Bei New Work geht es nicht um das Unternehmen!

Wirtschaftlicher Erfolg, ist lediglich eine Konsequenz aus der Umsetzung von New Work.

Neue Arbeit, wie wir sie wirklich, wirklich wollen. 

Das ist der Ansatz von New Work. Der Bewegung die in den 70iger Jahren von dem Sozialphilosophen Prof. Dr. Frithjof Bergmann ins Leben gerufen wurde, mit der Frage nach der Freiheit des Menschen innerhalb seiner Arbeit und der Erkenntnis, dass die Zukunft der Arbeit eng mit der Zufriedenheit des Mitarbeiters in Verbindung steht.

Friedjof Bergman hat die Sinnhaftigkeit der Arbeit in Frage gestellt und durch die Sinnsuche in der Arbeit, die von der Generation Y (Why) gut 20 Jahre später manifestiert wurde, bekam New  Work konkrete Empfänger und damit Akzeptanz.  

Für mehr Verständnis: Die kürzest mögliche Zusammenfassung der Neuen Arbeit

 

Ist dieser radikale Ansatz nicht zu ideologisch?

Das Ursprungskonzept von New Work hatte andere Voraussetzungen

Dieses Konzept, kann und muss sogar ins „Heute“ adaptiert werden.
In unserer spannenden, aber auch extrem schnellen und ungewissen Zeit, vorangetrieben durch Digitalisierung und die digitale Transformation, brauchen wir eine neue Haltung, eine noch grössere Selbstverantwortung und vor allem den Mut zu Entscheidungen.

In den letzten Monaten habe ich unzählige Ausreden gehört, wenn es darum ging einen Schritt in eine neue Arbeitswelt zu wagen, die immer damit begannen: „dazu müssen erst die richtigen Prozesse eingeleitet werden“. What?

Diese Bezeichnung ist bereits im Verständnis von New Work völlig deplatziert.

Warum? Es kann keine Prozesse geben, denn die Definition von Prozessen sagt unter anderem aus: Jeder Prozess hat einen Anfang und ein Ende.

New Work oder auch Future Work, hat kein Ende.

Es wird ein ständig zu überdenkender und anzupassender Weg, der je nach Unternehmen individuell mit allen Mitarbeitern erneuert werden muss.

 

Aber zurück zum Titel: was wir wirklich, wirklich wollen:

„Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?

Dabei müssen wir uns von althergebrachten Denkmustern lösen, denn diese erlauben uns gar nicht wirklich darüber nachzudenken.

Ein gutes Beispiel dazu, kommt aus meinem direkten Umfeld von einer Kollegin, die bei einem grossen Unternehmen im technischen Management arbeitet, gut ausgebildet und in ihrem Beruf erfolgreich.

Wenn sie aber wirklich wählen könnte, würde sie als Tierpflegerin im Zoo arbeiten wollen.

Nachdem ihr Vorgesetzter von diesem Wunsch zufällig erfuhr, hat er ihr als Bonus eine einwöchige, bezahlte Freistellung mit einem Job im Elefantenhaus organisiert. Das wirft jetzt die Frage auf, ob ihr Traum danach der Realität gewichen ist?

Nein; sie würde tatsächlich nach wie vor wechseln, wäre da nicht die Unabhängigkeit, die sie durch die jetzige, gut bezahlte Stelle hat  und zudem fehlt ihr aktuell nocht die Ausbildung zur Tierpflegerin.

Das bedingungslose Grundeinkommen wäre in dem Fall wieder zu thematisieren und ich bin überzeugt davon, dass wir langfristig an diesem „Sockel“ nicht vorbei kommen.

So oder so müssen sich Unternehmensführung, als auch Mitarbeiter aus der Komfortzone bewegen und nicht nur nach Lösungen suchen, die die Arbeit etwas reizvoller machen, sondern sie wirklich von Grund auf verändert.

Die Arbeit wie wir sie bisher kennen, wird es in einigen Jahren nicht mehr geben.

 

Heute wollen bestimmt alle Influencer werden?

Traumberufe sind immer noch meistens heldenhaft oder sehr sozial.

Was antworten Kinder, wenn ihnen die Frage nach dem Berufswunsch gestellt wird?

Laut einer Umfrage von 2017 die durch eine Erziehungswissenschaftlerin durchgeführt wurde, waren erstaunliche viele Klassiker dabei. Mehr als 50% der Kinder konzentrierte sich bei ihren Wünschen auf nur zwölf Berufe.

Die Berufe Fussballer, Feuerwehrmann, Rennfahrer, Polizist und Pilot lagen bei den Jungen vorne und leider ebenfalls sehr klassisch, bei den Mädchen: Tierärztin, Krankenschwester, Lehrerin, Model und Tierpflegerin.

Im Teenageralter werden die Berufswünsche dann oft durch das private Umfeld und inzwischen auch stark durch die Medien geprägt. Somit ist es nur nachvollziehbar, dass ein Ursprungswunsch oder eine z.B. eine kreative Begabung erst in viel späteren Jahren wieder bewusst als erfüllender Berufswunsch in Erscheinung treten.

Der Begriff „Arbeit“ wird volkswirtschaftlich mit Erwerbstätigkeit definiert, also  Zeit gegen Geld. So wie wir ihn kennen, gibt es diesen erst seit ca. 200 Jahren. Der Mensch wird als Produktionsfaktor gesehen, was solche stehende Bezeichnungen aus unserer Wirtschaft oder wie auch „Human Ressource“ – menschliche Ressource („ein Mittel zum Zweck“?)widerspiegeln.

„Es gibt natürlich Unternehmen, die die Idee von New Work ausnützen und als Marketing-Trick verstehen“ Interview Frithjof Bergmann/ Personalmagazin

  • New Work steht nicht für homeoffice, Kickertisch und Bällebad und auch nicht dafür, dass wir uns im Unternehmen jetzt alle duzen.
  • New Work steht für Menschlichkeit, Verantwortung, Mut, Transparenz und Gemeinschaftssinn. Nicht jeder gegen jeden, sondern alle gemeinsam für ein Ziel.
  • New Work setzt den Willen zur völligen Veränderung voraus und es geht heute auch um die Bereitschaft Modelle für vernetztes und flexibles Arbeiten zuzulassen und zu fördern.

Die Rahmengestaltung der zukünftigen Arbeit dürfen Unternehmen nicht länger aufschieben, denn die Zukunft von gestern, ist die Vergangenheit von morgen.

„New Work heisst nicht, das Kleid zu wechseln, sondern den kompletten Schrank rauszuwerfen.“ Heike Bauer unterstützt als Partnerin der Future Work Group bei Analyse und Befähigung von Unternehmensführung und Mitarbeitern auf dem Weg in eine neue, digitale Arbeitswelt, mit dem Instrument des zeitgemässen NEW-WORK Ansatzes. Bei den Dimensionen People, Place, Technologie setzt sie bei der Begleitung, auf den kostbaren, generationsübergreifenden Wissenstransfer. Ausgebildet als Führungskraft für Industriebetriebe, heute selbstständig in digitalem Marketing, erkennt sie schnell die Stolpersteine, die einem echten kulturellen Wandel im Weg liegen.

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