So kannst du die Welt retten (mit Technologie)

Warum und wie jeder von uns ein Held sein kann (und sollte)

Nur noch kurz die Welt retten

Dass die Uhr mittlerweile das Antropozän schlägt, ist weithin bekannt. Dass wir in einer Zeit leben, in welcher die Menschheit über den Zustand ihres Heimatplaneten und allem auf diesem entscheidet, ist so offensichtlich wie weithin akzeptiert.

Ich glaube allerdings, dass wir nicht mehr “nur” in der Epoche der Menschen / der Menschheit leben. Sondern im “Catervazän” – Dem Zeitalter des Einzelnen und der (Klein-)Gruppen.

In einem Zeitalter, in dem immer weniger Personen immer mehr Macht in sich bündeln. 

Anzeichen dafür gibt es aus den verschiedensten Bereichen. Sei es bei der globalen Geldverteilung. Der Verschiebung von Wirtschaftsmacht, welche in der so genannten “GAFA-Ökonomie” gipfelt. (und bereits mit den gleichen Prinzipien disruptiv angegriffen wird, mit welchen sie aufgekommen ist, nur schneller) Oder der schlichten Bildung von immer einflussreicheren, global agierenden Knotenpunkten.

Über den Hebel der Technologie hat der Einzelne heute mehr Möglichkeiten und Einfluss als je zuvor. Die Menschheit sollte ihn also bewusst und richtig nutzen – es ist möglich, buchstäblich alles Realität werden zu lassen, was der eigenen Vorstellung entspringt. (Selbst der Kardaschow-Skala emporzusteigen, es dauert dann halt nur etwas länger)

Wie sehr sich die Welt für jeden von uns dank den Fortschritten der Menschheit, vor allem dank Technologie und Wissenschaft, bereits geändert hat, kannst du ganz einfach hier herausfinden.

Warum die Welt im Schnelldurchlauf gerettet werden kann

Die Welt in ihrem momentanen Zustand muss allen Menschen, die nicht in den letzten 100 Jahren gelebt haben, wie ein absurdes Traumland vorkommen.

Hätte man George Washington aus dem Jahr 1750 in die Steinzeit teleportiert, er hätte sich im Wesentlichen zurecht gefunden. Die Kleidung und Behausung mag etwas primitiv gewirkt haben, aber ansonsten war alles nachvollziehbar. Teleportiert man George nun aber ins Jahr 2019, es müsste ihm vorkommen wie eine Utopie aus einer heiligen Schrift.

Lackierte Eisenkäfige die sich auf schwarzen Wegen in Windeseile durch die Welt bewegen. Nachrichten die über schwarze, matt glänzende Klötzer verschickt werden. Überall ist es taghell obwohl die Nacht lang hereingebrochen ist.

Was ist nur aus dem guten alten Pferd geworden? Wo sind Briefpapier und Bote? Wie soll man in dieser dauergrellen Welt nur Schlaf finden? All das und mehr mag er sich fragen. Doch es wird noch wilder. Denn hier beginnt das Abenteuer gerade erst:

  1. Technologie ist seit Anbeginn der Menschheit ein Hebel, um Probleme besser, schneller, günstiger zu lösen. Ich kann ein Stück Fleisch weichklopfen und in der Sonne erwärmen aber ein Feuer erledigt den Job besser. Selbiges gilt für das Rad, die Dampfmaschine und das Internet.
  2. Da immer weniger von uns sich um “grundlegende Aufgaben” wie Nahrung suchen und zubereiten und Behausung bauen und in Schuss halten aktiv kümmern müssen, haben wir immer mehr Zeit und Möglichkeiten, uns und unsere Fähigkeiten zu entwickeln.
  3. Wir sind auf einem Level von Technologie angekommen, dank dem jeder die Welt beeinflussen kann. Egal, ob als YouTuber mit mehr Bekanntheit und Reichweite als Gouverneure mancher Staaten, als Firmengründer oder über den Hebel von Investments – je verknüpfter, schneller und technologieverbundener die Systeme werden, desto mehr Einfluss hat jeder Bestandteil.
  4. Mit “Wir” meine ich dabei jeden, der das hier lesen kann. Oder, um es mit Hans Rosling zu sagen, jeden Menschen, der auf Stufe 4 der menschlichen Entwicklung lebt. Daraus folgt:
  5. Jeder kann die Welt auf Hunderten verschiedenen Wegen verändern; via Crowdfunding, als Autor, als Inhaber einer Homefabrik, als Forscher zur Künstlichen Intelligenz etc.
  6. Es ist an der Zeit, dass sich jeder von uns dieser Chancen und Möglichkeiten bewusst wird, sich ein klares Ziel definiert und mit der Umsetzung beginnt.
  7. Die Chancen auf Erfolg dabei waren nie so gut wie heute.
  8. Ergo: Du, ja genau du, kannst hier und jetzt die Welt retten. (Oder zumindest damit beginnen) Es ist weder aussichtslos noch unsinnig in diesen Maßstäben zu denken. Lass mich das an zwei konkreten Beispielen veranschaulichen:

Beispiele von technologischen Hebeln

Es gibt ein Füllhorn von Hebeln, über welche Einzelne oder Kleingruppen die die Welt retten, oder zumindest stark positiv verändern können. Wie auch immer man diese Maßnahmen im Einzelnen bewerten mag. Zwei konkrete Beispiele:

Das Onlineforum und der Luftangriff

Wie 4chan zum russischen Bombardement eines Terrorstützpunktes geführt hat.

Eines der bekanntesten Onlineforen der Welt, 4chan, führt nicht nur immer wieder zu verschiedenen Kontroversen und neuen Memes im Digitalraum, sondern auch zu tödlichen Auswirkungen in der echten Welt. So hat eine konzertierte Aktion verschiedener User zur Identifikation und späterem Angriff eines Terroristencamps in Syrien geführt. 

Dabei haben die User systematisch mit Hilfe von Tools wie YouTube, Google Maps und öffentlich zugänglichen Geographiedaten das besagte Camp geortet, die Lage verifiziert, die Daten gebündelt an Russland gesendet und dann weitergemacht wie vorher. Während am anderen Ende der Welt das Bombardement vorbereitet und umgesetzt wurde.

Auch wenn es aus ethischer Sicht dutzende Punkte gibt, die hierbei dringend besprochen werden sollten, zeigt dieses Beispiel eindrucksvoll die Macht zielführend kombinierter Technologien.

Automatisierter Regenwald

Wie zwei Startups die grüne Lunge des Planeten pflegen

Ein anderes, ungleich erfreulicheres Beispiel kommt aus dem grünen Herzen unseres Planeten. Zwei Startups arbeiten parallel daran, mit unterschiedlichen Ansätzen genau dieses Herz wieder stärker zum Schlagen zu bringen. 

Das eine wirft automatisch per Drohne Sämlinge ab, welche dann im großen Maßstab wachsen können. Das andere arbeitet daran Regenwald, der sonst viele Jahrzehnte zum Wachstum benötigt, in wenigen Jahren zu kultivieren.

Ich habe vor einiger Zeit diese beiden Startups miteinander bekannt gemacht und hoffe, dass sie sich wechselseitig unterstützen und ihre Ansätze noch weiter verbessern können.

Auch hier ermöglicht es richtig eingesetzte Technologie, einer Handvoll Menschen den Planeten zu verändern. Mehr zu den beiden Startups hier.

 

Die Welt retten mit technologischen Hebeln – Eine Schritt für Schritt Anleitung

Für all die, die sich jetzt inspiriert fühlen, selbst  einen Teil zur Weltverbesserung beizutragen, so ist folgender Ablaufplan als Grundlage zur individuellen Verbesserung empfehlenswert:

  1. Definition von exakten und SMARTen Zielen
  2. So greifbar wie möglich das Warum hinter diesen Zielen aufschreiben. (Im Optimalfall ist es jedes Mal sofort spürbar beim lesen)
  3. Informieren über die besten Technologien, die bei den eigenen Vorhaben unterstützen können und dann mit Experten auf diesem Gebiet über die Ideen und deren optimale Umsetzung sprechen. (Stichworte als Ausgangspunkt der Recherche: Nanotechnologie, Quantencomputer, 3D-Druck, 4D-Druck, CRISPR, künstliche Intelligenz, Lab on a Chip etc. Hilfreich kann auch der direkte Beginn beim Hype-Cycle von Gartner sein)
  4. Bau und Feinjustierung einer persönlichen Routine, welche an eine bestehende angehängt wird. Zum Beispiel nach dem täglichen Zähneputzen direkt am Projekt arbeiten. Oder immer vor dem Abwasch eine Seite von Buch x lesen. (Und wenn es nur für 10 Minuten ist, Kontinuität schlägt alles!)
  5. Build Measure Learn!

Hilfreich kann dabei auch der Design Sprint sein, mit welchem binnen einer Woche eine Idee in einer ersten Version in die Praxis umgesetzt wird. Du siehst: Die Welt retten ist gar nicht so kompliziert wie es auf den ersten Blick scheint.

 

Mehr statt weniger

Da digitale Technologien sich asymmetrisch und akkumulativ verhalten, entstehen kontinuierlich immer neue Möglichkeiten mit immer größeren Hebeln und potenziellen Auswirkungen. Drei Bereiche, die genau jetzt dabei sind, ihre volle Wirkung zu entfalten:

1. Content Marketing und Suchmaschinenoptimierung

Mit den richtigen Inhalten, zugeschnitten auf die richtige Zielgruppe und optimiert auf die richtigen Fragen kann nahezu jeder heutzutage automatisierte Meinungsbildung und Information bewirken. Alles was dazu benötigt wird, ist eine Webseite für weniger als 100 € im Jahr, ein konkretes Thema und ein paar Kurse zu Online Marketing und Webpräsenz.

2. Künstliche Intelligenz

(Starke) Künstliche Intelligenz, KI, hat das Potenzial, die letzte Erfindung der Menschheit zu werden, weil sich von dem Punkt ihres Entstehens aus alle Erfindungen schneller und präziser entwickeln werden als der Mensch sie entwickeln und verstehen kann. Heißt: Es ist nicht ausgeschlossen, dass eine starke KI im Alleingang die Welt retten wird. Aber darauf verlassen sollten wir uns nicht.

Da es nahezu täglich neue Entwicklungen und Erkenntnisse in diesem rasant wachsenden Gebiet gibt, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt einzusteigen und selbst an dieser Technologie mitzuentwickeln. Denn jetzt gibt es erstmals praxiserprobte Tools, Plattformen und Inhalte, auf denen  sich bequem aufbauen lässt und zeitgleich die Chance geben, in jeder Richtung neues zu entdecken. Zum Start wird nicht mehr als einige Fachliteratur, ein paar Kurse und eigene Coding-Experimente benötigt.

Die Werte, die KI morgen vertreten und “leben” soll, werden heute in den Code geschrieben.

Mehr dazu aus was KI besteht, was sie umfasst und wie Ihre Auswirkungen sind und sein werden findest du auch hier.

3. Heimfabriken

Noch vor wenigen Jahren war es technisch nahezu unmöglich und wirtschaftlich unrentabel, eine niederskalierte Fabrik in den eigenen vier Wänden umzusetzen. Multipel einsetzbare Roboter, mittlerweile auch zum wirklich kleinen Preis verfügbar, sowie erschwingliche 3D-Drucker haben das geändert.

Heute und in den nächsten Jahren wird es immer lukrativer, in der eigenen Garage Kleinserien von eigenen Produkten zu produzieren und via Onlineplattformen zu verkaufen. Der richtige Zeitpunkt zum Starten ist jetzt!

Die Welt retten mit Technologie: Fazit

Die Menschheit erlebt gerade die wahrscheinlich beste Zeit, die man sich in der gesamten Geschichte aussuchen kann. Jeder Einzelne genießt mehr Freiheiten, Spezialisierungsmöglichkeiten und Technologien, um Träume wahr werden zu lassen als je zuvor. Jetzt wird es Zeit sich dessen gewahr zu werden und entsprechend zu handeln. Wenn dieser Artikel dabei hilft, hat er sein Ziel erreicht.

Wer mehr zur These des Catervazäns lesen möchte, findet hier und hier weitere Gedanken dazu.

Wer mehr dazu erfahren möchte, wie man seine Ressourcen so optimal wie möglich für so viel gutes wie möglich einsetzen kann, ist beim effektiven Altruismus richtig. Mehr dazu zum Beispiel hier oder hier.

Auf in eine (noch) besser Welt und Zukunft! Jeder kann sie erschaffen. Lass uns zusammen die Welt retten!

Benjamin Eidam ist Gründer und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der transhumanen Partei Deutschland. Er ist spezialisiert auf aktuelle und kommende Entwicklungen in Wissenschaft und Technik und Ihre Auswirkungen auf Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Er ist Dozent, Redner und Berater zu den Themen Technologie, Digitalisierung und künstliche Intelligenz.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.