Supply Chain Risk Management – Lieferketten während COVID-19

Einflüsse von Covid-19 auf Ihre Supply Chain frühzeitig erkennen und reduzieren

Die Welt ist vernetzt – sowohl digital, wie auch durch Warenströme und Millionen Reisende. Die Globalisierung hat der Welt Wohlstand gebracht, aber auch neue Risiken. Mit der Coronavirus-Krise wird uns vor Augen geführt, wie schnell und umfassend ein potentes Virus sich verbreiten und die globale Wirtschaft lahmlegen kann. Verschiedene Pandemien konnten über die letzten zwei Jahrzehnte örtlich eingegrenzt und hinsichtlich ihrer Auswirkungen mehr oder weniger in Schach gehalten werden. Trotzdem haben auch sie Schmerz und Leid über Menschen gebracht und in begrenzterem Mass Lieferketten beeinflusst, ebenso wie Naturereignisse, Katastrophen, politische und soziale Unruhen es getan haben. Wie schön ist es doch, dass wir Menschen bei der schieren Menge solcher Meldungen in der Lage sind, eine gewisse Taubheit und ein äusserst kurzes Erinnerungsvermögen zu entwickeln.

Ein Pandemie-Ereignis wie Covid-19 hat es seit der Spanischen Grippe am Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr gegeben. Im Gegensatz zur Situation heute, gab es zur damaligen Zeit aber deutlich weniger internationalen Warenverkehr und kaum verteilte, mehrstufige Lieferketten.

Supply Chain verstehen – Lieferketten analysieren

Seit der Quarantäne über die chinesische Metropole Wuhan haben eine Reihe meiner Kunden mit hohem personellem Aufwand versucht, ihre Lieferketten innerhalb kürzester Zeit aufzuschlüsseln und transparent abzubilden. Dabei wird viel telefoniert, diskutiert und dokumentiert. Allerdings kommen die Informationen zu spät, um effektive Gegenmassnahmen einleiten zu können und oft sind die mit viel Aufwand gesammelten Fakten darüber hinaus schnell überholt.

Unter diesem Eindruck rücken nun endlich Systeme und Full-Service-Anbieter für Supply Chain Risk Management in den Fokus. Mit einer SCRM Lösung wird die gesamte Lieferantenstruktur inklusive Sublieferanten abgebildet. Bei vielen produzierenden Unternehmen ist diese Struktur mittlerweile sehr komplex und umfangreich.

Risikomethods Supply Chain Probleme erkennen
Beispiel Bild: Risikomethods.net

Komplexität abbilden

Mit Hilfe eines verteilen Systems kann diese Komplexität aber sinnvoll aufgeteilt und somit deutlich vereinfacht werden. Jedes produzierende Unternehmen kennt seine direkten Lieferanten und kann auch die Schlüssellieferanten darunter benennen. Jeder dieser Lieferanten kennt wiederum seine Sub-Lieferanten und so fort. So entsteht eine Struktur, die dem Wurzelwerk eines Baumes ähnelt und jeder ist nur für die Pflege seiner relevanten Lieferanten verantwortlich. Es können dabei auch Alternativen eingegeben und neben den geografischen auch weitere entscheidende Kriterien abgefragt werden, wie Zertifikate, vertragliche Durchgriffsrechte, Bewilligungen oder Herkunftsnachweise.

Eine solche Struktur kann mit geringem Aufwand jederzeit aktuell gehalten werden und liefert auf Knopfdruck Risiken in der Lieferantenkette, falls globale oder regional begrenzte Probleme auftreten. Und natürlich ist die Supply-Chain-Landkarte die unumgängliche Basis für die Entwicklung und Bewertung von Gegenmassnahmen und das Durchspielen von Bedrohungsszenarien.

Proaktives Supply Chain Risk Management

Einige Anbieter von SaaS-SCRM-Lösungen haben sich mittlerweile als Full-Service-Dienstleister aufgestellt. Ein solcher Anbieter verfügt über globale Informationsnetzwerke, um lokale Vorkommnisse frühzeitig zu erkennen und alle Lieferantenketten kontinuierlich auf Auswirkungen zu überprüfen. Neben den bereits genannten politischen, sozialen und natürlichen Ereignissen können so auch Medienberichte, Handelsbeschränkungen und Insolvenzmeldungen berücksichtigt werden. Ein definierbares und regelbasiertes Warnsystem ermöglicht jedem produzierenden Unternehmen und auch seinen Lieferanten ein proaktives Supply Chain Risk Management – mit überschaubarem Aufwand.

DHL Risikoanalyse Supply Chain
Bild: DHL

Für viele Dienstleistungsunternehmen, die der Kontrolle durch die Bankenaufsicht unterstellt sind, ist die Dokumentation von Lieferantenketten übrigens schon heute obligatorisch, da Ausfälle von (Sub-)Lieferanten insbesondere in der IT massive Auswirkungen haben können. So können über die entsprechenden digitalen Lösungen auch risikobehaftete Single-Sourcing-Situationen innerhalb der gesamten Lieferkette aufgedeckt und optimiert werden.

Tino Lichtenberg ist spezialisiert auf Projekte und Transformationen im Supply Chain Umfeld, insbesondere in der Modernisierung und Digitalisierung von Beschaffungsprozessen. Zu seinen Kunden zählen neben namenhaften Grossunternehmen auch Private Equities und ihre Portfolio-Unternehmen. Zuvor war Tino Einkaufsleiter beim grössten privaten Telekommunikationsunternehmen der Schweiz und hat auch hier erfolgreich den Einkauf optimiert und digitalisiert.

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