Headless CMS für Content Management

Wie Content Management zum Wachstumstreiber für Marken wird und wobei Headless CMS helfen kann

Die Bedeutung von digitalen Kanälen für Marken ist unbestritten. Wenn ein Unternehmen in diesem Umfeld Nutzer:innen zu Kund:innen machen möchte, muss es heutzutage deutlich mehr bieten, als einfache Produkte oder reißerische Kaufangebote. Der Schlüssel sind digitale Erlebnisse, die den User bewegen, emotional an eine Marke binden und so ganz wesentlich zum Wachstum von Brands beitragen. Innovative Technologien können dabei ein wesentlicher Treiber sein – auch im Bereich Content Management.

Glaubt man der “20-2-20”-Regel, müssen Unternehmen bei der Gewinnung von Kund:innen im Internet ganz schön auf Zack sein. Um einen Lead in eine Conversion zu verwandeln, bleiben Unternehmen ab dem Zeitpunkt des Webseiten-Besuchs genau 20 Sekunden, um Aufmerksamkeit zu wecken. Anschließend zwei Minuten, um Engagement anzuregen und schließlich 20 Minuten, um eine Beziehung zur/zum Kund:in aufzubauen.

Doch welche Kriterien muss ein Webauftritt erfüllen, um eine:n fremden Nutzer:in in nur 20 Sekunden so zu überzeugen, dass sie/er am Ende tatsächlich kauft? Die Gründe sind vielfältig, doch ausschlaggebend sind neben packenden Inhalten und starkem Design auch technische Faktoren wie kurze Ladezeiten oder ein übersichtlicher Seitenaufbau. Tatsächlich entscheidend nicht nur das Frontend über den Erfolg bei der Ansprache von Kund:innen, sondern auch ein reibungslos funktionierendes Backend.

Eine zeitgemäße Technologie-Lösung, die beide Ebenen berücksichtigt, sind Content Management Systeme, die nach dem Headless-Prinzip funktionieren.

Wie funktioniert ein Headless CMS

Hinter dem Begriff Headless Content Management System, kurz Headless CMS, verbirgt sich in der Regel  Backend-Content-Management-Systeme, welche als Content-Repository aufgebaut sind und Inhalte über bestimmte Schnittstellen – RESTful-APIs oder GraphQL-APIs – für die Anzeige auf allen beliebigen Endgeräten zugänglich macht. Der Begriff „headless“ bedeutet: der „Kopf“ als das Frontend in Form der Website wird vom „Körper“, dem Backend (Content-Repository) getrennt.

Das Gegenstück zu einem Headless Content Management System wird oft als monolithisches, reguläres oder gekoppeltes CMS bezeichnet. Ein Headless CMS kümmert sich also nicht darum, welcher Content wo angezeigt wird. Vielmehr sorgt der Ansatz dafür, dass Developer ein flexibles Gerüst für digitale Experiences entwickeln und bereitstellen können und Content-Redakteur:innen die Möglichkeit haben, dieses Gerüst schnell und effizient mit Geschichten zum Leben zu erwecken.

In der Praxis heißt das: Entwickler:innen erstellen flexible Komponenten bereit, die von Content-Teams mithilfe eines visuellen Editors und im Rahmen anpassbarer Workflows unabhängig verwaltet und bespielt werden. Im Vergleich zu monolithischen Systemen kann einmal bearbeiteter Content so flächendeckend in allen Kanälen ausgespielt werden: auf Websites, Mobile, in IoT- und AR/VR-Anwendungen sowie auf allen anderen Plattformen.

Eine basic headless CMS Struktur
Eine basic headless CMS Struktur – Quelle: Dominik Angerer

Was sind die Vorteile eines Headless CMS?

Da man bei einem Headless CMS den Kopf von seinem Technologie-Stack trennt, sind Entwickler:innen nicht an ein bestimmtes Backend gebunden und können die gesamte Webseite auf Basis der bereitgestellten REST- oder GraphQL-APIs flexibel und individuell programmieren. Diese Herangehensweise ermöglicht Entwickler:innen auch, mit Technologie-Lösungen zu arbeiten, mit denen sie bereits vertraut sind.

Statt sich also von Grund auf in ein neues, monolithisches CMS einzuarbeiten – inklusiver sämtlicher technischer Herausforderungen – haben Developer mehr Zeit, eine Webseite etwa auf technische Faktoren wie Pagespeed und Webvitals zu optimieren. Zudem bietet ein Headless CMS den Vorteil, Teile einer Website zu relaunchen oder eine neue Tech-Lösung an bestimmter Stelle zu implementieren, ohne dass andere Bereiche davon betroffen sind.

Monolithisches
CMS
Headless
CMS
Plattformunabhängigkeit nein ja
austauschbares Technologie-Stack nein ja
Omnichannel Support nein ja 
API first Ansatz nein ja
„Plugin Apokalypse“ ja nein
Lokalisierung ja ja
Wartbarkeit des Codes nein ja

 

Wie profitieren Marken und Konsumenten?

Kund:innen verlangen von Marken stärker denn je einzigartige, anspruchsvolle digitale Erlebnisse. Ein Headless CMS ermöglicht es Entwickler:innen, Marketern und Content Managern, digitale Inhalte auf einfache und intuitive Weise in Form einzelner Content-Blöcken zu erstellen – ein einziges Mal für alle Plattformen, auf denen eine Marke präsent ist. Ganz im Sinne eines “Omnichannel-Erlebnisses”. Ein Headless CMS beschränkt sich also nicht nur auf Websites, sondern schließt alle anderen Kanäle, in denen ein Nutzer:innen mit einer Marke in Berührung kommt, ein.

Zweifellos kann das richtige CMS als Wachstumstreiber für Unternehmen fungieren. Nehmen wir das Beispiel Internationalisierung: Während mit einem traditionellen CMS für jeden Zielmarkt eine eigene Webseite mit eigenem Code erstellt werden muss, können über ein und dasselbe Headless-Backend. Inhalte in mehreren Sprachen veröffentlicht werden. So reduzieren Marken den Wartungsaufwand massiv und machen ihr Content Management deutlich effizienter.

Wann lohnt sich der Einsatz eines Headless CMS?

Ein “kopfloses” Setup eignet sich insbesondere für Unternehmen, die die digitale Sichtbarkeit ihrer Marke stärken wollen. Darüber hinaus sind Headless-Systeme prädestiniert als Basis für Websites mit hohem Traffic und vielen Transaktionen bzw. solche mit einem großen Volumen an Inhalten sowie komplexen Anforderungen an die Verwaltung. Die Zeit, die Unternehmen mit einem Headless CMS gegenüber einem monolithischen CMS sparen, können sie zudem nutzen, um sich auf Inhalte zu konzentrieren und außergewöhnliche Markenerlebnisse zu schaffen.

Unternehmen verfolgen mit ihrer Online-Strategie unterschiedliche Ziele, weshalb die Frage nach dem richtigen CMS nicht pauschal beantwortet werden kann. Klar ist: Der Headless-Ansatz bietet Unternehmen ideale Voraussetzungen, um in mehr als nur einem digitalen Kanal präsent zu sein – und damit die Chance zu wahren, seine Kund:innen und alle, die es werden sollen, am jeweils idealen Touchpoint mit dem passenden Content zu begeistern.

Dominik Angerer ist Co-Founder und CEO von Storyblok. Nachdem er für große Agenturen als Full-Stack-Entwickler gearbeitet hatte, gründete er das Unternehmen im Jahr 2017. Dominik ist aktives Mitglied in der Open-Source-Community und einer der Organisatoren von StahlstadtJS.

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