17+ Kostenlose Digital-Marketing-Massnahmen für KMU

Wichtige und einfach umzusetzende Digital-Marketing-Massnahmen, welchefür jedes Unternehmen und KMU geeignet sind.

Ein Unternehmen sollte sich anfangs auf grundlegende und kostenlose Digital-Marketing-Massnahmen fokussieren. Erst danach lohnt es sich, Geld für beispielsweise Werbung auszugeben. Dazu zählt auch, dass zuerst die eigene Digital Marketing-Infrastruktur optimiert und aufgeräumt wird.

„Mit Digital Marketing werden mittels dem Internet sowie mit digitalen Technologien und Plattformen verschiedene Produkte und Dienstleistungen vermarktet.“ So wird es in etwa auf Wikipedia und auf vielen anderen Seiten erklärt. Dabei geht leider vergessen, dass Digital Marketing noch viel mehr kann als nur Vermarkten und Verkaufen.

Digital-Marketing-Massnahmen können beispielsweise die Human Ressource-Abteilung und das Kommunikations-Team unterstützen sowie Kunden verschiedene digitale Services anbieten. Nachfolgend sind einige Ziele aufgelistet, welche mit Digital Marketing erreicht werden können.

Digital-Marketing-Ziele verstehen

Mit ausgewählten Digital-Marketing-Massnahmen können verschiedene Ziele erreicht werden.

  • Angebotserweiterung (long tail)
  • Bekanntheitsgrad erhöhen
  • Digitale Services anbieten
  • Image verbessern
  • Kunden gewinnen & binden
  • Passendes Personal finden und Employer-Branding
  • Prozessoptimierung
  • Verbesserte interne und externe Kommunikation
  • Verkäufe steigern
  • Weitere Absatzkanäle anbieten
  • Zusätzliche Kommunikationskanäle nutzen

Grundlegende Digital-Marketing-Massnahmen

Ein Unternehmen sollte sich anfangs auf grundlegende und kostenlose Digital-Marketing-Massnahmen fokussieren, vor allem wenn das Marketing-Budget klein ist. Erst danach lohnt es sich, Geld für beispielsweise Werbung auszugeben. Zusätzlich sollte die eigene Digital-Marketing-Infrastruktur aufgeräumt und optimiert werden. Dies betrifft unter anderem die Website, die Social Media-Kanäle, den Newsletter, die Tool-Landschaft sowie auch die eigene Strategie und die Konzepte. Ergänzend sollte mittels von Analysen die vergangenen Digital-Marketing-Massnahmen auf ihre Effektivität überprüft und bewertet werden.

Digital-Marketing-Modell

Das Digital-Marketing-Modell gibt einen Überblick über alle Komponenten, welche für das Digital Marketing benötigt werden. Mit dem Modell kann zudem eine Strategie erarbeitet werden. Erst danach sollte mit dem Optimieren und dem Umsetzen von Digital-Marketing-Massnahmen begonnen werden. Die Digital-Marketing-Strategie basiert auf einer aktuellen Unternehmensstrategie. Darauf basierend kann diese im Einklang mit der Marketing-Strategie erstellt werden. Dabei gibt es Themen abzudecken wie die Analyse, der Markt, die Segmente, die Ziele, die eigenen und benötigten Ressourcen sowie das Budget und die Roadmap (Zeitplan).

Auf dieser Grundlage folgt die Erstellung der Personas, deren Customer Journey und die Keyword-Recherche für das Digital Marketing. All diese Vorarbeiten dienen dem Content Marketing. Sobald die Content-Marketing-Strategie erarbeitet wurde, kann entschieden werden, welche Digital-Marketing-Massnahmen umgesetzt und welche Kanäle bespielt werden sollen.

Digital-Marketing-Modell Beispiel
Digital-Marketing-Modell Beispiel – Quelle: Atelier GoLive GmbH

Nebst den Kernelementen beinhaltet das Digital-Marketing-Modell zusätzlichen Komponenten wie Tools (Software), externen Agenturen sowie Konzepte und Kampagnen. Damit der Erfolg gemessen werden kann und bessere Entscheidungen getroffen werden können, wird eine Analyse-Infrastruktur benötigt. Daraus können automatisiert aussagekräftige Reportings erstellt werden. Diese helfen, die durchgeführten Digital-Marketing-Massnahmen sowie Kampagnen stetig zu optimieren.

Digital-Marketing-Infrastruktur aufbauen

Nebst der eigenen Website und vielleicht einem Newsletter-Tool werden weitere Tools benötigt, um das Maximum herausholen zu können. Dabei geht es darum, die User und deren Verhalten besser verstehen zu können. Dadurch können passendere Inhalte mit einer besseren Qualität mittels verschiedener Digital-Marketing-Massnahmen den Zielgruppen angeboten werden. Dies erhöht die Reichweite und das Unternehmen wird besser im Internet gefunden. Abschliessend können Tools auch einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Website beitragen. Nachfolgend sind einige Tools aufgelistet, welche in der Digital-Marketing-Infrastruktur nicht fehlen dürfen.

Google Search Console

Mit der Search Console kann die Website-Präsenz bei der Google Suchmaschine verwaltet werden. Ausserdem gibt es Auskunft über die Indexierbarkeit sowie Sicherheitslücken.

Google Analytics

Mit Google Analytics können die Website-Besuchende anonym erfasst werden. Dabei gibt Google Analytics Auskunft darüber, wer die Website besucht (demografische und qualitative Angaben), was die Personen auf der Website machen und wie bzw. von wo die Person auf die Website gekommen sind. Letzteres bedeutet, ob die Besuchende über eine Suchmaschine, eine andere Website, mittels einem Newsletter, URL-Eingabe im Browser oder über Social Media auf die Website gelangt sind.

Hotjar

Mit den Heatmaps von Hotjar kann herausgefunden werden, was die Website-Besuchende klicken und wie sie navigieren. Das hilft, um einzelne Seiten, klickbare und nicht klickbare Elemente sowie um die Navigation zu verbessern.

Hotjar Heatmap einer Webseite
Eine Heatmap von Hotjar Desktop-Ansicht – Quelle: Hotjar

Google Tag Manager

Mit dem Tag Manager können die obigen Tools schnell und einfach eingebunden sowie verwaltet werden, ohne dass im Website-Code etwas verändert werden muss. Zudem können weitere Tracking-Codes und Conversion schnell integriert werden. Für die Einbindung vom Google Tag Manager muss einmalig ein Snipped im Website-Code eingefügt werden.

Google Data Studio

Das kostenlose Data Studio von Google ist eine webbasierte Software zur Visualisierung von Daten. Damit können Dashboards für verschiedene Marketing-Reports erstellt werden. Die KPIs können mittels verschiedenen interaktiven Diagrammen und Tabellen dargestellt werden. Das Data Studio kann Daten von über 800 Quellen verarbeiten. Beispielweise können Daten von der Website, von Social Media-Kanälen, von Newsletters, Datenbanken und diversen Ads-Formate verwendet werden.

Google-Data-Studio-Dashboard
Ein Beispiel-Dashboard mit Google Data Studio – Quelle: Google / Atelier GoLive GmbH

Tipp: Bevor sich jemand für ein kostenpflichtiges Tool entscheidet, sollten zuerst die Anforderungen (was wirklich gebraucht wird) definiert und eine Evaluation durchgeführt werden. Hinzukommend ist es empfehlenswert, die kostenlose Testphase zu nutzen, welche viele Hersteller von Tools anbieten. In dieser Testphase sollten die Anforderungen sowie definierte Use Cases überprüft werden.

SEO – gratis Website-Traffic

SEO (Search Engine Optimization) dient zur Erhöhung der Sichtbarkeit einer Website bei den Suchmaschinen wie Google. Des Weiteren hilft es, dass die Website möglichst von den definierten Zielgruppen bzw. Personas gefunden wird. Übrigens, ein Grossteil der Website-Besuchenden gelangen über eine Suchmaschine auf die Website. Die meisten nutzen dabei Google.

SEO – Top 10 der einfachen Massnahmen

  1. SSL-Zertifikat einrichten und http:// auf https:// weiterleiten
  2. Website-Analyse mit einer Software durchführen
  3. Sitemap erstellen
  4. Bei Search Console anmelden und einrichten
  5. Ladegeschwindigkeit verbessern
  6. Feedback zur Website einholen – Benutzerfreundlichkeit verbessern
  7. Anhand Keyword-Recherche passende Inhalte für Personas erstellen
  8. Alle Metatags einfügen
  9. Bei Google My Business anmelden
  10. Wertvolle Backlinks erstellen

Backlink-Ideen

Um eine Relevanz und eine höhere Bekanntheit für die Suchmaschinen zu erhalten, ist es wichtig, dass andere Websites auf die eigene Website verlinken bzw. referenzieren. Nachfolgend sind einige Backlink-Ideen aufgeführt:

  • Branchenverzeichnisse
  • Digitale Inhalte für andere zur Verfügung stellen
  • Gastbeiträge
  • Interviews
  • Kunden-/Partnerseiten
  • Verbände
  • Präsentationen veröffentlichen (slideshare.net, …)
  • Social Media-Unternehmensseiten sowie Posts (Beiträge)
  • Search.ch, bingplaces, yelp, wlw.ch

Tipp: Es sollten möglichst nur Websites und Verzeichnisse berücksichtigst werden, welche (inhaltlich) relevant sind und ein gutes Siteranking haben. Das Siteranking kann mittels Sistrix herausgefunden und verglichen werden. Des Weiteren ist nicht empfohlen, irgendwelche SEO- oder Backlink-Pakete zu kaufen – auch nicht von bekannten Internet-Providern.

Weitere SEO-Massnahmen sind im folgenden Artikel aufgeführt: SEO Grundlagen – 22 Basics beim Webseiten optimieren

Website-Inhalte

Nebst Informationen zum eigenen Unternehmen und den Produkten und Dienstleistungen sollten weiterführende Inhalte mit Mehrwert für die Kundschaft publiziert werden. Dies können Anleitungen, Blog-Beiträge, Erklär-Videos, Gast-Beiträge (von anderen Nutzern und Unternehmen), Präsentationen, Tools/Werkzeuge (für wiederkehrende Besuchende), Events und Webinars sowie White Papers sein.

Zudem lohnt es sich bereits im Vorfeld Gedanken zu machen, welche Inhalte über das Jahr erarbeitet und veröffentlicht werden sollten. Dies vereinfacht das ganze Content Marketing und hilft bei der Planung von Digital-Marketing-Massnahmen. Folgende Content-Ideen können genutzt werden:

  • Feiertage
  • Die eigene Geschichte
  • Gesellschaftliche Events
  • Herstellung von Produkten
  • Mitarbeitende erklären ihren Job
  • Politische Themen
  • Premiere von Produkten
  • Use Cases
  • Weltbewegendes/Aktuelles

Google My Business

Wenn das Google My Business eingerichtet und ausgefüllt wird, kann das Unternehmen rechts bei den Suchresultaten sowie auf Google Maps dargestellt werden. Dabei erscheinen die Kontaktinformationen, das Logo, Produkte und Dienstleistungen, die Bewertung, Wegbeschreibung, Fotos vom Unternehmen und Produkten. Darüber hinaus können Artikel auf Google My Business veröffentlicht werden – ähnlich wie auf Social Media. Dies Fördert das Vertrauen durch Kompetenz, welches mittels den Artikeln vermittelt wird. Ergänzend können so mehr Personen und potenzielle Zielgruppen erreicht werden. Dadurch kann es mehr Interaktionen und Conversions geben.

Google My Business-Artikel bei der Google Suchresultateseite
Google My Business-Artikel bei der Google Suchresultateseite – Quelle: Atelier GoLive GmbH

Kunden-Bewertungen

Positive Bewertungen schaffen Vertrauen. Zudem vergleicht die Kundschaft vermehrt verschiedene Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen. Dabei sind Bewertungen und Kommentare ein wichtiges Vergleichskriterium. Um möglichst viele positive Bewertungen zu erhalten, müssen zufriedene Kunden motiviert werden, dass sie eine Bewertung abgeben. Dabei zeigt die Erfahrung, dass die Kundschaft überzeugt werden muss, dass sie sobald als möglich bewerten. Ansonsten nimmt die Bewertungsrate drastisch ab. Beispielweise sollte die Kundschaft gleich nach dem Abschluss einer Dienstleistung diese vor Ort bewerten. Bewerten kann die Kundschaft ein Unternehmen auf der Google Suchresultateseite und auf Google Maps, aber auch auf spezifischen Seiten wie Kununu, ProvenExpert, TripAdviser, trustpilot und viele mehr.

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Kunden-Bewertungen – Foto Tumisu von Pixabay

Newsletter-Automation

Newsletter-Tools werden intelligenter und bieten inzwischen Automation-Funktionen an. Diese können dazu genutzt werden, um automatisiert und individualisiert E-Mails an die Zielgruppen zu versenden. Je nach Anzahl Kontakte sind diese auch mit der Gratis-Version nutzbar. Dabei kann die Newsletter-Automation für folgendes eingesetzt werden:

  • Dankes-Mail
  • Erinnerungen (Event, Meeting)
  • Geburtstag
  • Lange nicht mehr gekauft
  • Mail nicht geöffnet
  • Warenkorbabbruch

Bekannte Newsletter-Tools mit einfachen Automation-Funktionen sind das europäische Tool sendinblue sowie das amerikanische MailChimp.

Social-Media-Unternehmensseiten

Anhand des Digital-Marketing-Modells und der erarbeiteten Strategie sollten Unternehmensseiten auf ausgewählten Social-Media-Plattformen erstellt werden. Dabei können, wie bei Google My Business, die Kontaktdaten, Beschreibung des Unternehmens sowie die Produkte und Dienstleistungen, Website-Link, Jobs, Events, Fotos, Videos sowie Artikel und Posts veröffentlicht werden. Die Inhalte sowie die Beschreibung sollte aufgrund der Keyword-Recherche des erarbeiteten Content Marketings erstellt werden.

Tipp: Es sollte nur Relevantes für die Zielgruppen veröffentlich werden und nicht Inhalte, was das Unternehmen aus sich aus gerne veröffentlichen möchte.

Social Media und eCommerce

Wenn ein Unternehmen online verkaufen will, können auch die Social-Media-Kanäle genutzt werden. Die Social-Media-Shops können anstelle eines eigenen Onlineshops oder als Ergänzung genutzt werden. Kostenlose Onlineshops bieten die Social-Media-Plattformen Facebook Shops, Instagram Shopping, Pinterest Shop sowie das Google Merchant Center. Die Produkte können manuell oder automatisiert per Feed gelistet werden. Ein erfolgreicher Verkauf ist kostenlos, nur wenn die Produkte beworben werden sollen, muss dafür gezahlt werden.

Social-Media-Interaktionen fördern

Wenn ein Post gelikt, geteilt oder kommentiert wird, erhöht das die Reichweite des Posts. Ein Unternehmen mit vielen Mitarbeitenden, einem Partner-Netzwerk und einer Community kann diese motivieren, mit dem einen oder anderen Post zu interagieren. Dadurch kann sich die Reichweite signifikant erhöhen. Auch kann die eigene Familie und das eigene Netzwerk dazu genutzt werden. Beispielsweise sollte ein herstellendes Unternehmen, welches seine Produkte über viele einzelne Fachhändler verkauft, diese per Newsletter auffordern, einen spezifisch Post zu liken und zu kommentieren. Dies kann für beide zu einer Win-Win-Situation, wenn dadurch das Produkt von den Endkonsumenten stärker nachgefragt wird.

Fazit zu kostenlosen Digital-Marketing-Massnahmen

Mit kostenlosen Digital-Marketing-Massnahmen kann sehr viel erreicht werden, bevor zusätzlich Geld investiert werden muss. Wichtig ist dabei, dass zuerst eine Digital-Marketing-Strategie erarbeitet und die Digital-Marketing-Infrastruktur optimiert wird. Ergänzend lohnt es sich, aktuelle Digital Marketing Trends anzuschauen. Dadurch ergeben sich weitere Ideen für erfolgreiche Digital-Marketing-Massnahmen. Wer dann all diese Möglichkeiten ausgeschöpft hat, kann beginnen, kostenpflichtige Massnahmen umzusetzen. Dabei sollte zuerst herausgefunden werden, welche Investition in das Digital Marketing den grössten Nutzen für das Unternehmen sowie für deren Zielgruppen hat.

Simon Flück ist spezialisiert auf Digital Marketing Themen. Seine Faszination für die digitalen Möglichkeiten motiviert ihn, sich stetig mit digitalen Trends auseinanderzusetzen. Als Digital Marketer arbeitet er im nationalen und internationalen B2B- und B2C-Umfeld. Mit seiner Digital Marketing Agentur Atelier GoLive GmbH hilft er KMU beim Aufbau und Weiterentwickeln der Digital Marketing Infrastruktur und diese zu verwenden.

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