3 Technologien die der Handel nicht verpassen sollte

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Der Handel hat sich in den letzten Jahren immer wieder starken Veränderungen stellen müssen. Speziell die Bedürfnisse der Kunden haben sich verändert, neue Technologien sind aufgekommen, Showroominghat als Problem Aufmerksamkeit erweckt, die mobilen Technologien haben ihren Vormarsch fortgesetzt.

Speziell die Verbindung von Online- und Offline- Einkaufserlebnis steht heute bei vielen Kunden im Vordergrund. Neue Technologien sollen dabei genau diese Welten verbinden – auch hier ist die Digitalisierung ein unverzichtbares Instrument für jedes Unternehmen.

1. Grab and Go – Neue Dimension im Handel

Der Erfolg von Amazon baut in einem neuen Versuch des Unternehmens mit echten Ladengeschäften auf den gekonnten Einsatz digitaler Technologien, die das Anstehen an der Kasse umgehen. Man checkt im Store ein, nimmt sich die gewünschten Produkte (oder stellt sie wieder zurück), um anschliessend einfach aus dem Laden zu gehen. Durch die Technologie werden alle Produkte automatisch in den Warenkorb gelegt und wenn man den Laden verlässt, dann wird der hinterlegte Amazon Account verwendet, um den Warenkorb abzurechnen.

Dieses Konzept von „Grab and Go“ ist jedoch nicht wirklich neu. IBM hatte schon vor knapp einen Jahrzehnt solche Versuche gestartet und auch Walmart bringt diese Technologie derzeit in den Testumlauf. Eine weitere Möglichkeit für solche Grab and Go-Systeme ist beispielsweise, dem Kunden eine App anzubieten mit der er selbst seine Produkte scannt. Wenn er den Laden verlässt, kann dieser die Einkäufe bezahlen.

Das Werbevideo des Amazon Store erlaubt einen Einblick in die Zukunft des Handels:

2. Augmented Reality

Der Vorteil des physischen Ladens ist eindeutig. Personen können Produkte in natura sehen und diese auch anfassen. Um jedoch das online-Erlebnis von Informationen, Bewertungen, Vergleichen oder Vorschlägen auch in den physischen Store zu bringen, braucht es eine neue Technologie. Genau dort kommt Augmented Reality ins Spiel. Diese Technologie erlaubt es, durch Sensoren, Kameras und andere Mittel die digitale Welt in den Laden zu bringen um genau diese Mehrwerte zu bieten. Deshalb verwundert es auch nicht, das viele Händler bereits experimentieren.

Ikea war einer der ersten Firmen die es im grösseren Stil angewendet haben um ihren Kunden die Möglichkeit zu bieten direkt im Raum die Möbel zu sehen und „einzupassen“ – während IKEA seine AR-Lösung selbst entwickelt hat, gibt es auf dem Markt mittlerweile mehrere Anbieter, die für kleinere Unternehmen vergleichbare Lösungen anbieten.

Augmented Reality kann aber auch mit der Hilfe von sogenannten HMDs (Head-Mounted Displays) passieren. Das sind spezielle Brillen die Inhalte wie Informationen, Aktionen oder auch Bewertungen einblenden wenn man sich gerade ein Produkt ansieht. Die Möglichkeiten sind dementsprechend gross, da eigentlich jede Art von Information eingepflegt werden kann oder auch eine Interaktion möglich wäre. Von der Fashion Industrie bis über den klassischen Retail. Alle Branchen können von dieser Technologie profitieren und in den nächsten Jahren werden viele Anwendungen kommen, da auch die Preise wesentlich attraktiver wurden und die Technologie auch für KMU erreichbar wird.

3. Artificial Intelligence (AI)

Die künstliche Intelligenz steht erst am Anfang der Entwicklung und noch viele Algorithmen haben viel Verbesserungspotential. Jedoch auf einer wesentlich praktischen Ebene können wir schon beeindruckende Systeme finden.

Beispielsweise hat Facebook in den Messenger für Chatbots eine Bezahlfunktion eingebaut, was komplett neue Möglichkeiten eröffnet. Durch das Sammeln und Auswerten von Millionen von Datensätzen, Verkaufshistorien und auch persönlichen Interessen, können Chatbots passende Vorschläge unterbreiten. Dabei können Kunden mit Chatbots direkt kommunizieren, bekommen sofort eine Antwort. Der entscheidende Vorteil ist jedoch, dass jeder Kunde mit der Zeit eine noch bessere Personalierung bekommt, da sich der Chatbot an den Kunden anpasst.

Neben Facebook arbeiten auch Branchenriesen wie IBM, Google und viele weitere Anbieter die Möglichkeiten von Chatbots umfangreicher zu machen. Von Shopping-Assistenten, über persönliche Beratung über massgeschneiderte Informationen ist alles möglich.

Auch im operativen Bereich sind viele Einsatzmöglichkeiten möglich. IBM hat hier beispielsweise “IBM Commerce Insights” und “Watson Order Optimizer”. Diese künstliche Intelligenz analysiert Daten, bezieht beispielsweise Wetterdaten, Verbraucherdaten und sonstige Zusammenhänge mit ein um die Supply Chain effizienter zu machen und die Nachfrage vorauszusagen, um leere Regale zu vermeiden.

 

Es gibt also viele interessante Entwicklungen beim Handel die man selbst eventuell auch mal anschauen sollte, da selbst kleine Unternehmen neue Business-Modelle entwickeln kann und sich effizient von der Konkurrenz abheben zu können. Abklären lohnt sich auf jeden Fall!