Der Mars ist im Kampf gegen das CO2 irrelevant – CO2 aus der Atmosphäre binden

Wir brauchen Lösungen um CO2 aus der Atmosphäre zu binden - und Unternehmen müssen sie nutzen.

Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen und CO2 aus der Atmosphäre zu binden, brauchen wir saubere Energie und saubere Technologien. Ideen wie das funktionieren könnte, gibt es einige und reichen von biologischen Lösungen bis zu Technischen. Die meisten Angebote die Unternehmen bereits jetzt nutzen können, um ihre Emissionen auszugleichen liegen beim Aufforsten von Wäldern oder bei neuen Technologien zur Bindung des Gases aus der Luft.

Wir haben die Atmosphäre der Erde mit CO₂-Treibhausgasen verschmutzt. Und das merken wir ganz deutlich. NASA Science zeigt auf, dass die derzeitige Klimaerwärmung so schnell ist wie seit 10.000 Jahren nicht mehr. Die letzten vier Jahrzehnte waren heißer als jedes andere Jahrzehnt seit 1850. Das vom Menschen verursachte Kohlendioxid nimmt etwa 250-mal schneller zu als das aus natürlichen Quellen stammende nach der letzten Eiszeit.

WissenschaftlerInnen beobachten zudem, dass sich die Erde aktuell schneller dreht als im letzten halben Jahrhundert, was auch dazu führt, dass unsere Tage minimal immer etwas kürzer sind, als wir es gewohnt sind.

Um das 1,5-Grad-Ziel (oder sogar ein handhabbareres 2-Grad-Ziel) zu erreichen, brauchen wir saubere Energie und saubere Technologien. Gerade die letzten Jahre ist in diesem Umfeld viel passiert, im Vergleich zu unserem Ziel jedoch dennoch zu wenig.

Wir werden wahrscheinlich über das 1,5-Temperaturziel hinausschießen, und danach werden wir wahrscheinlich versuchen, Kohlenstoff wieder aus der Atmosphäre zu entfernen, um unsere Erde wieder abzukühlen. Das wird ein Teil der Bewältigungsarbeit des kommenden Jahrhunderts sein. Dabei gibt es so einige biologische sowie technische Ideen, wie das funktionieren könnte:

Bindung von CO2 aus der Atmosphäre
Bindung von CO2 aus der Atmosphäre – Quelle: Britta Daffner

Was bedeuten diese CO2 Technologien für Unternehmen?

Auch für Unternehmen werden diese Lösungen immer relevanter. Denn sie produzieren CO₂ in nahezu allen Bereichen, von der Logistik der Produkte, Mobilität der Mitarbeitenden bis hin zu Büroflächen. Bei einer nachhaltigen Ausrichtung geht es bei Unternehmen um mehr Effizienz, die Steigerung des Unternehmensimages, Mitarbeiterzufriedenheit und auch um größere Chancen bei der Rekrutierung junger Mitarbeiter. Unternehmen brauchen eine klare Strategie für ihren Klimaschutz und ihre Klimaneutralität. Dazu gehört es, CO₂-Emissionen zu vermeiden und zu reduzieren – und die verbleibenden Emissionen durch Klimaschutzprojekte auszugleichen.

So hat sich unter anderem Microsoft das Ziel gesetzt, alle CO₂-Emissionen, die seit der Gründung im Jahr 1975 ausgestoßen wurde, wieder aus der Atmosphäre entfernen. Dazu schloss der Konzern vor zwei Jahren zahlreiche Verträge ab, um 1,3 Millionen Tonnen CO₂ zu entfernen – zum Beispiel durch die Wiederaufforstung von Wäldern in Peru, Nicaragua und Indien, durch die Verbesserung der Bodenqualität in den USA und Australien, aber auch durch neue Technologien wie das direkte Auffangen von Kohlendioxid aus der Luft (3A Systeme).

Zugegeben: Die Angebote für Unternehmen, Treibhausgase aus der Atmosphäre zu entfernen, sind immer noch begrenzt. Der Markt ist noch am Anfang. Aber er entwickelt sich. Allein in den vergangenen Monaten haben die Google-Mutter Alphabet, Tesla Chef Elon Musk und weitere private Risikokapitalgeber insgesamt mehr als 2 Mrd. Dollar für Start-ups bereitgestellt, die an technischen Innovationen gegen den Klimawandel arbeiten. Aktuell sind die meisten Angebote auf dem Markt beim Aufforsten von Wäldern oder bei neuen Technologien zur Bindung des Gases aus der Luft zu finden.

Der Weg, um diese Industrie wirklich groß zu machen, ist noch weit. Selbst die ehrgeizigsten Technologien werden nach heutigen Gesichtspunkten höchstens ein paar Millionen Tonnen pro Jahr speichern können. Das ist so, als würde man versuchen, einen See mit einer Teetasse zu leeren. Umso wichtiger also, dass Unternehmen sich nicht nur auf den Ausgleich konzentrieren, sondern so viel CO₂-Emissionen wie möglich vermeiden und reduzieren.

So tut sich akut zum Beispiel einige im Bereich Gebäudemanagement und zertifizierten Bürogebäuden. Sicherlich auch getrieben durch die anstehende Klimakrise und hohen Kosten im Winter, messen und optimieren immer mehr Unternehmen ihren Energieverbrauch. In Deutschland haben bereits einige Unternehmen viele kleine Maßnahmen ausgerufen, um Energie zu sparen. Etwa über hybride Arbeitsmodelle mit Homeoffice Regelungen, Flächenkonsolidierungen oder Reduzierung der Heiz- und Kühlungskosten. Der Wohnungskonzern Vonovia setzt zudem auf seine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der Firmenzentrale, um sich zum großen Teil selbst mit Energie zu versorgen, während in der Zentrale der Commerzbank Kühldecken angebracht wurde, die wie umgedrehte Heizungen funktionieren, um das Gebäude knapp sechs Grad unter die Außentemperatur zu kühlen.

Es zeigt sich: Die Herausforderungen für Unternehmen sind und bleiben groß. Die nächsten Jahre müssen Unternehmen nicht nur daran arbeiten, zu einem Daten-getriebenen Unternehmen zu werden, um im Wettbewerb nicht unterzugehen, sondern müssen auch in absolute Ressourceneffizienz, klimaneutrale Büros, energieeffizientere Technologien und den Ausgleich von CO₂-Emissionen investieren. Um das zu schaffen, sind LeaderInnen notwendig, die intersektional denken können und Menschen bei einer weitreichenden Transformation mitnehmen und motivieren können. Aber das ist wieder ein Thema für einen weiteren Artikel.

Als Bereichsleiterin für „Data & Technology Transformation“ und Account Partnerin treibt Britta tagtäglich Unternehmenstransformationen und unterstützt mit ihrer gegründeten Plattform "dy.no" Macher*innen, die in der Konzern- und Wirtschaftswelt etwas verändern wollen. 2021 erschien zudem ihr Buch „Die Disruptions-DNA“, das dazu inspiriert, die Digitale Transformation aktiv mitzugestalten.

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