Langfristige Strategien – Die Lorbeeren von heute sind der Kompost von morgen

Oder wie ich mehr Planbarkeit und Kontinuität in den geschäftlichen Lebenszyklus bringe

Herausforderungen sind das Salz in der Suppe

Herausfordernde, innovative Vorhaben mag man als Unternehmer. Noch mehr euphorisieren die wirklich erfolgreichen Projekte. Solche, die man innerhalb der geplanten Zeit und des angepeilten Budgets, mit dem gewünschten Funktionsumfang abschliesst. Oder Produkte, welche nach grossem Effort planmässig zum Umsatz beitragen und die angestrebte Rendite bringen. Solche Projekte und Produkte haben häufig ihren Ursprung in Geschäftsideen vom Unternehmer selbst oder aus Kundenanforderungen, welche dann über Wochen, Monate oder vielfach auch Jahre heran reifen. Es wird geforscht, es wird analysiert und konzipiert, entwickelt, getestet und dann endlich im Markt bei Kunden lanciert.

Jeder Unternehmer kennt hoffentlich diese Erfolge. Viele denken dabei gleichzeitig  an die  manchmal unüberwindbar scheinenden und dann doch gemeisterten Hürden, die zwischenzeitlichen Misserfolge und Rückschläge, an die Schwächephasen und an die grundsätzlichen Zweifel am Projektziel. Und doch hat man an das Ziel geglaubt und es dann schliesslich geschafft.

Erfolge feiern, wie sie fallen

Die gute Botschaft: geniesse als Unternehmer, als verantwortlicher Manager, als Projektleiter diesen Erfolg. Feiere ihn und teile deine Freude mit dem Team. Jedoch: der Partykiller ist heutzutage nah und mit der besonders hohen Marktdynamik noch näher als man denkt! Dank der Digitalisierung und der damit nahezu ungeahnten Möglichkeiten zur Vernetzung und damit zur Überwindung von Grenzen ist mein heute erfolgreiches Produkt oder meine Dienstleistung möglicherweise in nächster Zukunft bereits obsolet. Jedes Produkt hat seinen Lebenszyklus (näheres dazu unter https://de.wikipedia.org/wiki/Produktlebenszyklus). Es zeigt, dass die Nachfrage für ein heute erfolgreiches Produkt möglicherweise in zwei, drei oder fünf Jahren komplett einbrechen kann. Disruption ist das Stichwort der Stunde. Beispiele gefällig? Ein Mitbewerber mit derselben Funktion, jedoch Cloud basiert, hat kurzerhand den Markt mit einem sehr kundenfreundlichen, flexiblen Abonnementsmodell erobert. Das heisst, dank der moderneren Technologie ein zukünftig attraktiveres Geschäftsmodell realisiert. Für mein eigenes Produkt verlange ich Lizenzen, installiere es on-premise auf einem Server, den der Kunde auch noch kaufen muss und verlange zur Erhaltung des Produkt jährlich Wartungsgebühren. Für welchen Anbieter sich ein grösserer Teil meiner potenziellen Kunden zukünftig entscheiden wird  ist vorhersehbar. So passiert mit Buchhaltungslösungen für Treuhänder und Kleingewerbe, welche heute aus der Cloud bezogen werden können (Zwei Produkt Beispiele www.bexio.ch oder www.swiss21.org). Oder der mit meinem Produkt oder Dienstleistung unterstützte Prozess wird aufgrund einer Gesetzesänderung neu gestaltet und grössere Teile meines Produkts werden zukünftig gar nicht mehr benötigt. Sie als Leser finden sicherlich umgehend viele weitere Beispiele.

Und nun auf den Kompost damit?

Wie im Titel erwähnt sind die Lorbeeren von heute der Kompost von morgen. Mit dem Satz wird wohl der Verfall von Altem angesprochen. Er impliziert aber zugleich die Chance, auf dieser Basis neues gedeihen zu lassen. Und ich betone, Kompost ist keinesfalls etwas schlechtes! Die Vorstufe des Komposts – der Grün- und Küchenabfall – stinkt häufig und ist durchaus etwas unansehnlich. Trotzdem empfiehlt es sich, diesen zu sammeln. Und guter Kompost ist die Basis, die Grundlage für das erfolgreiche Gedeihen von neuen Pflanzen, Gemüse, Blumen, Hecken und weiterem.

Auf das Geschäftsleben übertragen bedeutet dies: du als strategisch denkender Unternehmer gewinnst während der Aufbau- und Erfolgsphase mit deiner erfolgreichen Leistung Stück für Stück Erfahrungswerte, Marktkenntnisse, Ideen für neue Funktionen usw. dazu. Diese sammelst du über die Zeit. Geeignete Methoden dazu gibt es verschiedenste und diese sind hier zweitrangig. Beispielhafte Fragen, zu welchen du dir bei Sonnenschein Gedanken machst, noch bevor der Kompost zu „stinken“ beginnt:

  • Braucht in zwei Jahren der Markt meine Leistung noch? Wohin geht die Reise in vier Jahren?
  • Falls ja, soll ich präventiv etwas daran zu ändern, um meine Attraktivität zu erhalten?
  • Welche neuen Mitbewerber sind die vergangenen Jahre aufgetaucht? Oder welche zeichnen sich demnächst ab?
  • Erkenne ich neues Kooperationspotenzial für mein Unternehmen und was könnte mein Gewinn daraus sein? Welchen Wert könnte ich einbringen?
  • Braucht meine aktuelle Kundengruppe möglicherweise ein neues, artverwandtes Produkt, welches ich heute zu entwickeln anfangen könnte?

Vorausschauendes und strategisches Handeln lohnt sich

Im Optimalfall verfügst du über ein Managementteam (Verwaltungsräte, CxOs), mit welchen du dich dazu kreativ austauschen kann. Deine Offenheit gegenüber Denkanstössen von Aussen ist ebenfalls hilfreich. Dies kann durch Konferenzbesuche passieren, aber auch durch Austausch in Online-Gruppen auf Facebook, Linkedin oder anderen. Auch durch den Einbezug eines kompetenten und erfahrenen Beraters. Wichtig ist, in der Schönwetterperiode die Augen offen zu halten und im richtigen Moment die Chancen für den nächsten Entwicklungsschritt zu packen.

In diesem Sinne – kompostiere die Abfälle aus deinen aktuellen Projekten und Aufträgen und agiere im richtigen Moment, um den kontinuierlichen Erfolg langfristig sicher zu stellen.

Als Sparringpartner innovative, motivierte und engagierte Unternehmer, Verwaltungsräte, Manager, Strategieverantwortliche und Leaders in unterschiedlichsten strategischen Vorhaben mit guten Ideen, nachhaltigen und durchdachten Konzepten unterstützen. Dazu die Realisierung mit der notwendigen Sorgfalt begleiten. Das ist die Mission von Thomas Uhlmann (*1971). Der ausgebildeter Wirtschaftsinformatiker mit Weiterbildungen in General Management und CAS als Verwaltungsrat (Rochester Bern) zählt auf rund 25 Jahre Berufserfahrungen in der Softwareentwicklung, im digitalen Prozessmanagement und der operativen Führung von Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern in Deutschland und der Schweiz.

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