3 Ansätze, um Unternehmen für Remote Work aufzubauen

Wie du dein Unternehmen erfolgreich ortsunabhängig aufbaust

Gerade im Zuge der Corona-Pandemie organisieren sich immer mehr Unternehmen ortsunabhängig. Um in dieser Struktur nachhaltig zu wachsen und ein Team aufzubauen, gibt es einige Aspekte zu beachten. Dominik Angerer, Mitgründer und CEO von Storyblok, einem Tech-Unternehmen, das komplett remote operiert, erklärt worauf es bei Remote Work ankommt.

Bis zu einer bestimmten Größe mag die Zusammenarbeit von Teams in einer Remote-Struktur reibungslos funktionieren. Sobald ein Unternehmen aber wächst, die Zahl der Projekte steigt  und Mitarbeiter:innen mit speziellen Fähigkeiten gebraucht werden, bringt das ortsunabhängige Set-Up einige Herausforderungen mit sich. Im Folgenden drei zentrale Lösungsansätze, die sich bewährt haben, um ein Unternehmen auf Remote Work vorzubereiten.

1. Denke international und lerne jeden kennen!

Auch Unternehmen, die zu 100 Prozent remote organisiert sind, haben Schwierigkeiten, Mitarbeiter:innen zu finden, die perfekt zum Unternehmen passen. Das gilt gerade für die technischen Berufe wie beispielsweise Entwickler:in. Entsprechend ist der Recruiting-Prozess nicht ganz so einfach, auch die Hilfe von Headhuntern und das Streuen von Stellenanzeigen sorgen nicht dafür, dass man mit Bewerbungen überflutet wird.

Ein Vorteil eines ortsunabhängigen Set-Ups ist sicherlich, dass kein Kandidat für den Job seinen Lebensmittelpunkt verlagern muss. Insofern ist es möglich, auf der ganzen Welt nach geeigneten Persönlichkeiten für eine bestimmte Rolle zu suchen. Dabei bietet es sich an, den Recruiting-Prozess über das Team sowie das eigene Netzwerk zu forcieren – zumal der persönliche Kontakt über allem steht. 

Um Remote-Teams zu leiten, muss man sich auch der kulturellen Unterschiede zwischen Ländern und Kontinenten bewusst sein. Ein Entwickler im deutschsprachigen Raum bringt unter Umständen ein anderes Skill-Set mit als jemand in einer vergleichbaren Rolle in Brasilien. Und auch die Motivation ist unter Umständen eine andere – demnach lohnt es sich, jeden einzelnen im Team gut kennenzulernen und zu verstehen.

2. Traue dich, Verantwortung abzugeben!

Wer als Gründer mit seinem Unternehmen zügig wachsen möchte, muss lernen, früh Verantwortung abzugeben. Das heißt zum einen, bestimmte Themenbereiche auszulagern und sich dafür frühzeitig fachliche Unterstützung an Bord zu holen. Ob Buchhaltung, Finance oder Operations: Als Founder oder Geschäftsführer in einem wachsenden Venture, sollte man sich immer wieder hinterfragen, ob man die Anforderungen bestimmter Teams oder Themenbereiche noch vollumfänglich erfüllen kann.

Gleichzeitig ist es unerlässlich, seinen Mitarbeiter:innen von Beginn an die Freiheit und den Raum zum Experimentieren und Testen geben. Auf diese Weise gelingt es, Eigeninitiative zu fördern und eine positive Fehlerkultur zu etablieren. Ansonsten besteht die Gefahr, dass an bestimmten Prozessen so lange herumgetüftelt wird, bis schließlich der Gesamtfortschritt ins Stocken gerät.

3. Schaffe einen technologischen Rahmen!

Nahezu jedes Unternehmen arbeitet heute mit Software-Lösungen, die den Alltag erleichtern und bestimmte Abläufe effizienter. Für Remote-Unternehmen gibt es eine Reihe von Tools, die speziell auf ortsunabhängig organisierte Teams zugeschnitten sind. Die wichtigsten davon hier in der Übersicht:  

  • Deel ermöglicht es, Mitarbeiter:innen weltweit einzustellen und gleichzeitig allen internationalen Regelungen gerecht zu werden. Auch die Vertragserstellung wird mit diesem Tool deutlich einfacher.
  • Hofy bietet Unternehmen die Möglichkeit, neuen Mitarbeiter:innen ihr benötigtes Equipment zukommen lassen, egal von wo aus sie arbeiten. Ob Laptop, Schreibtisch oder ergonomischer Stuhl – jeder bekommt das, was sie/er braucht. Und zwar schnell.
  • Mit Zage kann man neuen Team-Mitgliedern im Rahmen des Onboardings regelmäßig neue Inhalte und Aufgaben bereitstellen, damit sie das Unternehmen und ihren jeweiligen Aufgabenbereich in all seinen Facetten kennenlernen.
  • Revolut, eine All-in-One-App für alle Geldthemen, hilft dabei das Marketing-Budget zu verwalten. Zahlungsläufe oder wiederkehrende Zahlungen können automatisiert und kontrolliert werden. Mit einer virtuellen Kreditkarte können Mitarbeiter:innen zudem Budgets eigenständig verwalten.
  • Über Donut, einer Integration für Slack können sich neue, aber auch bestehende Teams besser kennenlernen. Beispielsweise, indem das Tool zufällig zwei Mitarbeiter:innen miteinander verknüpft und ihnen Zeit gibt, sich auch privat kennenzulernen.
  • Zu guter Letzt noch ein Tipp in eigener Sache: Mit einem Headless CMS können Inhalte einmal für alle Kanäle erstellen und sie dann quasi per Knopfdruck auf allen Plattformen veröffentlichen. 

Fazit: Die Persönlichkeit zählt bei Remote Work

Team-Offsites, Kanu-Touren, Weihnachtsfeiern vor Ort: Bislang war eigentlich kaum vorstellbar, ohne diese “echten Events” eine enge Bindung zu seinen Kolleg:innen und damit Vertrauen im Team aufzubauen. Zudem hat die Corona-Pandemie gezeigt, wie sehr uns der direkte Kontakt zu anderen Menschen fehlt. 

Andererseits haben viele Menschen in dieser Zeit auch die Vorzüge der neuen Arbeitswelt kennengelernt. Weniger Zeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln, mehr Zeit für die Familie, ein höheres Maß an Flexibilität – all diese Aspekte werden zunehmend geschätzt. Zur “neuen Normalität” gehören also auch immer mehr Unternehmen ohne festes Büro. 

Entscheidend ist also gerade jetzt, als Gründer:in sicherzustellen, dass das Team auch im digitalen Raum zusammen und miteinander wächst. Wer diese Grundlage jetzt schafft, wird mittel- bis langfristig von einem gesunden Wachstum profitieren – und das alleine im virtuellen Raum.

Dominik Angerer ist Co-Founder und CEO von Storyblok. Nachdem er für große Agenturen als Full-Stack-Entwickler gearbeitet hatte, gründete er das Unternehmen im Jahr 2017. Dominik ist aktives Mitglied in der Open-Source-Community und einer der Organisatoren von StahlstadtJS.

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