (Zerbrechlich, Gekühlt/Gefroren, können auslaufen etc.)

Leicht ist es sonst auch einfach klein zu Starten und sich dann beispielsweise mit einem Chat auf der Webseite Feedback der Kunden zu holen. Ein weiterer Vorteil von einem kleinen Sortiment ist, dass man die Lager kleiner und effizienter aufbauen kann und es so zu wenig Verwaltungsaufwand kommt.

Speziell wichtig ist diese Vorauswahl der Artikel, um zu sehen welche Art von Webshop und auch welche Funktionen wichtig sind. So könnt ihr schnell sehen, welche Anforderungen wichtig sind und dementsprechend den Rest zusammenstellen.

WICHTIG: Solltet ihr planen ein grössres Produkte-Sortiment online zu verkaufen, dann ist speziell die Wahl der Plattform wichtig, auf welcher ihr euren Webshop aufsetzt. Solltet ihr viele Produkte haben, dann lohnt sich ein der Blick auf die grössren Shopsysteme wie WooCommerce, Shopify, etc. (siehe nächster Abschnitt)

2. E-Commerce Plattform auswählen – Die Software für den Online Shop

Natürlich ist es wichtig, das man bei einem Online Shop eine Plattform hat über welche die Kunden einkaufen können. Zum Glück gibt es heutzutage einfache Lösungen welche meist schon viele automatisierte Integrationen haben und es zu einem Kinderspiel machen einen Online Shop aufzusetzen.

Eine Auswahl guter Systeme für kleinere Webshops (Reihenfolge zufällig)

Wenn ihr einen grösseren Online-Shop plant dann gibt es folgende Möglichkeiten, welche zum Teil wesentlich mehr Features bieten, mehr personalisierung erlauben aber auch dementsprechend mehr Ressourcen brauchen (Kosten, Programmier-Ressourcen etc.)

3. Domain kaufen / einbinden

Wer bereits eine Domain für seine Firma hat, dann kann er diese verwenden. Wenn der Shop separat gehostet wird oder von einem der oberen Anbieter direkt bei sich gehostet wird, dann empfiehlt sich eine Sub-Domain Struktur aufzubauen. Dafür muss ein DNS-Eintrag bei dem Verwalter der Domain gesetzt werden (Am besten ihr sucht bei eurem Domain-Hosting-Anbieter in den FAQs).

Beispiele für Subdomains sind wie folgt

  • shop.deinedomain.com
  • webshop.deinedomain.com

Solltet ihr noch keine Domains besitzen oder eine eigene Domain für den Web-Shop haben, dann gibt es diverse Anbieter bei denen ihr Domains kaufen könnt:

4. Bezahlung einrichten – Payment Gateways

Wer mit seinem Webshop auch abrechnen will und nicht nur alles auf Rechnung machen möchte, der sollte sich auch über die sogenannten Payment Service Provider Gedanken machen.  Viele der oben erwähnten Webshop-Lösungen haben bereits die Bezahl-Dienste integriert. Wer es schnell und unkompliziert machen möchte sollte auf diese zurückgreifen oder auch PayPal benutzen. Die Integration von PayPal (PayPal für Verkauf)ist für viele am einfachsten als erster Schritt, sollte keine andere Lösung integriert sein.

Ansonsten gibt es auch eigene unabhängige Payment Gateways. Oft bieten diese auch Hausbanken an oder spezialisierte Banken. Hier ist neben PayPal noch eine weitere Auswahl an Anbietern:

5. Design und Aussehen des Online Shops

Zwar muss es eventuell schnell gehen, aber ihr solltet nicht auf Design des Webshops verzichten. Habt zumindest schöne hoch auflösende Logos, nutzt schöne Bilder (Hier zu: kostenlose Bilder die man frei verwenden kann) und versucht auch relativ gute Bilder von euren Produkten zu machen.

Design Website – Tipps zum schnellen gestalten

Wenn man kein grosses Budget für Agentur hat und es auch schnell gehen sollte, dann sollte man auf schöne Farben achten. Nutzt sogenannte Komplementärfarben, welche das Erscheinungsbild verbessern und schön für das Auge sind.

Mit schönen Bildern können Webseiten aufgefrischt werden. Dabei kann man professionelle Bilder nehmen. Wichtig ist hier auf die richtigen Lizenzen zu achten. CC0 Bilder sind am besten geeignet und können kommerziell aber auch privat eingebunden und auch verändert werden. 

Produktbilder – Tipps für einfache und schöne Bilder

Wenn es schnell gehen muss, dann genügt ein Handy. Besorgt euch zumindest ein kleines Stativ für das Handy sowie auch 2-3 Lampen für die richtige Ausleuchtung. Man sollte auch einen schönen Hintergrund nehmen (oder einen neutralen wie ein weisses Laken, Holztisch etc.)

Wichtig: Macht Bilder lieber zu hell und bearbeitet diese dann mit Tools nach. Kostenlos auf Canva oder mit Photoshop, das ist euch überlassen.

Zusätzlich solltet ihr eventuell mit kleinen Elementen arbeiten, sollte es zu eurem Produkt passen. Etwas Dekor oder passende Szenerie verleiht dem ganzen einen professionellen Auftritt.

Logo – Ein Brand ist wichtig!

Wer noch kein schönes Logo hat, der sollte einen kleinen Invest machen und eines designen. Es gibt kostenlose/kostengünstige Optionen um neue Logos zu bestellen. Sollte man keine Agentur und kein Budget haben, dann gibt es folgende Services die für wenig Geld ein schönes Logo machen können.

6. Vermarktung – Erste Kunden finden

Wer einen Online Shop hat, der muss natürlich gefunden werden. Es ist unrealistisch zu glauben, dass man bei Google bereits am Anfang auch nur ansatzweise auf die guten Positionen kommt. So empfiehlt sich ein guter Marketing Mix, der schnell gemacht werden kann aus folgenden Elementen

Social Media

Natürlich sind Plattformen wie Facebook, Twitter, Pinterest, LinkedIn etc. super, um potentielle Kunden zu erreichen. Doch wenn man erst die Firmen-Accounts erstellt, dann haben diese noch keine Reichweite. Hier kann man speziell am Anfang den eigenen Account nutzen. Man kann Freunde und Familie fragen, ob diese die Inhalte auch in Gruppen oder sogar auf ihren Feeds verteilen. So erreicht man ohne Geld relativ viele Erstkunden.

Flyer

Der gute alte Flyer hat auch heutzutage nicht ausgedient. Ist zwar etwas Arbeit aber kann sich schnell lohnen. Mit Tools wie Canva könnt ihr schnell einfache Flyer erstellen und diese für nur wenig Geld bei Online-Druckereien bestellen. Am besten nehmt ihr euch dann die Zeit und tragt diese Flyer in eure Nachbarschaft aus, gebt es einigen Freunden für ihre Freunde oder ihr fragt ein paar Freunde, die euch beim verteilen helfen.

Mit 1000 Flyer für 40 Euro und 1-2 Tage Aufwand, kann man so schon mal die erste Aufmerksamkeit erlangen und hoffentlich auch die ersten Verkäufe tätigen.

Online Werbung

Facebook Ads, Google Ads, Instagram Ads (Über Facebook Ads Manager) sind günstige Möglichkeiten, um schnell Kunden zu finden. Wichtig ist hier nicht zu viel Geld auszugeben. Startet mit kleinen Budgets, definiert klare Zielgruppen (Nicht einfach „Alle“ & „Überall“ – das kostet viel und bringtwenig) und versucht es mit mehreren Kampagnen. Generell bieten Facebook, Google etc. noch gute Hilfen für das Aufsetzen von den Ads und so kann man einfach starten.

Einige Tipps für bessere Werbung mit AdWords, Facebook Ads etc.

  • Zielgruppen genau definieren – Setzt lieber auf kleinere Zielgruppen. Analysiert welche Kunden normal zu euch kommen oder wen ihr mit dem Angebot am ehesten Ansprechen wollt. Eventuell gibt es ja auch komplementäre Interessen und Seiten (Bspw. könnte ein Kleidungsshop für Streetwear auf Skateboard Interessierte abzielen)
  • Verschiedene Zielgruppen aufsetzen – Macht für jede Zielgruppe unterschiedliche Bilder oder Angebote. Mit Canva.com könnt ihr kostenlos leicht Grafiken erstellen und anpassen
  • Kleinere Regionen – Setzt die Zielregionen eher genau. Gesamt Schweiz/Deutschland etc. sind meist zu gross und das kostet viel durch die sogenannten Streuverluste
  • Kleine Budgets – Setzt am Anfang auf kleine Budgets und beobachtet was passiert. Sollte eine Kampagne richtig gut gehen, dann kann man jederzeit die Zielgruppe ausdehnen und mehr investieren.
  • Resultate messen – Wichtig ist auch die Resultate der Kampagnen im Auge zu behalten. Für welche Wörter wollt ihr nicht gesucht werden? (z.B. „free“, „gratis“, „kostenlos“ bei den Keywords ausschliessen) – Gibt es Begriffe oder Regionen welche besonders gut laufen? Je besser ihr versteht, wie eure Kampagnen laufen, desto besser könnt ihr steuern.

Fazit zum eigenen Webshop

Wie ihr seht ist es mit wenigen Tagen Aufwand und auch nur wenigen Mitteln möglich einen professionellen Online-Shop aufzubauen.  Wichtig ist am Anfang nicht zu viel auf einmal zu machen, sich zu fokussieren und auch möglichst einfach zu starten. Damit ihr schnell zu einem Erfolg kommt, heisst es aber auch persönliches Engagement zu zeigen, viel mit Marketing zu machen und einem erfolgreichen Webshop steht nichts mehr im Wege.

Jetzt hoffen wir, das ihr bereits die ersten Schritte zum Online Shop eingeleitet habt und wünschen euch viel Erfolg beim Aufsetzen eurer Webshop-Präsenz im Internet!

Serien-Unternehmer seit er erfolgreich mit 13 Jahren die ersten Firmen gründete. Seit jeher hinterfrägt er den «Status Quo» und setzt sich für Innovation, Disruption und neue Ideen ein. Als internationaler Keynote-Speaker, Berater für Firmen und Staaten, Dozent und veröffentlichter Digital Transformation Experte versucht Benjamin international die Themen der Digitalisierung, digitalen Transformation und Innovation voranzutreiben.

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