Meet SwissFinTechLadies – Im Interview mit Karen Wendt

Zwischen Blockchain, Crypto und Frauen in der Finanzindustrie

Wir sind im Interview mit unserem Mitglied SwissFinTechLadies über die Zukunft von Frauen in der Finanzindustrie, Blockchain und Crypto-Assets sowie den Chancen der Zukunft.

Karen Wendt

Unser #bethechange MitgliedSwissFinTechLadies im Interview.

Karin Wendt ist Expertin im FinTech-Bereich und zudem auch Gründerin der SwissFinTechLadies. Im Interview erzählt sie mehr über ihre Werte, Ziele und auch die Trends, die uns in Zukunft im Zusammenhang mit der Finanzwelt erwarten werden.


MoreThanDigital definiert sich ja sehr über die Grundwerte von #bethechange. Was sind Grundwerte, für die ihr einsteht?

Die SwissFinTechLadies haben in Ihren Statuten die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der UN verankert. Dies gibt insbesondere für die Ziele Quality Education, Gender Equality und Partnerships. Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter und haben uns die Erreichung von Mixed Teams in der Tech, FinTech, Finance und Blockchainindustrie auf die Fahnen geschrieben. Das geht nur, wenn man ein gutes Business Ecosystem baut, in dem viele mitmachen und mitgestalten können.

Warum seid ihr Teil von MoreThanDigital geworden?

Die digitale Transformation ist unaufhaltsam. Der Wandel geschieht. Unternehmen müssen sich heute online auf digitalen Märkten behaupten und die Technik bestimmt sehr oft das Businessmodell. Damit treten neue Kompetenzen und Fertigkeiten in den Vordergrund. Zunächst einmal Kreativität. Und da sind Frauen gut drin. Dazu Community Development, auch das ist eine Stärke von Frauen, egal ob die Community digital oder physisch oder hybrid ist. Es geht nicht um Wandel, sondern darum, ihn aktiv zu gestalten. In Zeiten des Wandels kann ich mich entscheiden, Windmühlen oder Mauern zu bauen. Es ist klar, was besser funktioniert. MoreThanDigital baut Windmühlen und will aufklären, alle mitnehmen, die sich dieser riesigen Herausforderung stellen. Deshalb schaffen wir mit MoreThanDigital zusammen. MoreThanDigital passt sehr gut zu unserem Ecosystem. Der Slogan #Bethechange trifft genau das, warum es geht. Be the change you want to see hat Mahatma Ghandi gesagt. Wer sich nicht engagiert, muss mit den Ergebnissen leben, die er bekommt. Wandel gestalten ist heute extrem wichtig. Wir haben immer noch keine Mixed Teams in vielen Industrien und zu wenige Frauen in MINT-Berufen.

Was macht ihr, was andere nicht machen?

Sicher, es gibt viele Frauennetzwerke. «The female factor» ist auf dem Vormarsch. Für uns greift das Thema Diversity aber zu kurz. Es geht um eine Versöhnung und Kombination der maskulinen und femininen Eigenschaften, die letztlich dem Unternehmen eine bessere Performance ermöglichen. In normalen Zeiten kann ich vielleicht linear denken und sagen, die Zukunft wird so sein, wie die Vergangenheit war. Heute in Zeiten von VUKA, also Märkten die sich durch Volatilität, permanente Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität auszeichnen, wo es Businessmodelle gibt, die hauptsächlich auf Servitization und Ambidextrie aufbauen, kann ich es mir nicht mehr leisten auf so viel kreatives Potential zu verzichten. Impact Investoren haben das schon lange erkannt. Sie machen eine Team Gap Analyse. Denn es ist wichtig in VUCA Zeiten, alle Perspektiven zu berücksichtigen. Die Lösungen und die Performance werden dann besser. Wir treten dafür ein, dass Mixed Teams entstehen in der momentan noch sehr männlich geprägten Blockchain, Tech und FinTechindustrie. Auch in der Finanzindustrie sind Frauen immer noch unterrepräsentiert. Das kann man nicht lösen durch Diversity Regeln, die situation verbessert sich, wenn wir aus dem Gender Konflikt ausgestiegen sind und Leuchttürme die Zusammenarbeit in Mixed Teams haben, wenn wir Frauen, die kompetent sind, visibel machen und auch Unterstützung, Trainings, Zertifikate und Mentor Mentee Maching anbieten. Wichtig ist, wir haben Männer, die unsere Ziele gut finden on-Board, und zwar als Mitglieder und Ambassadoren. Es geht nicht um ein gegeneinander, sondern ein neues intelligentes Miteinander.

Welche Trends verfolgt ihr und was meint ihr zu diesen Trends?

Wir verfolgen die rasante Entwicklung in der Blockchainindustrie, dass es nun Möglichkeiten gibt, statt einer konventionellen Aktienemission über ein Independent Public Offering (IPO) auch eine Emission auf der Blockchain zu machen, eine Verbriefungstransaktion zum Beispiel über ein STO. Das eröffnet auch gerade neuen Geschäftmodellen eine interessante Perspektive. So können sich heute in der Schweiz zum Beispiel über Daura, kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) Zugang zu Kapital ausserhalb der Bankenwelt beschaffen. Oder sie erstellen mit GENTWO eine Verbriefungstransaktion zu Kosten und Bedingungen, die es vormals nicht gab. Auch für grüne Produkte, über Green Tokens zum Beispiel entstehen so neue Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten. Wir sind in einem Kreativitätsraum. Überall entstehen Incubatoren, Acceleratoren, die Imagination neuer Geschäftsmodelle ist im vollen Gange. UND SO GEHT ES NUN DARUM, DIESEN WANDEL ZU GESTALTEN, DIE MÖGLICHKEITEN FÜR INNOVATION MIT VERANTWORTUNGSBEWUSSTSEIN ZU VERBINDEN, ZU SCHAUEN, DASS FRAUEN DA IHRE STÄRKEN EINBRINGEN KÖNNEN. Wir leben im Zeitalter der Plattformökonomie. Entscheidend ist oft, wie schnell ich wachsen und skalieren kann, die Community aufbauen kann.
Daneben gibt es natürlich noch viele andere interessante Trends. Die Währungen sollen digital werden. Was bedeutet das für uns? Werden dadurch viele Bankenfunktionen obsolet? Das könnte zumindest dann passieren, wenn Banken sich nicht ganz neue fokussieren und viel stärker in Innovation investieren, die es Ihnen erlaubt, im Frontend Taylor-Made Produkte anzubieten, die sich aber im Back-End standardisiert abwickeln lassen.

Ein weiterer interessanter Trend sind Crypto-Assets. Hier halten Frauen derzeit einen Anteil von 1 % als Investorinnen. Das ist schon ein bisschen wenig. Crypto-Assets sind eine Folge der Finanzmarktkrise und sie reagieren weitgehend unkorreliert zu anderen Assetklassen. Schon deshalb macht ihre Portfoliobeimischung Sinn. Auch institutionelle Investoren steigen nun vermehrt ein.
Wir haben vor kurzem mit Pascal Hügli eine Buchbesprechung gemacht: Ignorieren auf eigene Gefahr heisst sein Buch zu Blockchain und Crypto-Assets.

Da wir sehen was passiert, haben wir auch unsere eigene Akademie gegründet, die zunächst mit unserem ersten Produkt einem Mixed Teams Zertifikat startet, damit IQ und EQ gut miteinander zusammenschaffen.

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