Digitalisierung der Immobilienbranche – Die Zukunft hat begonnen

Zusammenarbeit zwischen PropTechs und Immobilienunternehmen in der Digitalisierung

Geht das Internet wieder weg? Nein, es bleibt und das ist auch gut so. Zu Beginn des kommerziellen Internets hat es die Medienbranche getroffen. Verlage waren und sind noch immer die größten Verlierer der digitalen Revolution. Es waren kostenlosen Blogs und Communities, die nach und nach den Medienunternehmen die Leser und Werbekunden weggenommen haben. Damalige Start-ups wie Yahoo!, AOL und Co. waren die ersten Disruptoren. Wer kennt noch MySpace? Auch dieses Start-up hat den Verlagen und Medienunternehmen das Leben schwer gemacht. Das war Mitte 2003. Lange ist es her. Nun sind es etablierte Technologieunternehmen, wie Facebook, Apple und Google, die die Vorherrschaften in der medialen Landschaft in Deutschland und weltweit übernommen haben. Gefolgt von weiteren Gründungen wie Netflix und Spotify.

Neben den Medienunternehmen, die sich den digitalen Veränderungen zu spät gestellt haben, folgten Unternehmen aus dem Handelsbereich. Gegründet 1994 in Seattle dominiert Amazon heute den Markt rund um den eCommerce und hat die meisten Unternehmen hinter sich gelassen. Jezz Bezos und seine über 650.000 Mitarbeiter bestimmen den Markt nach Lust und Laune. Als Letztes hat es hier die Logistikbranche getroffen. Auch hier scheint Amazon den Markt selbst zu übernehmen. Auslieferung über Drohnen ist hier nur der naheliegende nächste Schritt.

Zuletzt und vor der Immobilienbranche hat es das Bankenwesen getroffen. FinTechs, wie zum Beispiel N26, haben die Zeichen der Zeit erkannt und jagen den etablierten Banken immer schneller und mehr nicht nur jüngere Kunden ab. Erst 2013 in Berlin gegründet wird N26 bereits mit 3,1 Milliarden Euro am Investorenmarkt bewertet. Und das mit über 3,5 Millionen Kunden zurecht.

Immobilienbranche & PropTech

Nun hat es auch die Immobilienbranche kalt erwischt. Wobei man hier ein wenig in der Zeit zurückgehen und einen kurz Blick auf ImmobilienScout24 werfen muss. Bereits 2004 gegründet, wurden seitdem über 12 Millionen Immobilieninserate inseriert. Wer kennt nicht die “guten alten Zeiten”, wo man jedes Wochenende zich Seiten in den lokalen und überregionalen Zeitungen nach Miet- und Kaufimmobilien durchforsten musste. Kontakt bitte nur per Chiffre -,).

Aber kommen wir in die Gegenwart. Die wahre Digitalisierung der Immobilienbranche kann auf das Jahr 2010 bzw. 2015 datiert werden. Hier wurde auch der Begriff PropTech – Property Technology – etabliert. So wurden zum Beispiel die wohl weltweit bekannteste PropTechs der Neuzeit WeWork 2010 und AirBnB 2008 gegründet. In Deutschland konnte sich der Markt für PropTech-Unternehmen 2015 langsam durchsetzen. Der breiten Masse der deutschen Bevölkerung sind nur wenige PropTechs bekannt. Hier kann beispielhaft McMakler

genannt werden. Gegründet 2015 in Berlin ist es durch TV-Spots bekannt geworden. Aber woran liegt das? Ganz einfach. Der Markt spielt sich im “Untergrund” ab – oder besser gesagt im B2B Segment.

Laut dem Fachblog www.gewerbe-quadrat.de gib es derzeit circa 237 Prop- und ConTech-Unternehmen (ConTech = Construction Technology). Über 217 sind dabei dem B2B Segment zuzuordnen.

Man kann der B2C- und B2B PropTech Markt grob in die drei Bereiche #kommunizieren, #investieren und #digitalisieren unterteilen. Gewerbe Quadrat ordnet das B2B Segment in die folgenden Bereich ein: 3D/ VR/ AR, Planen/ Bauen, Datenbanken, Datenräume, Immobilienfinanzierung, Smart Building/ IoT, Immobilienmanagement und Services.

Kooperationen & Beteiligungen 

Konventionelle Immobilienunternehmen setzen immer öfters auf Kooperationen mit PropTech-Unternehmen. Das hat einen bestimmten Grund: Ihnen fehlt es oft an dem nötigen Know-how sowie Fachkräften. Durch Partnerschaften, strategische Kooperationen oder Finanzbeteiligungen, holen sie sich das fehlende Wissen und die nötigen Produkte und Services indirekt ins Haus. Somit entsteht für beide Seiten eine Win-Win-Situation.

Beispiele

21st Real Estate

21st Real Estate ermöglicht ein komplettes Real Estate Online Trading mit allen benötigten Daten. Zu den Kunden und Partner gehören Immobilienunternehmen und Banken. Ende 2018 hat sich die BerlinHyp als strategischer Partner an dem PropTech beteiligt.

Hausgold und Bergfürst

Die Deutsche Bank hat sich über finanzielle Investments an den beiden PropTechs Hausgold  und Bergfürst beteiligt.

Convarno

Confarno digitalisiert und analysiert Immobilienbestände mit künstlicher Intelligenz (KI).  Deutsche Wohnen hat sich zuletzt an als strategischer Partner an dem PropTech beteiligt. Das SmartHome PropTech KIWI.KI gehört ebenfalls zum strategischen Beteiligungsportfolio.

Venture Capital und Acceleratoren

Ebenfalls in diesem Zusammenhang haben sich Venture Capital Unternehmen und Acceleratoren etabliert. Diese investieren direkt oder indirekt für oder zusammen mit etablierten Immobilienunternehmen in PropTechs. Als Venture Capital Unternehmen konnten sich PropTech1 Ventures und Redstone etablieren. Unter den Acceleratoren können blackprint booster und High Rise Ventures genannt werden.

 

    For the past 23 years, Thomas Gawlitta has worked on digital business models and online communication. His university education at the Universities of Kassel & Göttingen, UCLA, Berlin University of the Arts and the University St.Gallen has always focused on the topics of Digital, PropTech and FinTech. Thomas Gregor successfully completed the MBA course "FinTech - Future Commerce" at MIT in Boston in 2016. He ist student at Harvard Business School. He founded CommercialNetwork (sold to ImmobilienScout24) and SmartExposé (sold to allmyhomes). Thomas is Co-Founder and CEO of the proptech Coplannery.com.

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