Entrepreneurship – Wie gründe ich mein eigenes Unternehmen

Entrepreneurship ist nicht so einfach wie man denkt. Aber was braucht es um ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen?

Ein eigenes Unternehmen leiten. Sein eigener Boss sein. Selbstständigkeit und finanzielle Unabhängigkeit. Niemand, der einem sagt, was man zu tun und zu lassen hat. Diesen Traum hatten wir doch alle schon einmal an einem Punkt in unserem Leben, oder?

–  Jaa, ganz so einfach ist die Geschichte dann doch nicht.

Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, viele Start-ups scheitern, weil sie nur den Spaß beziehungsweise den Erfolg sehen, jedoch die wirklich wichtigen Punkte unbeachtet lassen. Sie bedenken oftmals nicht, welches Ausmaß an Arbeit und Frust dahinter steckt. Es reicht nicht, nur eine gute Idee zu haben. Nein, man muss sich auch dahinter setzen, hartnäckig bleiben, Konzepte und Pläne entwickeln und dranbleiben, für Rückschläge gewappnet sein und Geduld für sein Projekt aufbringen. 

Zur erfolgreichen Unternehmensgründung gilt es im Vorhinein einige Überlegungen, sowie Entscheidungen zu treffen.

Die Idee für das eigene Unternehmen

Als Entrepreneur hat man nur dann Erfolg, solange man ein bestehendes Bedürfnis mit seinen Produkten befriedigen kann oder ein neues Bedürfnis erschafft. Unternehmen, die sich neu am Markt behaupten wollen, müssen somit darauf achten, dass ihre Erzeugnisse entweder eine Marktlücke füllen, bereits existente Produkte oder Konzepte von anderen Firmen überarbeiten und verbessern oder qualitativ hochwertigere Artikel produzieren. Eine ebenfalls beliebte Strategie ist die kostengünstige Herstellung und der Verkauf zu niedrigen Preisen. Im Kontrast dazu steht das immer größere und stetig wachsende Umweltbewusstsein der Menschen. Nur in den seltensten Fällen ist es möglich maßgeblich umweltschonend und kostengünstig zu sein. Da der Umweltfaktor gerade jetzt eine immer größere Rolle bei der Produktion spielt, ist es eine gute Möglichkeit seine Firma mit dem Aspekt der Nachhaltigkeit aufzubauen um sich vom Wettbewerb abzuheben. (Disruptive Geschäftsmodelle)

Für den Fortbestand des Unternehmens ist es essenziell, dass mindestens einer diese Punkte auch umsetzbar ist. Dies sollte bei der Gründungsidee bedacht werden. 

QuickSpeech hat es mit seiner App geschafft einerseits ein vorhandenes Bedürfnis zu stillen und andererseits schon bestehende Konzepte verbessert. Bei dem Produkt handelt es sich um eine Wissensvermittlungs-App, mit der Firmen ihre Mitarbeiter und Lehrlinge bei der internen Aus- und Weiterbildung spielend unterstützen können. Da Betriebe laufend nach den innovativsten und besten Möglichkeiten suchen ihre Mitarbeiter so schnell, wie möglich einzuschulen, ist definitiv ein Markt für diese Art von Produkt vorhanden. Das Neuartige an QuickSpeech ist der Fokus auf junge Menschen, für welche die Lerninhalte ganz speziell entwickelt und ausgelegt werden.

Finanzierung

Man kann die beste Idee der Welt haben, aber, wenn es nicht gelingt ausreichende Geldquellen ausfindig zu machen, scheitert der Traum der Unabhängigkeit noch während der Entstehung.

Selbstverständlich wäre es ideal, die eigene Firma ausschließlich selbst finanzieren zu können und auch in Zukunft aus dem eigenen Cashflow zu leben. Dies wäre das Best-Case Szenario, in der Realität ist dies aber nicht immer leicht. In der Regel wird zu Beginn ein Investorennetzwerk, wie beispielsweise primeCROWD (Österreich, Deutschland), SICTIC (Schweiz) oder Business Angel Network Deutschland (Deutschland)  integriert, Gesellschafter gesucht oder ein Kredit aufgenommen. Eine Alternative zum Kredit wäre eine Fundraising Kampagne. Hierzu zählen unter anderem Seiten wie Kickstarter oder auch die Investments von Business Angels. Eine Fundraising Kampagne wird im Durchschnitt alle eineinhalb Jahre gestartet. Es dauert allerdings ungefähr ein halbes Jahr bis die Geldsumme erreicht und ausgeschüttet wird. Ein Fundraising sollte somit immer rechtzeitig starten, bevor das Geld ausgeht. Ein Finanzplan, regelmäßige Liquiditätspläne und die laufende Erfassung von Ausgaben und Einnahmen sind essenziell wichtig um eine Zahlungsunfähigkeit frühzeitig zu erkennen, und Schritte einzuleiten, die diese verhindern.

Gründungsmotivation 

Warum möchte ich denn überhaupt ein Unternehmen gründen?
Das können die verschiedensten Motivationsgründe sein, angefangen mit dem Glauben an das eigene, neue Produkt, über das spannende und interessante Umfeld des Start-ups bis hin zu dem Wunsch der finanziellen oder beruflichen Unabhängigkeit. Aus profitorientierten Motiven eine Firma zu Gründen ist definitiv möglich, sollte jedoch nicht der einzige Grund sein. Vor allem mit dem Vorhaben, diese langfristig zu leiten, anstatt sie gegen viel Geld zu verkaufen. Auch jene die lieber ihr eigener Vorgesetzter sein wollen, müssen sich darüber im Klaren sein, dass dies nicht ganz der Realität entspricht. Sogar als Unternehmensleiter ist man dazu gezwungen sich mit anderen abzusprechen und Kompromisse einzugehen. Besonders bei strategischen Entscheidungen ist es notwendig sich mit Beteiligten, Investoren und Stakeholdern abzustimmen.

Wie wichtig die anfängliche Motivation sein kann, hat mir schon zu Beginn meine Zeit bei whatchado gezeigt. Obwohl es auch Förderer gab, war es heftig, wie viel Gegenwehr es Seitens von Experten, aber auch von Bekannten und Familie gab.

“Wozu braucht man den sowas?” | „Das wird niemanden Interessieren.“ | „Damit werdet ihr keinen Erfolg haben!“

Ja, solche Sätze haben wir des Öfteren zu hören bekommen. Aber trotz der Kritik und der Zweifel haben wir nicht aufgegeben und weitergemacht. Hätten wir nicht die nötige Motivation gehabt, wären wir nicht voller Überzeugung hinter der Idee gestanden, dann würde es whatchado heute nicht geben. 

Planung und Umsetzung

Eine gewissenhafte Unternehmens- und Tagesplanung kann der Schlüssel zu einem produktiven und erfolgsgekröntem Unternehmen sein. Aber wo genau fängt die Planung denn eigentlich an? 

Bevor die Arbeitsplanung beginnt, ist es unverzichtbar den optimalen Unternehmensstandort auszuwählen. Wer hier einen Fehler macht, wird wahrscheinlich schon nach kurzer Zeit zum Umzug gezwungen sein. Um dies zu verhindern, gibt es einige Kriterien, die dabei helfen den richtigen Unternehmenssitz auszusuchen. Zu großen Teilen ist der ideale Standort  jeder Firma von der Idee abhängig, abgesehen davon sind auch die Konkurrenz, die Partner und das Image elementare Faktoren. Abhängig vom Produkt kann auch die Zielregion entscheidend sein.
Ist dies erledigt, beginnt die Suche nach der effizientesten Arbeits – und auch Herstellungsmethode. Dieser Punkt wird einige Zeit und kreatives Denken in Anspruch nehmen, ebenso wird er sich laufend weiterentwickeln und verändern. Es ist zwar auf gar keinen Fall notwendig, immer auf die neuesten Maschinen, Tools oder Techniken upzugraden, trotzdem gilt es nicht komplett auf die Modernisierung zu verzichten. 

Marketing und auch die Marktforschung sind ebenso etwas, an dem stetig gearbeitet werden wird. Zunächst kommt das Definieren der Marketingziele, wo steht das Unternehmen und wo soll es hin, was will am Schluss erreicht sein. Grundsätzlich wird zwischen psychologischen Marketingzielen und ökonomischen Marketingzielen unterschieden. Diese Ziele können etwa in den Bereichen Produkt, Online Marketing, Vertrieb oder auch Kommunikation liegen. Das Setzen genau terminierter, strukturierter und auch ebenso realistisch umsetzbarer Ziele ist etwas, das Unternehmen jeder Größenordnung machen sollten. Auf diese Art ist es möglich, Ressourcen gezielter einzusetzen und im besten Fall sogar einzusparen. Sind definierte Ziele vorhanden, geht es nun an das konkrete Auswählen der Marketingstrategien. Dafür gibt es eine  Reihe unterschiedlicher Strategien, wie beispieleise Social-Media-Marketing, Guerilla-Marketing oder Influencer-Marketing. Zu beachten ist, jedes Ziel benötigt seine eigene Strategie.

Ich persönlich nutze unter dem Begriff Marketing-Mix einen standardisierten Ablauf aus gleichzeitig oder aufeinander aufbauendenden online und offline Aktivitäten, um meine Ziele betreffend der Marktdurchdringung und Markenbekanntheit zu erreichen.  Darunter  fallen eine conversion-optimierte Webseite, Social-Media-Marketing, SEO & SEM Maßnahmen, Medienkampagnen, Speaker-Auftritte bei Events und vor allem persönliche Weiterempfehlungen. Entscheidend bleibt dabei aber weiterhin eine profunde Markt- & vor allem Wettbewerbsanalyse, dem „Effective Research Process“, wie ich ihn nenne. Diese zielt darauf ab, national und international, das Konkurrenzumfeld ausführlich zu studieren, das Suchverhalten von Kundensegmenten zu evaluieren und Online-Auftritte der Konkurrenz, mit Programmen wie SimilarWeb, zu analysieren.

Zusätzlich zu den Marketingstrategien folgt die Auswahl der Verkaufsstrategie. Sobald ein Verkäufer ins Spiel kommt, beispielsweise bei B2C und vor allem bei B2B, sind diese notwendig. Abhängig von Produkt, individuellem Käufer und Setting variiert die Strategie. Viele denken bei Verkauf geht es um die Kundenmanipulation, tatsächlich geht es darum, den Kunden zu überzeugen. Verkaufsstrategien beruhen maßgeblich auf psychologischen Hintergründen und Verhaltensweisen, die Schwierigkeit besteht darin für jeden Kunden die richtige Herangehensweise herauszufinden.

Also um ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen benötigt es zunächst eine Idee, die die Menschen begeistert. Die richtige Motivation und das Engagement sein Unternehmen auch langfristig zu leiten sowie ausgewählte Strategien und die richtigen Pläne. Zusätzlich noch mit dem richtigen Standort und einer vernünftigen Finanzierung steht der Gründung eigentlich nichts mehr im Weg.

Allerdings geht nicht nur die Gründung mit einigen Hindernissen einher, auch die Unternehmensführung will gekonnt sein, mehr dazu im nächsten Artikel.

By: Yvonne Maria Göstl & Kambis Kohansal Vajargah

Kambis Kohansal Vajargah ist Entrepreneur, Company Builder und Startup Mentor. Er unterstützt Startups in der frühen Entwicklungsphase bei der marktreifen Umsetzung ihrer Ideen. Zu seinen erfolgreichen Unternehmungen zählen Startups, wie Carployee und die Softwareschmiede vendevio. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeiten liegt in den Bereichen digitales Marketing, strategische Unternehmensentwicklung und Leadership Management. Vom World Economic Forum zum europäischen Digital Leader ernannt, treibt er als aktive Kraft die Digitalisierung Europas voran. Sein Motto: Believe. Execute. Learn

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