Maschinen führen in der Zukunft – Digital ohne Mensch?

Warum ist es wichtig, den Mitarbeiter bei allen Veränderungen mit einzubinden.

In der heutigen Zeit sind Tools, die Arbeitsprozesse und Aufgaben ersetzen sollen, das Mas aller Dinge und der Antreiber in der Wirtschaft. Egal in welcher Branche, Märkten, Berufsbilder etc., alles wird mit smarten Tools überschwemmt. Die Funktionen dieser Helferlein werden von Dienstleistern in Zusammenarbeit mit den Unternehmern definiert und den Nutzern, den Mitarbeitern, kalt serviert. Die Definition erfolgt meistens ohne tiefgründige Rücksprache mit den Anwendern und enthält Funktionen, die häufig für den anzuwendenden Prozess gar nicht oder nur in Stücken einsetzbar ist. Wir reden hier von der Praxis und nicht von der blanken Theorie, diverse Presseberichte aus der Wirtschaft prangern diesen Makel an. Im Reinraum und auf den Testsystemen, sieht die Welt in Ordnung aus – beim produktiven Einsatz kommen die Wehwehchen. Ganze Horden an Beratern und Systemhäusern haben in diesem Segment Fuß gefasst und treiben sehr aktiv dieses Vorhaben voran, die Unternehmen smarter zu machen und für die Zukunft gerüstet zu sein. Wer aber bei dieser Treibjagd auf der Strecke bleibt oder sich gar nicht jagen lässt, ist der Mitarbeiter. Warum ist das so?

Der Mitarbeiter steht (nicht) im Mittelpunkt

Das permanente Weiterdrehen setzt ein bzw. bleibt erhalten und das Gleiche wird immer weitergemacht. Viele ISO-Auditoren könnten ein Liedchen dazu pfeifen und, wenn es der Datenschutz zulassen würde, diese These mit Realbeispielen aus den eigenen Projekten bestätigen. Der Mensch an sich ist halt ein Gewohnheitstier, macht Gelerntes stetig weiter und im Alter kristallisiert sich dieses Verhalten immer mehr heraus. Diese Aussage soll keine Pauschalisierung sein, die auf alle und jeden zutrifft, sondern die Erfahrung zeigt, dass es bei einem hohen Prozentsatz in deren Entwicklung zu erkennen ist. Dadurch ist bei vielen langgedienten Mitarbeitern diese Art des Handelns der Alltag und es erklärt sich die zurückhaltende Herangehensweise an neue Dinge und Tools. Dann bekommt die Geschäftsleitung die Zahlen auf den Tisch und ist angehalten, Anpassungen und Optimierungen vorzunehmen. Warum und weshalb ist allgemein bekannt, der Preisverfall und die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit. Schnell kommt die Idee auf, den Menschen durch Maschinen zu ersetzen oder einen Wandel durch Technologie in allen Abteilungen einzuführen. Maschinen und Computer bummeln nicht rum, schaffen 24 Stunden 7 Tage die Woche und werden nie krank – vor allem, sie bleiben konstant! Ok Ok der eine oder andere Rechner wird mal von einem Virus besucht, fällt aber in der Folge daraus nicht mit Krankenschein für 14 Tage aus. Dann kommt noch die KI, die künstliche Intelligenz mit dazu – der Hoffnungsträger vieler Branchen. Sie soll durch selbstständiges Lernen den Überblick bekommen und immer mehr den Prozess an sich binden. Nur, eine Sache wird hier im Denkprozess vergessen, maschinenerzeugte Daten legen sich nicht von selbst aus, es braucht immer einen menschlichen Blick auf die Sache. Systeme, Computer und KI´s erkennen Korrelationen, aber keine Kausalitäten! Der Computer hat auch keinen Humor und keine Idee, wie Menschen miteinander auskommen und zusammenarbeiten können. Bei vielen Arbeitnehmern spielt sich die Angst ab, die Technik könnte Überhand nehmen und viele Arbeitsplätze vernichten. Geschürt wird dies durch gefährliches Halbwissen der Mitarbeiter selbst – stille Post und Mundpropaganda – und durch die Medien.

Gemeinsam nicht einsam

Der Einklang Mensch und Maschine ist die Herausforderung, die es anzugehen gilt. Denn erst in der Synergie von beiden Stärken entwickelt sich das gewünschte Potential. Computer können nur Rechnen, das menschliche Gehirn kann aber verstehen und hat somit die Fähigkeit, Dinge für die Zukunft zu planen. Die Synapsen bekommen mehr Schwung durch die Unterstützung der Rechner, somit hilft der Eine dem Anderen. Und was auch nicht vergessen werden sollte, Einführung von neuen Prozessen – also Digitalisierung – schafft neue Berufsbilder und Aufgabenbereiche. Heute am Fließband, morgen in der Roboterwartung, heute in der Buchhaltung, morgen in der Programmentwicklung usw.
Viele der neuen Jobs sind noch gar nicht erfunden oder definiert – hier ist noch viel Potential nach oben.

Umsetzung vs. Transformation

Erstmal muss ein Unternehmen auf zwei dimensionaler Ebene – Organigramm, Struktur etc. – runtergebrochen werden. Vielen KMU´lern und vor allem deren Mitarbeitern, ist es gar nicht bewusst, wer wo was wie im Unternehmen tätig ist und welchem Job er nachgeht. Aufgabenbereiche sind zwar mal bei der Bewerbung oder Arbeitsplatzbeschreibung spezifiziert und erzeugt worden, was aber jeder heute so macht, entspricht bei Weitem nicht mehr dem, was beim Arbeiteintritt geplant wurde. Mit dazu kommt, dass die Unternehmen stetig wachsen und das Personal ebenso mitwächst. Maximal die Vorgesetzten oder Abteilungsleiter kennen Ihre unterstellten Mitarbeiter, die nächste Führungsebene oder auch die Führungsetage kennt diese Personen nur vom Papier, wenn überhaupt. Der nächste Schritt ist, dass der Chef mehr Sichtbarkeit erhalten muss. Das Einzige was diese Leute bekommen sind Emails von Mitarbeitern, die Sie gar nicht kennen und sollen mit diesen Informationen zielgerichtet agieren. Wenn ich als Führungsebene gar nicht weiß, was und wo der Einzelne im Unternehmen macht, wie kann ich diesem Mitarbeiter oder dessen Abteilung einfach blind Tools geben und ohne zu wissen ob und warum er Diese braucht? Nur weil die Zahlen und die Produktivität rückläufig sind, bestimmt nicht! Die Basis braucht mehr Aufmerksamkeit und eine Möglichkeit diese auch kund zu tun. Der Mitarbeiter muss bei allen Veränderungen mitgenommen und darf gerne auch dazu mal ge-/befragt werden. Denn Mitarbeiter sind wie Kinder, lachen sich am Tisch an und treten sich unter dem Tisch mit den Füssen.

Projektwut vs. Mitarbeiter Entwicklung

Menschen verbinden und Kommunikation untereinander wieder starten – das ist das Ziel. Nicht durch Jour Fixes oder tägliche Meetings den Flow zerstören. Die Projektwut und der Aktionismus machen viel an dieser Bewegung in die richtige Richtung kaputt und lässt diese erlahmen. Organisieren, Delegieren, Kontrollieren und Dokumentieren – dann ist auch klar, wann wo wer welche Tools braucht und keiner steht unter der kalten Dusche der Digitalisierung.

Gernot Wohlfahrt beschäftigte sich schon seit Kindesbeinen an mit computerbasierten Gerätschaften. Beginnend in der Kommunikationstechnik und der IT-Branche folgte nach Jahren der Berufserfahrung die Weiterentwicklung im Bereich Digitalisierung von Papierunterlagen, Workflows, SmartHome (Internet of Things), Sales und Tapetenwechsel in Unternehmen. Herr Wohlfahrt ist mit seiner Unternehmung Firmamentor als Umsetzer von Feedback Management und Organisationsentwicklung tätig.

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