Cloud vs. On-Premise Lösungen – Vorteile und Nachteile

Warum der Trend zur Cloud geht und warum eine Cloudlösung die eigene IT-Abteilung entlasten kann

Enterprise Software kann entweder On-Premise oder in der Cloud installiert werden. Welche Folgen dies hat, erklärt dieser Artikel. Um die Mehrwerte der jeweiligen Lösung zu verstehen, muss man zunächst wissen, was sich genau hinter den beiden Optionen versteckt.

82% aller befragten Unternehmen gaben laut einer Statista Umfrage im Jahr 2020 an, entweder Private oder Public Cloud Lösungen bereits zu nutzen. Da der Trend aktuell dahin geht, dass immer mehr Softwarelösungen in der Cloud angeboten werden, betrachtet dieser Artikel die Vor- und Nachteile von Cloud und On-Premise Lösungen näher.

Was ist eine Cloud Lösung?

Bei einer Cloudlösung mietet das eigene Unternehmen einen Server von einem anderen Unternehmen, welches sich auf das Vorhalten von Serverkapazitäten spezialisiert hat. Dafür kann das eigene Unternehmen die Kapazitäten leicht skalieren und benötigt kein spezifisches Know-How für die Instandhaltung.

Was bedeutet On-Premise?

Bei On-Premise Lösungen kauft das eigene Unternehmen einen Server und managed ihn komplett selbst. Das bedeutet, dass das eigene Unternehmen dafür verantwortlich ist, dass der Server mit entsprechende Sicherheitstechnik ausgestattet ist und dass er regelmäßig gewartet und geupdatet wird. Zudem muss bei der Einführung einer neuen Software das eigene Unternehmen sicherstellen, dass entsprechende Serverkapazitäten vorhanden sind. On-Premise bedeutet für mein Unternehmen, dass der Server normalerweise in meinem Gebäude steht und kein Zugriff von außen besteht.

Vorteile:

Beide Arten der Installation bieten verschiedene Vorteile. Im Folgenden wird näher auf die jeweiligen 5 größten Vorteile eingegangen.

Cloud

  • Skalierbarkeit – Die Installation der Software in der Cloud ermöglicht ein leichtes Skalieren der Serverkapazität, wenn beispielsweise weitere Software gekauft wird oder sich die Anzahl der Mitarbeiter erhöht
  • Niedrige Anschaffungskosten – Eine Cloudlösung kann direkt nach Anmeldung benutzt werden und benötigt keine vorherigen Investments
  • Keine direkten Wartungskosten – Der Cloudanbieter ist dafür verantwortlich, dass die Server entsprechend geupdated und gewartet werden. So ist der Server stets nach neuesten Sicherheitsrichtlinien ausgestattet.
  • Geräteunabhängiger Zugang – Daten sind unabhängig vom Gerät über das Internet zugänglich
  • Updates & dauerhafte Entwicklung – So genannte Software-as-a-Service (SaaS) Modelle werden dauerhaft geupdated und weiterentwickelt

On-Premise

  • Volle Kontrolle über eigene Daten – Die eigenen Daten, ggf. auch Kundendaten werden nicht bei einem anderen Unternehmen auf dem Server gespeichert
  • Datenzugriff auch bei Ausfall des Internets – Sollte einmal das Internet ausfallen, dann ermöglicht der direkte Zugriff auf den Server trotzdem noch einen Zugriff auf die unternehmensinternen Daten.
  • Hohe Individualisierungsmöglichkeiten – Normalerweise wird Standardsoftware als Grundlage genutzt und dann durch individuelle Anpassungen erweitert oder auf den speziellen Anwendungsfall angepasst.
  • Eigene IT-Infrastruktur – Das eigene Unternehmen ist komplett unabhängig von anderen Serveranbietern
  • Keine laufenden Softwarekosten – Software wird normalerweise komplett gekauft und nicht über ein Lizensierungsmodell bezogen.

Nachteile

Cloud

  • Datenkontrolle – Die Daten liegen am Ende des Tages nicht im eigenen Unternehmen, sondern auf den Servern eines Cloudanbieters
  • Laufende Kosten – Software für SaaS-Modelle lässt sich nicht kaufen, sondern wird über Abo-bzw. Lizensierungsmodelle erworben
  • Notwendigkeit eines Internetzugangs – Zur erfolgreichen Nutzung von Cloudsystemen gehört ein stabiler Internetzugang, um die Daten abzurufen
  • Weniger Personalisierungsmöglichkeiten – SaaS Software ist zumeist Standardsoftware und kann nur sehr begrenzt angepasst werden
  • Anbieterabhängigkeit – Cloudanbieter können das eigene Unternehmen mit spezifischen und proprietären Lösungen binden und so einen Anbieterwechsel erschweren

On-Premise

  • Spezielle Hardware – Je nach Software werden Server mit verschiedenen Kapazitäten und Leistungsklassen benötigt
  • Besonderes IT-Know-How – Zur Instandhaltung werden besondere IT-Kenntnisse benötigt, um die Daten fachgerecht zu sichern
  • Verzögerungen bei Problemen – Bei Problemen, ist das eigene Unternehmen dafür verantwortlich diese zu lösen
  • Keine automatischen Updates – Sollte für die verwendete Software ein Update rauskommen, dann wird sie bei On-Premise Modellen nicht automatisch eingespielt, sondern muss zunächst zugekauft werden
  • Risiko, das Software eingestellt wird – On-Premise Lösungen sind oft stark individualisiert, was neben hohen Anschaffungskosten dazu führt, dass, wenn der Support eingestellt wird, es keine (Sicherheits-)Updates oder Weiterentwicklungen mehr gibt

Weitere Anmerkungen

Eines der am meisten – für beiden Seiten – verwendeten Argumente ist wohl die IT-Sicherheit. Die Befürworter der On-Premise Lösung argumentieren, dass es deutlich mehr Risiko ist, die eigenen Daten bei einem anderen Unternehmen zu speichern. Die Befürworter der Cloudlösung bringen dem jedoch entgegen, dass Clouddienstleister deutlich mehr Ressourcen und besser geschultes Personal für die Sicherheit aufwenden, als dies das eigene Unternehmen je könnte. Vernachlässigt der Cloudanbieter eines seiner Hauptgeschäfte, die IT-Sicherheit, dann verliert er meist sehr schnell seine Kunden.

Die hohe Standardisierung beim Cloudcomputing ermöglicht es zudem den Lizenznehmern, dass größere Fehler bei einem Kunden direkt ausgebessert werden und andere Kunden von der Verbesserung direkt mitprofitieren. Zusätzlich ist Software, die zu einem Großteil standardisiert ist, im Vergleich zu hochindividualisierter Software deutlich kompatibler mit anderen Anwendungen.

Die Geschäftsmodelle, die sich für On-Premise und Cloud Anbieter ergeben unterscheiden sich stark. On-Premise bedeutet für das eigene Unternehmen, dass eine einmalige, relativ hohe Summe fällig wird. Durch diese erwirbt man dann die Software. Bei der Installation werden oft Anpassungen durchgeführt, damit die Software auf der bereitgestellten Hardware problemlos läuft. Der vollständige Erwerb der Software & viele Individualisierungen bedeuten auch, dass der Anbieter nicht regelmäßig Updates einspielen wird und die Software weiterentwickelt. Bei einem Cloudanbieter hingegen, wird die Software jedoch nicht gekauft, sondern gemietet. Da die Software in einer Cloud installiert ist, können so regelmäßig schnelle Updates eingespielt werden, von denen alle Kunden gleichermaßen profitieren. Der Großteil der Administration und auch die potenzielle Weiterentwicklung liegt also nicht bei den eh schon oftmals überlasteten IT-Abteilungen, sondern bei Softwareanbieter. So kann das eigene Unternehmen immer die aktuellste Software nutzen.

Warum geht der Trend in Richtung Cloud?

Das der Trend zu Cloudlösungen geht, liegt hauptsächlich daran, dass Unternehmen kein entsprechendes Know-How vorhalten müssen und die Installation der Software in der Cloud deutlich schneller funktioniert, als wenn zunächst eigene, teure Server gekauft, installiert und instandgehalten werden müssen. Unternehmen können flexibel Ressourcen in verschiedenen Leistungsklassen hinzu- oder abschalten, für die sonst monatelange Beschaffungsprozesse ausgelöst werden müssen.

Noch nie haben sich Technologien schneller entwickelt als heutzutage. Neue Technologien wie NLP finden immer mehr Anwendungsfälle und werden in immer mehr Lösungen verbaut. Wer sich heute einen Server kauft, wird vermutlich schon in 2-3 Jahren einen Server haben, der nicht mehr dem Stand der Technik entspricht. Zudem benötigen KI-basierte Anwendungen oft mehr Rechenleistung als klassische Systeme. Das in vielen Unternehmen nicht abgeschätzt werden kann, wie viel Rechenleistung in ein paar Jahren benötigt wird, führt dazu, dass Unternehmen es vermeiden, eigene Server anzuschaffen und lieber auf flexible Lösungen in der Cloud vertrauen.

Weitere Risiken, wie Hochwasser, wie beispielsweise im Ahrtal im Juli 2021, stellen genauso wie Feuer Risiken dar, die dazu führen können, dass Unternehmen Ihre On-Premise Daten komplett verlieren. Ein Cloudanbieter kann andere & bessere Sicherheitsmaßnahmen gegen solche Risiken treffen und so die Daten nochmal besser schützen, als das eigene Unternehmen dies mit kleineren Investments machen könnte.

Man darf gespannt sein, wie sich der Cloudmarkt in Zukunft noch weiter entwickeln wird.

Bastian Maiworm ist der Gründer des Enterprise-Search-Tech-Startups ambeRoad. Als Jungunternehmer spricht er über die neuesten Entwicklungen im Bereich Startup und Enterprise Search. Bei ambeRoad war er maßgeblich an der Entwicklung der Vertriebsstrategie beteiligt und kennt aufgrund seiner Erfahrung die Probleme, die sich bei Kooperationen zwischen Konzernen und Startups ergeben, sehr genau. Dies nutzt er, um die Digitalisierung und Zusammenarbeit zwischen Startups und Konzernen weiter voranzutreiben und zu optimieren.

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