Kill Your Project Managers – Erfolgreiche Projektteams aufbauen

Warum die erfolgreichsten Projektteams in innovativen Unternehmen nicht von Projektmanagern geführt werden

Erfolgreiche Projektteams in Unternehmen, die erfolgreich die Gegenwart und Zukunft ausschöpfen möchten, können nicht durch klassische Projektleiter geführt werden. Es braucht eine neue Art von Projektleitern, die als Geschäftsgestalter fungieren. Abseits von der Kontrolle über das starre Grundgerüst des Projektmanagements und die Einhaltung von Zeit, Budget und weiteren Ressourcen müssen sie Menschen mobilisieren und unermüdlich danach streben, den Status quo hinter sich zu lassen.

Erfolgreiche Unternehmen müssen sich schneller als je zuvor neuerfinden.

Geschäftsmodelle, Produkte und Services – ja, ganze Unternehmenskulturen veralten schneller als je zuvor. Der technologische Fortschritt schreitet exponentiell voran und die Konkurrenz kommt zunehmend aus unerwarteten Richtungen, von IT-Riesen bis revolutionären Start-Ups. Hinzukommt, dass der Kampf um neue Produkte oder Dienstleistungen immer härter wird.

Die „Digitale Transformation“ im Zeitalter des immer schnellen drehenden technologischen Wandels ist kein abgeschlossener Prozess. Veränderungszyklen überdauern heute kein Menschenleben mehr.

Unternehmen müssen daher die Zukunft erforschen und gleichzeitig die Gegenwart ausschöpfen.

Sie müssen eine Innovations- und Führungskultur pflegen, die neue Geschäftsmodelle und Unternehmensportfolios fördert. In einer Welt, die von schnellem Wandel bestimmt und angetrieben wird, ist die Fähigkeit, sich schnell anzupassen und widerstandsfähig zu sein, die neue Kernkompetenz.

Was Unternehmen dabei nicht brauchen und ausgedient hat sind traditionelle Projektmanager. Während in den 1960er Jahren das altbekannte Wasserfallmodell die erste Mondlandung ermöglicht hat, prägen heute die Grundsätze des agilen Unternehmens die erfolgreichen Unternehmen.

Im klassische Geschäftsmanagement herrscht die Einstellung vor, dass geplant und umgesetzt werden muss. Risiko und Ungewissheit wird gescheut und durch Planung, Umsetzung und rigoroses Management minimiert. Scheitern ist keine Option und wird gar bestraft. Im Gegensatz werden die Leute belohnt, die sequenziell arbeiten, mit hoher Präzision planen und im Zeit- und Budgetrahmen bleiben.

In Bereichen mit geringer Ungewissheit ist dieses Vorgehen sinnvoll. Doch nicht in Bereichen oder Zeiten von hoher Ungewissheit, in denen eine Kultur benötigt wird, die den Ausbau oder die Neuerfindung von Bestehenden fordert. Der schnelle technologische Wandel erfordert andere Führungsqualitäten.

Wir brauchen „Geschäftsgestalter“.

Geschäftsgestalter suchen und arbeiten kontinuierlich an Lösungen, wohlwissend, dass nicht alle Projekte zum Erfolg führen werden. Sie begrüßen Risiko und Ungewissheit, indem sie schrittweise arbeiten und mit vielen kleinen Wetteinsätzen und Prototypen experimentieren. Mit diesem Vorgehen treffen sie rasche, widerrufbare Entscheidungen und testen schnell und möglichst kostengünstig Hypothesen, um tatsächliche Evidenz zu erbringen, um Investitionen zu erhöhen.

Konkret haben Geschäftsgestalter mit der Führung von Projekten drei Aufgabenfelder:

  1. Sie entwickeln marktorientiert das Geschäft weiter – von der großen Idee bis zum realen Geschäft. Dazu sollten sie ein generelles Verständnis von modernen Werteangeboten, Geschäftsmodellen oder den Möglichkeiten von Technologien haben.
  2. Sie müssten in der Lage sein, große Ideen in Hypothesen herunterzubrechen und durch beispielsweise Prototypen zu testen, um das Risiko zu verringern. Dies impliziert auch die Fähigkeit, Ideen, die nicht funktionieren, aufzugeben.
  3. Sie müssen in der Lage sein, ein Team zu inspirieren und über Schwierigkeiten hinweg zu motivieren. Umso innovativer die Projekte sind, desto unvermeidlicher ist es, dass Hindernisse überwunden werden müssen.

Investieren und fördern Sie Menschen, die Ideen zum Erblühen zu bringen

Heutige Projektleiter als Geschäftsgestalter müssen Menschen sein, die das Team und Stakeholder für das Anliegen mobilisieren können und sie an das Unmögliche glauben lassen. Sie sind handlungsorientiert, verzetteln sich nicht in Excel-Analysen und arbeiten hartnäckig daran, Hindernisse zu überwinden. Dabei entwickeln sie Ideen und erkunden neue Möglichkeiten.

Was diese neue Rolle des Projektleiters besonders komplex macht, ist die Notwendigkeit, zwischen großen strategischen, rationalen Fragestellungen, Fachkentnissen und pragmatischen Experimenten hin- und herschalten zu können. Bei aller Freude am praktischen Experimentieren darf eine strategische Denkweise nicht fehlen.

So wie sich Steve Jobs mit Computern, Mobiltelefonen oder (portablen) Media Playern beschäftigte, sollten auch heutige Projektmanager zudem neugierig sein und sich beispielsweise von verschiedenen Industrien oder Trends inspirieren lassen. Schließlich lassen sich wirkliche Innovationen an der Schnittstelle von verschiedenen Fachgebieten finden. Das erfordert es auch okay damit zu sein, gegen den Strom zu schwimmen und pragmatisch (komplexe) Entscheidungen aufgrund unvollständiger oder widersprüchlicher Informationen zu treffen.

Projektleiter als Geschäftsgestalter

Zusammenfassend brauchen erfolgreiche Projektteams neue Art von Projektleitern, die als Geschäftsgestalter fungieren.

Kein Unternehmen ist unbesiegbar. Am nächsten an diesem Ideal sind jedoch diejenigen, die sich angesichts von Herausforderungen ständig neu erfinden. Unternehmen, die erfolgreich die Gegenwart und Zukunft ausschöpfen möchten, können nicht durch klassische Projektleiter geführt werden.

Es braucht daher eine neue Art von Projektleitern, die als Geschäftsgestalter fungieren. Abseits von der Kontrolle über das starre Grundgerüst des Projektmanagements und die Einhaltung von Zeit, Budget und weiteren Ressourcen müssen sie Menschen mobilisieren und unermüdlich danach streben, den Status quo hinter sich zu lassen.

Britta Daffner ist seit über einem Jahrzehnt in der Technologie- und Daten-Industrie zu Hause. Ihr Credo: Innovation und Digitalisierung von Unternehmen vorantreiben – durch Technologie und moderne Führung. Dafür befähigt sie als Practice Leader Data & Technology Transformation in IBM Firmen dabei, das volle Potential aus Daten zu nutzen und unterstützt als Coach Macher*innen, die in der Konzern- und Wirtschaftswelt etwas verändern wollen. 2021 erschien zudem ihr Buch „Die Disruptions-DNA“ (www.disruptionsdna.de), das dazu inspiriert, die Digitale Transformation aktiv mitzugestalten.

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