Transformation – Was Guggenheim, die Mona Lisa und Beeple gemeinsam haben

Transformation Beispiele Museen und deren Customer Experience (CX)

Was haben die Museen, deren Customer Expererience und die digitale Transformation gemeinsam? Alle wollen ein Erlebnis den Kunden bieten.

Wann waren Sie zuletzt in einem Museum? – Als Kind haben mich die Besuche im Museum fasziniert. Museum war immer etwas Besonderes, immer ein Erlebnis: Man konnte etwas sehen, was außergewöhnlich war.

Nach dem Museum hatten wir Diskussionsstoff. Speziell bei ungewöhnlichen Werken moderner Kunst, die verschiedene Gefühle auslösten: Unverständnis, Widerspruch, das Rätsel, was gemeint war. Seit damals weiß ich, dass sich mein Blickwinkel verändert, wenn ich ein Museum besuche.

Museum als Ort der Transformation, als Ort unserer Bildung: Wie wird man „gebildet“? Kaum, indem man sich mit Bekanntem und Gewohntem in seiner Sicht bestätigt. Man wird ein anderer Mensch, wenn man die eigene Komfortzone verlässt und sich mit Themen konfrontiert, die herausfordern.

Transformation ist das Ergebnis, wenn man etwas Neues integrieren konnte und damit umgehen kann.

Der oft gesehene Slogan „Thinking out of the box“ erfordert das Verlassen der Box. Museen bieten diese Möglichkeit: Wenn sich Widerspruch in uns regt, können wir protestieren, abwerten oder einen Weg suchen.

Transformation ist der gefundene Weg.

Begleiten Sie mich auf einem Spaziergang durch Museen mit Beispielen, wie Transformation gelingen kann. Beginnen wir mit einem Bild, das Sie kennen.

Das meist besuchte Museum der Welt, der Louvre in Paris, zeigt eines der berühmtesten Bilder aller Zeiten.

Transformation am Beispiel Mona Lisa

Wer dieses Bild sehen möchte, findet sich in einer Traube von Menschen, zwischen vielen Händen mit Smartphones, die (wie ich) diesen Eindruck mit einem persönlichen Bild mit nach Hause nehmen werden. Man steht nicht oft vor einem einzigartigen Bild, DEM bekanntesten Bild der Welt.

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„Das EinzigARTige“ – Mona Lisa, by Helmut Karas

Ein Erlebnis.

Wenn man sich die Webseite des Louvre ansieht, bekommt man eine beeindruckende Präsentation zu Gesicht.

Der digitale Auftritt ist bereits ein Erlebnis.

Er zeigt faszinierende Bilder. Selbst nachdem man bereits dort war, ist diese Präsentation eine schöne Erfahrung. Die Webseite ist ein erstklassiges Beispiel, wie man digitale Attraktion umsetzt.

Der Louvre demonstriert übrigens an allen digitalen und analogen Berührungspunkten (der Fachbegriff dafür ist „Touchpoints“), einen ganz klaren Fokus: Customer eXperience, abgekürzt: CX

Warum der Louvre ein gutes Beispiel für Transformation ist? Die Business Transformation eines Unternehmens sollte genau hierhin führen: Zu einer Organisation, die konsequent die beste CX liefert.

Transformation am Beispiel Vasa

Die Vasa ist ein außergewöhnliches Schiff. Sie steht im Vasa-Museum in Stockholm. Die Vasa war eine neuartige Konstruktion. Sie sollte die Superwaffe des Königs werden.

Sie war schwerer, größer und sollte mehr Feuerkraft haben, als alles, was damals bekannt war. Der Auftraggeber, der damalige „CEO von Schweden“ König Gustav II. Adolf, forderte ein zweites Kanonendeck. Er setzte sich über alle Einwände hinweg.

Das führte zu einem Schwerpunkt, der über der Wasserlinie lag.

Die geladenen Gäste der europäischen Königshäuser, die man beeindrucken wollte, erlebten ein „PR-Disaster“. Lesen Sie hier, was es am Ende für eine Organisation bedeutet, wenn CEO mehr fordert, als ExpertInnen im Team realisieren können.

Heute ist die Vasa ein beeindruckendes Zeugnis, was Seefahrertum bedeutete: Man kann in diesem Museum das riesige Schiff betrachten, das nach vielen Jahren der Salzwasser-Konservierung und einer spektakulären Bergung, die insgesamt 4 Jahre dauert, großartig erhalten geblieben ist.

Man bekommt durch die ausgestellten Kleidungsstücke und die wenigen Habseligkeiten der Seeleute eine gute Vorstellung, was es bedeutete, monatelang auf See zu leben.

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Lessons Learned: Innovation erfordert Lernkurve – die Vasa, by Helmut Karas

Die Vasa kam niemals so weit.

Was können Unternehmen vom Untergang der Vasa für ihre Transformation lernen?

Komplett neue Konstruktionen bringen immer ein großes Risiko des Scheiterns. Innovation erfordert also ein Projektmanagement, das sich an das Maximum heranarbeitet. Die Lernkurve muss im Vordergrund stehen.

Wäre die Vasa nach den Prinzipien der Agilität gebaut worden, wäre „das Mögliche“ erreicht worden.

Agilität respektiert die Zielsetzung des Auftraggebers. Die ExpertInnen realisieren, was geht. Man tastet sich systematisch vor. Immer wieder wird getestet, ob der Baufortschritt funktioniert. Sollten schwerwiegende Irrtümer auftauchen, erfährt man das sofort. Nicht erst, wenn das Maximum an Geld investiert wurde und die ganze Welt Zeuge ist.

Transformation am Beispiel Guggenheim Museum

Das Guggenheim Museum in New York. Eine Ikone der Architektur. Architektur lebt von der Präsenz, vom Besuch und dem Erleben des Raums und des Lichtes.

Neben dem physischen Besuch des Hauses bietet dieses Museum nun Bildung. Es gibt zwei neue Formate der eXperience, die über das übliche Museums-Erlebnis hinausgehen: Online-Kurse und Workshops.

Die Vermittlung des Kernthemas des Museums bekommt mit digitalen Technologien eine beinahe unbegrenzte Fülle an Formaten. Gleichzeitig entstehen damit neue Geschäftsmodelle: Ticketing-Konzepte und Event-Partnerschaften mit der Option, Daten aufzubauen und Erkenntnisse zu gewinnen.

Museen sammeln Exponate, bewahren sie auf, präsentieren sie einem breiteren Publikum. Museen haben ExpertInnen, die ihnen ermöglichen, dem Publikum ganz neue Perspektiven und Zusammenhänge zu erschließen.

Die Transformation des Museums (Externer Artikel: Das digitalisierte Museum – Erweiterung
oder Transformation?) durch den Einsatz von digitalen Technologien hat gerade erst begonnen. Ist ein Museum nur in der Rolle der Aufbewahrung und der Sachwalterschaft zu sehen, oder ist Museum ein Ort, der Zugänglichkeit zum Kulturerbe schaffen muss?

Viele Ausprägungen sind denkbar. Was können Unternehmen vom Beispiel Guggenheim Museum für ihre Transformation mitnehmen?

Das transformierte Unternehmen hat einen Prozess für den „SMARTcheck“ für neue Technologien. Wenn neue Technologien auftauchen oder sich Rahmenbedingungen ändern, hilft eine systematische Analyse nach 7 Kriterien:

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SMARTcheck 1: … 2: … 3: … – SMARTcheck, by Helmut Karas

Mit dem Ergebnis kann die Geschäftsleitung über neue Geschäftsmodelle entscheiden, weitere Überlegungen anstellen oder Experimente starten.

Transformation am Beispiel NFT / Beeple

NFT ist 2021 der heiße neue Begriff der Kunstwelt. Stellen Sie sich vor, sie speichern ein digitales Kunstwerk in einer Blockchain. Das ist ein NFT.

NFT bedeutet „Non Fungible Tokens“. Ein „Non Fungible Token“ ist ein kryptographischer Wert, der einzigartig ist. Einzigartig wie ein Kunstwerk. Im Unterschied dazu gibt es kryptographische Werte, wie zB einen Bitcoin, von dem es viele Gleichartige gibt. Ein Bitcoin ist ein „Fungible Token“.

Und was bedeutet Beeple?

Beeple ist ein Künstler. Beeple ist der Künstlername von Mike Winkelmann. Sein Werk, das NFT „Everydays : The first 5000 days“ erzielte bei einer Auktion bei Christies am 11.3.2021 ca 70 000 000 US-Dollar. Das Werk ist eine Collage aus 5000 digitalen Werken, die der Künstler in über 13 Jahren geschaffen hat.

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Pop Art 2.0 NFT – by Helmut Karas

Sie erinnern sich an Pop-Art, an die Comic-artigen Bilder von Roy Lichtenstein oder an die Campbell Dosen von Andy Warhol aus den 1960ern? Die 32 Bilder der Tomaten Dosen hängen im Museum of Modern Arts .

Das MoMA erklärt in diesem Magazin-Beitrag, welche Bedeutung NFTs für die zeitgenössische Kunst haben.

Was macht NFTs zu einem sehr plakativen Beispiel für digitale Transformation?

NFTs erweitern die Kunstszene um eine komplett neue, gigantische Dimension. Die Auswirkungen sind heute noch gar nicht abschätzbar. Wir sind bei der neuen, alten Frage, was Kunst ist. Was ist wertvoll? Was ist bedeutend? Was bedeutet in unserer Gesellschaft ein Preis? Was ist neben dem Geld-Wert die Bedeutung des Besitzes, wenn ein Bild in digitaler Form für alle kopierbar ist?

Museen werden die Entwicklungen aufgreifen und Stellung beziehen. Digitale Kunst fordert Auseinandersetzung. Sie spiegelt die Bedeutung digitaler Technologien in unserer Gesellschaft.

Transformation oder die permanente Zukunfts-Orientierung

  • Was ist das Ergebnis einer Transformation?
  • Kennen Sie die Veränderung, die stattfindet, wenn man eine außergewöhnliche Krise durchlebt?

Danach ist man verändert.

Was vorher an Kleinigkeiten zu viel Platz eingenommen hat, ist danach definitiv nicht mehr bedeutsam. Man weiß um die bedeutenden Dinge. Das ist das Ergebnis: Ein Zugewinn an Klarheit, Unaufgeregtheit, Bewusstsein zu Wichtigkeiten.

Museen zeigen faszinierende und irritierende Blickwinkel auf Werte unserer Gesellschaft. Sie regen zum Nachdenken über unsere Welt an. Im Takt des digitalen Wandels kommen neue Technologien, die wir in diese Welt integrieren. Was davon ist wirklich bedeutsam?

Die Transformation von Museen schöpft aus dem Vollen: Die Inhalte und die Formate, mit denen diese Inhalte zu einer „eXperience“ entwickelt werden, lassen nicht nur Kinder staunen.

Helmut Karas kennt die digitale Welt aus mehreren Perspektiven: Als Organisator, als Programmierer, als CSO eines internationalen Konzerns, als Berater für digitale Kompetenzen und für die digitale Transformation von Unternehmen. Sein Antrieb: Leidenschaft für Möglichkeiten, Denken „out of the box“ und die Suche nach der einfachsten Lösung, für eine Zukunft, die Spaß macht. Digitale Kompetenzen für Unternehmen sind sein Thema.

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