Digital? Es menschelt! Warum der Erfolg von Digitialisierungsprozessen mit den persönlichen Kompetenzen von Führungskräften steht oder fällt.

Führungskräfte sind der Schlüssel zur Digitalisierung

Diejenigen, die meinen letzten Artikel über die Grundlagen der Digitalisierung gelesen haben, wissen, dass es drei Phasen der Digitalisierung gibt: von der „Digitisation“ über die „Digitalisierung“ bis zur „Digitalen Transformation“.

Die meisten Unternehmen auf dem Weg zur digitalen Transformation, insbesondere traditionelle und etablierte Unternehmen wie Banken, ICT, Telekommunikation und Versicherungen sowie öffentliche Dienste, stecken in der ersten Phase fest: der „Digitisation“. Hier geht es einfach darum, analoge Prozesse zu digitalisieren. Meist geschieht das um der Sache selbst willen, und nicht, weil das Unternehmen damit ein strategisches Ziel verfolgt.

Die Mehrheit der Unternehmen, die in der Phase 1 festsitzen, haben eines gemeinsam: sie glauben, dass die „Digitalisierung“ des Business damit erledigt ist, dass zum bestehenden Geschäftsmodell einfach etwas Software hinzuzufügt oder verstärkt in IT-Infrastruktur investiert wird.

So funktioniert das nicht.

 

Digital und Transformation

Mit einem Blick auf „digitale Transformation“ sehen wir zwei Worte: „digital“ und „Transformation“.

Während sich die Schwierigkeiten rund um „digital“ auf die Auswahl der richtigen Technologie und die Diskussion der IT-Infrastruktur zu konzentrieren scheinen, findet die Phase der „Transformation“ auf einer ganz anderen Ebene statt.

Ein Unternehmen zu transformieren bedeutet nicht nur, das „Was“ (Produkte und Dienstleistungen) und „Wie“ (Strategie) eines Unternehmens zu verändern.

„Transformation“ erfordert die Änderung des „Warum“, also eine Veränderung der Kultur, der Werte und der Vision des gesamten Unternehmens.

Der Kern davon ist nicht Technologie und Software, sondern der menschliche Faktor§.

Bei der Transformation geht es um die Mitarbeitende, die die Unternehmensstrategie in ihrer täglichen Arbeit umsetzen und die Unternehmensvision tatsächlich leben – ob nun „digital“ oder nicht.

Es geht also weniger um ihre Fähigkeiten – ob Soft Skills oder „digital Skills“ –  als vielmehr um ihren „mindset“, also die Art und Weise, wie sie (digitale) Veränderungsprozesse angehen und annehmen.

 

Erfolgreiche digitale Transformation

Es wird diskutiert, ob Veränderungen von unten nach oben oder von oben nach unten eingeleitet werden sollen. Für mich sind beide Ansätze notwendig und wichtig. Da ich mich aber in meiner Arbeit auf die Rolle von Führungskräften fokussiere, werde ich in diesem Artikel auf die Frage eingehen, wie Menschen in Führungspositionen mit Veränderungsprozessen umgehen.

Wenn Transformationsprozesse in einem Unternehmen stattfinden, ob digital oder nicht, dann kommen oft suboptimale Prozesse, festgefahrene Strukturen und Mängel ans Tageslicht.

Diese Probleme sind in der Regel das Ergebnis grundlegender menschlicher Fehler. Und diese Fehler können nicht durch eine „digitale Lösung“ behoben werden.

Die zugrundeliegende und oft versteckte Ursache für die oben genannten Probleme ist die Denkweise derjenigen, die in wichtigen Führungspositionen sind: das mittlere Management und die Exekutive-Ebene.

Exekutives und die „Betonschicht“ (das alteingesessene mittleren Management), deren Denkweise eher von – sagen wir es nett – „zögerlich“ bis hin zu tatsächlich hartnäckigem Blockieren geht.

In die IT-Infrastruktur investieren, wie das alle anderen auch machen heutzutage? Das erntet sicherlich Zustimmung.

Aber der Teil „Transformation“ ist immer noch eine Knacknuss.

Der Vorteil von „digitalisieren“ ohne dabei zu „transformieren“ liegt auf der Hand: man braucht nichts zu verändern (am wenigsten sich selbst), macht weiterhin „business as ususal“ und die neue Software erledigt den Rest.

Der „digitale Mindset“, also die richtige Geisteshaltung und persönliche Einstellung gegenüber digitalen Transformationsprozessen ist der allererste und wichtigste Schritt für unternehmerischen Erfolg.

Damit sich ihre Digitalisierungsstrategien nicht wie eine Sisyphus-Arbeit anfühlen, macht es oft Sinn, ein persönliches Coaching hinzuzuziehen, um diejenigen Personen zu begleiten, die sich von den Veränderungsprozessen bedroht fühlen oder diese blockieren.

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Dieser Artikel erschien ursprünglich in englischer Sprache auf LinkedIn unter dem Titel „Why digital transformation is not about technology

Der Mindset von Führungskräften ist der Schlüssel zum erfolgreichen digitalen Wandel. Aber wie kann man eine «digital-ready» Managementebene schaffen? Mit der hochspezialisierten Beratungsboutique Future Lead berät Dr. Désirée Anja Jaeger traditionsverhaftete Unternehmen beim Aufbau einer erfolgreichen HR-Strategie für das digitale Zeitalter. Sie besitzt über 10 Jahre Erfahrung in der zukunftsrelevanten Strategieentwicklung und hat eine fundierte akademische Ausbildung im Bereich HR, Psychologie und Innovation.

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