Das Menschenbild in der digitalen Welt – Die Sehnsucht nach dem Meer

Wenn Maschinen uns alle Arbeiten abnehmen, bei denen es um Standardisierung und Mustererkennung geht, was bleibt dann noch für den Menschen?

Maschinen machen unsere Arbeit: Sie erkennen an unserem Gesicht unseren Blutdruck, sie interpretieren sehr genau unsere Gefühle und es stehen schon Bots als erste Ansprechpartner für akut depressive Menschen zur Verfügung….. und dies sind nur Beispiele aus der Medizin. Die Liste ließe sich für beliebige andere Industrien fortsetzen.

Wenn Maschinen unsere Arbeit machen, was bleibt dann für uns Menschen?

Es trifft alle Berufsgruppen – vom Arzt über den Anwalt bis zum Ingenieur: Digitalisierung verändert fundamental jede Arbeit. Stellen wir die Frage, die wie ein rosa Elefant im Raum steht: Was bleibt dann eigentlich noch für uns Menschen übrig? Das, was uns Menschen ausmacht: Kreativität, Kommunikation, Empathie. 

Unsere Zeit hat große Herausforderungen: Klimawandel, endliche Ressourcen erzwingen neue Formen des Wirtschaftens. Die Technologie selber löst so viele Veränderungen aus, die wir nur mit unseren ureigenen Fähigkeiten lösen können. Es liegt in unserer Hand, die Zukunft auf diesem Planeten zu gestalten. Wir haben dafür Werkzeuge, die noch nie so mächtig waren. 

Die Mechanismen der Industrialisierung greifen nicht mehr

Digitalisierung heißt fundamentaler und stetig schneller werdender Wandel. Diesen Satz liest und hört man jeden Tag mehrfach und er sagt sich so leicht dahin. Konkret heißt dies, wir müssen uns von Planbarkeit und exzessiver Effizienz verabschieden. Die Arbeitswelt, in der  jeder seinen vorbestimmten Aufgaben nachgeht ohne rechts und links zu schauen,ist die Arbeitswelt der Roboter. Was bleibt dann für uns Menschen?  

Die Herausforderungen unserer Zeit sind groß – die Chancen sind es auch

Klimawandel, die Endlichkeit der Ressourcen, ständige steigende Bevölkerungszahlen – wir wissen sehr genau, dass wir unsere Art zu wirtschaften ändern müssen, um unser Überleben auf diesem Planeten zu sichern. Genau dies sind die großen Aufgaben, die unsere ureigenen menschlichen Fähigkeiten fordern:

Kreativität, Kommunikation, Empathie

Die Maschinen sind mächtige Werkzeuge, die uns dabei helfen, diesen gigantischen Wandel zu stemmen. Was heißt das für Unternehmen? Nicht umsonst ist die “Purpose”-Debatte- also die Frage nach dem Sinn eines Unternehmens – gerade im vollen Gang.

Der Sinn des Unternehmens: “Was bewirken wir?” und nicht “Was stellen wir her?”

Schauen wir uns SpaceX an. Dies ist der Text, der auf der “Corporate Mission” Seite zu finden ist.

Mission Statement SpaceX
Mission Statement SpaceX Quelle:
https://www.spacex.com/mission/ Bild: Pixabay

Wundert es da, dass die Besten der Besten ihres Fachs für dieses Unternehmen arbeiten wollen? Es geht darum, Träume Realität werden zu lassen. An der Zukunft mitzubauen. Wenn Sie mögen, schauen Sie sich einmal das Mission Statement der Nasa an. Sie werden den Unterschied erkennen. 

Ich gebe zu, nicht jedes Unternehmen baut Raketen und will das Universum erkunden. Das spielt letztendlich keine Rolle. Der Wirt eines Restaurants, der seinen Gästen von Herzen einen schönen Aufenthalt bieten möchte, hat auch eine Corporate Mission. Wer Elektrobauteile herstellt, baut damit an intelligenten Stromnetzen mit, die das Fundament einer nachhaltigen Energieversorgung sind. Es geht darum, was mein Unternehmen BEWIRKT, nicht was es herstellt. Und genau dieses “Warum?” ist der Rahmen, den wir alle in einer sich stetig verändernden Welt benötigen.

Wenn der Mensch im Mittelpunkt steht, ändern sich Arbeitsweisen

Was heißt dies nun konkret für die Zusammenarbeit? Wenn die ur-menschlichen Fähigkeiten wie Kreativität, Kommunikation und Empathie in den Vordergrund rücken, passen die alten Muster von Befehl&Gehorsam nicht mehr. Die klassische Hierarchie mit langen Planungszyklen hat in einer Welt des ständigen Wandels sowieso kein Chance gegen Arbeitsweisen, die Selbstorganisation und Umarmen von Veränderungen beinhalten. Vertrauen statt Kontrolle, Vernetzung statt Abteilungssilos, Transparenz statt Herrschaftswissen sind das Fundament der digitalen Arbeitswelt. Dann können Unternehmen aus dem Meer der Möglichkeiten schöpfen – oder wie es Antoine des St. Exupery schon im letzten Jahrhundert gesagt hat:

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommele nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer. – Antoine des St. Exupery

Ohne neue Arbeitsweisen werden neue Technologien wie Cloudservices, künstliche Intelligenz oder Blockchain keine Wirksamkeit im Unternehmen entwickeln. Wenn technische Silos aufgebrochen werden, wenn Schnittstellen immer wichtiger werden, wenn verteilte Systeme eingesetzt werden sollen - dann muss dies parallel in der Zusammenarbeit passieren. Die passenden Geschichten dazu liefert Dorothee Töreki.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More

MoreThanDigital Newsletter
Subscribe
Join the #bethechange community
close-image