Blockchain in der Medizin & Gesundheit

Blockchain ist viel mehr als nur eine Kryptowährung - Wir zeigen es anhand der Gesundheitsbranche

Sehr viele Menschen haben bereits von Bitcoin, Ripple, Ethereum & Co. gehört. Die meisten kennen vor allem Bitcoin als Kryptowährung. Und Bitcoin war die erste Kryptowährung, die auf solch einer Technologie, nämlich der Blockchain basierte. Der Hype um Bitcoin nahm spätestens letztes und Anfang diesen Jahres neue Höhen auf. Gerade der KursBlo von Bitcoin, der die Marke von 20.000 US Dollar erreichte, beflügelte viele und lies den Bitcoin in den Medien als Dauergast erscheinen.

Die Blockchain ist jedoch viel mehr als nur eine Kryptowährung. Mit der Blockchain lassen sich zahlreiche verschiedene Use Cases umsetzen. Auf einige aus der Medizin, Pharmazie & Gesundheit möchte ich hier eingehen.

Blockchain in der Medizin, Pharmazie & Gesundheit

Gesundheit ist ein sehr wichtiges Thema und so ist auch Medizin und Pharmazie ein wichtiger und spannender Bereich. Jeden trifft es einmal, die einen mehr, die anderen weniger. Wer auf Medikamente angewiesen ist, der muss diese in der Apotheke erwerben. Nahezu jedes Medikament hat so seine Wirkungen aber auch Nebenwirkungen, dafür gibt es den Beipackzettel. Das Problem von diesem Beipackzettel ist, dass er nicht immer greifbar ist, weil man diese evtl. verlegt hat. Viel häufiger kommt es jedoch dazu, dass dieser womöglich nicht 100%ig verständlich ist und man darin nicht direkt suchen kann. Teilweise sind die Beipackzettel so lang und die Schrift so klein, dass man sehr lange benötigt, diese zu lesen. Gerade ältere Menschen können hier jedoch zu kämpfen haben, wenn die Schrift für sie zu klein ist.

Ist man im Urlaub oder auf Geschäftsreise und benötigt ein Medikament, so kann es schon vorkommen, dass dieser Beipackzettel mit den Nebenwirkungen auf einer anderen Sprache geschrieben ist. Was also tun, wenn man diese Sprache nicht versteht? Sich von jemandem übersetzen lassen? Oder mühevoll mit einem entsprechendem IMG-to-Text Translator in Text und dann in die entsprechende Sprache übersetzen lassen? Da wäre es sehr hilfreich, wenn dieser Beipackzettel mit den teilweise nicht ganz ungefährlichen Nebenwirkungen digitalisiert werden könnte, um danach schneller zu suchen und diesen praktisch immer griffbereit zu haben.

Nicht nur, dass man von überall aus jederzeit darauf zugreifen und darin suchen könnte, sondern auch die Schrift könnte verbessert werden. Schnellere und einfachere Übersetzung wäre möglich, bzw. eine Auswahl an Sprachen könnte bereits bereitgestellt werden. Dies würde gleich viele Vorteile mit sich bringen. Das Abrufen dieser Daten könnte zum Beispiel mittels scannen eines QR Codes funktionieren. Für offline Verfügbarkeit könnte eine entsprechende App entwickelt werden, welche diese Daten und Informationen lokal auf dem mobilen Device vorhält. Weitere Möglichkeiten gäbe es, wenn die Datei einmalig aufgerufen wurde, diese im Cache enthalten ist oder zu iBooks (auf Apple Geräten) hinzugefügt werden könnte und somit stets zugriffbereit wäre.

Liegen diese Informationen in der Blockchain vor, so können weitere Informationen hinterlegt werden, wie beispielsweise die Einnahmeempfehlungen. Neben diesen Vorteilen gäbe es einen deutlich höheren Vorteil, an dem jedes Jahr mehrere Menschen sterben und der Zoll ständig zu kämpfen hat. Hier geht es um das Thema „Medikamentenfälschung“. Gefälschte Medikamente werden in Umlauf gebracht, wodurch die Wirkung entweder nicht vorhanden oder umgekehrt ist, sprich tödlich (Quelle).

Menschen erleiden dadurch gesundheitliche Schäden und können daran sogar sterben. Diesem Handel könnte mittels der Blockchain ein Riegel vorgeschoben werden. Denn der gesamte Transportweg und die Herstellung könnte auf der Blockchain abgelegt werden. Wird das Medikament in der Apotheke in den Bestand aufgenommen – oder spätestens bei der Ausgabe – könnte das Medikament mittels einem QR Code eingescannt und auf Echtheit überprüft werden. Auch der Kunde selbst könnte dies tun und somit die Echtheit des Medikaments überprüfen. Damit könnte nachvollzogen werden, wo das Medikament hergestellt wurde und wie der Transportweg aussah. Durch Echtheitszertifikate und Prüfung mittels diesem QR Code und den entsprechenden Mechanismen der Software in Kombination mit der Blockchain wäre ein Eindämmung denkbar.

Erinnerungen an die Medikamenteneinnahme, Ablaufdatum, Kaufdatum, Rezeptbestellung und einiges mehr könnte damit ebenfalls erleichtert werden.

Gehen wir noch einen Schritt weiter. Daten sind ein sensibles Thema, noch sensibler sind Finanz- und Patientendaten. Wenn die Blockchain als Basis benutzt wird, eine entsprechende Software und Lösung für den Umgang mit Patientendaten entwickelt wird, könnten auch diese Daten sicher gespeichert werden. Vor allem, könnten diese Daten viel einfacher an den Patienten sowie andere beteiligte Fachärzte ausgegeben werden. Damit müsste nicht jeder Arzt ständig auf einem anderen Weg die Patientendaten beantragen und dem Patienten auch keine Fotos, Dokumente oder CDs mitgeben.

Vielmehr wären diese Daten online abrufbar oder gar per mobile device, sodass die Daten teilweise nicht weitergegeben werden müssten. Sondern könnten beispielsweise beim Gespräch mit dem Arzt verwendet werden. Natürlich müsste diese Blockchain und die Lösung abgesichert sein und zwar in der Form, dass nur der Patient und der jeweilige Arzt, die Daten einsehen können, möglicherweise auch nur zeitlich beschränkt. Dies wäre unter Umständen dann möglich, wenn der Arzt die Kryptoadresse des Patienten verwendet. Für eine erhöhte Sicherheit könnte noch ein zweiter Faktor bei der Authentifizierung verwendet werden.

Würde die Patientenakte auf der Blockchain mithilfe solch einer Lösung gespeichert werden, so kann jeder Arzt, der den Patienten behandelt auf diese Daten zugreifen. Dies wäre nicht nur deshalb von Vorteil, weil die Patientenakte nicht ständig beim Arzt abgefragt und auf Umwegen verteilt werden müsste, sondern schneller verfügbar wäre. Außerdem, ist die Praxis geschlossen aufgrund von Urlaub, der Patient weggezogen oder befindet sich gar im Ausland, wäre die Behandlung weiterhin möglich und der behandelnde Arzt könnte sich deutlich schneller ein Bild des bisherigen Verlaufs ansehen.

Eine weitere Überlegung wäre natürlich noch, dass man gewisse Daten des Patienten an die Versicherung übermittelt. Somit könnte auch die Prämien berechnet werden, natürlich mit der Einverständniserklärung des Patienten.

Da die Ärzte alle notwendigen Daten, wie Scans, Röntgenbilder etc. auf der Blockchain speichern, könnten sie und andere Kollegen auf diese Daten deutlich schneller zugreifen. Das Mitführen oder Mitbringen von CDs. Bildern oder anderweitigen Dokumenten wäre somit nicht mehr notwendig. Auch die Patienten könnten selbst auf die Bilder und Berichte zugreifen, sofern notwendig.

Die gesamte Kommunikation und der ganze Prozess wäre damit deutlich beschleunigt. Schon alleine deswegen, weil zum Beispiel nach einem Scan oder Röntgen die Daten auf der Blockchain gespeichert und vom Hausarzt, Orthopäden oder Physiotherapeuten eingesehen werden können. All das würde viel Abhilfe schaffen, viel erleichtern und einiges automatisieren und es gäbe noch viele weitere Möglichkeiten, die sich im Bereich Gesundheit und Medizin umsetzen lassen könnten.

Außerdem könnten so Erinnerungen an zum Beispiel Impfungen erstellt und an den Patienten gesendet werden. Auch dies wäre ein Hilfe.

Fazit zur Blockchain in der Medizin & Gesundheit

Die Blockchain ist freilich kein Allheilmittel, kann jedoch einige wichtige Vorteile mit sich bringen, wenn es um sensible Daten und deren Speicherung und Sicherheit geht. Gerade das Thema „Medikamentenfälschung“ ist ein wichtiges Thema und kann mittels Tracking und Speicherung des Transportweges auf der Blockchain eingedämmt werden. Für die Blockchain-Patientenakte müsste zunächst die Gesetzeslage überprüft werden. Außerdem ist die Wahl der richtigen Blockchain Technologie wichtig. Diese ist bis dato noch nicht so weit, dass es viele „klassische“ Systeme ablösen könnte, aufgrund der Performance sowie Ressourcenbedarf. Da die Entwicklungen in diese Richtung weiter geführt werden, kann auch dieses Thema evtl. bald gelöst werden.

Eugen Grinschuk ist passionierter Online Marketer, IT-Architekt und Berater. Auf seo-tech.de bloggt er über verschiedene Online Marketing Themen. Als IT-Architekt und Berater definiert er Visionen und hilft den Kunden diese in die Realität umzusetzen. Neueste Technologien in der IT lassen sein Herz höher schlagen. Er ist Autor von verschiedenen Büchern, die über Amazon vertrieben werden.

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