Wie Digitalisierung Leben rettet

Digitalisierung rettet bereits einige Leben, doch wie kann das genau aussehen?

Mir persönlich hat Digitalisierung geholfen, bereits mehr als 100 Menschenleben zu retten. Seit nunmehr sieben Jahren sorge ich als ehrenamtlicher On-Board-Kurier dafür, dass Stammzellen zur Bekämpfung von Blutkrebs ihren Weg vom Spender bis zum Empfänger finden. In dieser Zeit bin ich also für ein Menschenleben verantwortlich. Oberstes Gebot ist die schnelle und sichere Zustellung des lebensnotwendigen Präparates. Während meiner Reisen stelle ich immer wieder fest, wie wichtig und vergänglich unsere Gesundheit ist.

„Safety First 24/7“ dank Digitalisierung

Als On-Board Kurier gewährleiste ich den sicheren Transport der Stammzellen vom Spender zum Empfänger. Folglich lasse ich die Stammzellenbox zu keiner Zeit aus den Augen und meistere aufgrund meiner langjährigen Erfahrung potentielle Hürden bei der Kommunikation mit Behörden (Aus-/Einreise, Sicherheitspersonal). Bei außergewöhnlichen Vorkommnissen wie beispielsweise einem Streik, der Verspätung von Bahn bzw. Flugzeug oder der Sperrung eines Flughafens aufgrund von widrigen Witterungsverhältnissen, können Sekunden über Leben und Tod entscheiden. In diesen Ausnahmefällen gelingt es mir dank der digitalisierten Welt, gemeinsam mit 24/7 zur Verfügung stehenden Ansprechpartnern, für jede Herausforderung schnell eine passende Lösung zu finden. Und diese besonderen Ereignisse treten bei mir deutlich häufiger auf, da ich pro Jahr ca. 200.000 km mit dem Flugzeug zurücklege. Ich verbringe 11 Tage & Nächte in der Luft, bereise 10 Länder und nutze mehr als 20 Flughäfen. Etwa 80% meiner Transporte finden länderübergreifend statt, mit einem besonderen Fokus auf Europa und den Vereinigten Staaten. Mal reise ich mit dem Zug von Köln nach Münster und mal mit dem Flugzeug von New York nach Sydney.

Von weltweiten Datenbanken bis hin zu digitaler Multi-Channel-Kommunikation

Ein Match zwischen Spender und Empfänger ist heute häufiger möglich, da es weltweite Datenbanken gibt, in denen alle potentiellen Spender erfasst sind. Dank der Digitalisierung und unter Einsatz von Social Media gelingt es zudem deutlich einfacher, neue potentielle Lebensretter zu finden. So habe auch ich mich nach dem Aufruf: „Mund auf – Stäbchen rein: Spender sein!“ der DKMS in den sozialen Medien dazu entschieden, sozial aktiv zu werden. Schließlich erkranken pro Jahr in Deutschland mehr als 11.000 Menschen an Krebserkrankungen des blutbildenden Systems. Eine Stammzellenspende, gewonnen aus Blut, rettet hier Leben.

Angespornt durch eine Erkrankung in meinem unmittelbaren beruflichen Umfeld, organisierte ich vor kurzem eine Typisierungsaktion innerhalb meines Geschäftsbereichs und überzeugte meine Kollegen – sowohl persönlich als auch mithilfe von digitaler Multi-Channel-Kommunikation –, sich schnell und einfach typisieren zu lassen. Die interne sowie externe Kommunikation über diverse Social Media Tools ermöglichte es, Mitarbeiter an den unterschiedlichsten Standorten zu erreichen – egal ob im Zug, am Flughafen oder in der Geschäftsstelle. Für die DKMS ist eine durchschnittliche Beteiligung von 10-20 Prozent bereits ein voller Erfolg. Uns gelang es, mehr als 50 Prozent meines Teams in potenziellen Lebensspender zu transformieren.

Mit Socialytics-Analysetools verfolgte ich den Social Share-Index der Aktion live in Yammer (intern), Twitter, Facebook, Xing und LinkedIn (extern). Wir erzielten intern eine doppelt so hohe Reichweite im Vergleich zu anderen Posts. Auch extern vervielfältigte sich die Reichweite dieser sozialen Postings. Bei Xing gelang es uns, dreimal mehr Personen als bei normalen Posts zu erreichen. Bei Facebook vervierfachte sich unsere Reichweite sogar. Unser Spitzenreiter war jedoch LinkedIn mit einer fünffach höheren Reichweite. Auch die Zahl der Likes und Kommentare nahm Dimensionen an, die ich zuvor selten so gesehen habe. Es entstanden intern wie extern regelrechte Diskussionen. Diese reichten von persönlichen Erfahrungen mit Blutkrebs bis hin zu Ideen für zukünftige Aktionen.

„Tue Gutes und rede darüber“ … auch in der digitalen Welt

Ich bin fest davon überzeugt, dass mithilfe von Digitalisierung in Zukunft noch mehr Leben gerettet werden können – und dabei kommt es auf jeden einzelnen von uns an. Unternehmen können mit sozialen Aktionen ihre Mitarbeiter dazu ermutigen, aktiv zu werden und sich damit zugleich ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Konkurrenten aufbauen. Für mich ist es auch nach sieben Jahren immer noch bereichernd und erfüllend kurzzeitig für ein Menschenleben verantwortlich sein zu dürfen. Auch wenn ich im Prozess der Stammzellenspende nur ein ganz kleines Rädchen bin. Während Sie diesen Artikel lesen, sitze ich wahrscheinlich gerade wieder einmal in einem Flugzeug. Denn an Weihnachten einen Stammzellentransport zu begleiten ist für mich das schönste Geschenk. In diesem Sinne wünsche ich Gesundheit und frohe Festtage!

Potentielle Lebensretter werden übrigens immer gesucht. Denn laut der DKMS findet nur etwa ein Drittel der Blutkrebspatienten innerhalb der eigenen Familie einen geeigneten Spender. Jeder zehnte Leukämiekranke in Deutschland findet gar keinen passenden Spender. Um im Notfall als möglicher Spender infrage zu kommen, kann man sich bei der DKMS ganz einfach registrieren lassen und sich dafür im Internet kostenlos ein Set mit einem Wattestäbchen bestellen:  „So einfach kann jeder zum potenziellen Lebensretter werden.“

Schon früh erkannte ich, dass „Daten der Rohstoff der Zukunft“ sind und beschäftigte mich fortan damit, sämtlichen verfügbaren Daten(quellen) bis dato unbekannte Informationen zu entlocken. Aktuell berate ich Unternehmen bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten (Smart Industry, Smart City) in dem ich auf mein Wissen aus den Bereichen Business Intelligence, Data Warehouse und (Big) Data Analytics / Data Science zurückgreife.

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