Aussicht für 2019 – 18 MoreThanDigital Experten sprechen über das kommende Jahr

Was wird 2019 Digital passieren und was meinen die Experten?

Wir haben die Experten von MoreThanDigital gefragt, wie das 2019 ausssehen wird. Eines ist definitiv, wir haben spannende Aussagen und auch einige hilfreiche Hinweise für euch sammeln können. Es geht von Themen der Strategie, der Kultur über Personal bis hin zu Supply Chain und vielem mehr.


Andreas Kassat, Sales Consultant bei Bisnode Deutschland GmbH

Big Data: auch im Rechnungswesen fallen viele Daten an. Werden diese nach Mustern analysiert, ergeben sich neue Erkenntnisse die als Grundlage für Projektionen und Vorhersagen herangezogen werden können. So können z.B. bestimmte Muster auf Betrugsfälle hinweisen. Diese Verfahren werden weiter entwickelt und verfeinert und können Liquiditätsschwierigkeiten von Kunden vorhersagen sowie ein besseres Cash-Management unterstützen.

FinTechs: Die Aufnahme von Wirecard in den DAX als auch die erfolgreiche Finanzierungsrunde und Kapitalisierung von über 2 Milliarden Euro für N26 zeigen den Wandel im Bankengeschäft. Durch den Start von Apple-Pay in Deutschland kam ein weiterer Impuls bei dem viele Filialbanken wortwörtlich alt aussahen. Der traditionelle Bankenmarkt schaut erwartungsvoll auf die Entwicklung der Commerzbank, die immer noch anteilig dem Staat gehört und damit ein schwieriger Übernahmekandidat ist.


Andreas Windler – Head of Products & Solutions bei adesso Schweiz AG

Der Kunde und seine Bedürfnisse werden im 2019 wieder in den Mittelpunkt rücken. Das 2018 hat uns gelernt, nicht blind jedem Hype hinterherlaufen zu müssen. Ich denke dass im 2019 eine Rückbesinnung auf die Wurzeln stattfindet und die Auswahl und der Einsatz der Technologien wieder besser durchdacht wird. Der Kunde und seine Bedürfnisse müssen wieder in den Mittelpunkt gestellt werden. Vordergründig tun dies zwar neue Technologien wie künstliche Intelligenz, die Blockchain oder Augmented Reality. Bei genauerem Betrachten waren aber manche der im 2018 vorgestellten Szenarien vorwiegend effekthaschend und unausgereift. Mehr Bescheidenheit wäre gefragt. Nebst den oben bereits erwähnten Trends werden im 2019 sicher auch Digitale Twins, welche sich auf die digitale Repräsentation einer real existierenden Person oder Systems beziehen, eine grosse Rolle spielen.


Markus König – Inhaber on mensch.business GmbH

ich denke das Thema Business Ethics wird 2019 im Rahmen der Diskussion rund um Digitalisierung und digitale Transformation deutlich an Momentum gewinnen.

Da wird es zum Einen eine spürbare „Verschärfung“ in Richtung Regulatorik geben, die wohl überwiegend von Angst & Sorge getrieben ist. Hier ist Aufklärung gefordert – und der Schrei nach der Politik mit dem Hinweis auf deren Aufgaben hilft da nicht. Hier kann und sollte MTD einen wesentlichen Beitrag leisten – neben weiteren Initiativen und Organisationen.

Zum Anderen wird es aus meiner Sicht eine inhaltliche Diskussion auf breiter Basis dazu geben. Immer mehr wissenschaftliche Organisation nehmen sich diesem Thema an, bis hin zu kirchlichen Organisationen, die das Feld langsam entdecken. Am Ende kommt dabei sicherlich auch etwas Regulierendes bei raus, aber hoffentlich nach einer Phase des Nachdenkens & Diskutierens.


Tino Lichtenberg – Inhaber von Procumerge GmbH

Zunehmende Vernetzung durch Narrowband IoT

Nachdem einige Telekommunikationsunternehmen in 2017/2018 Piloten vorgestellt haben und 5G noch immer Zukunftsmusik ist, werden auf Basis von NB IoT viele neue Lösungen marktreif, insbesondere Lösungen mit geringem Datenvolumen: Sensoren, Heizungsmessgeräte, GPS Module,… Auch die Vernetzung von Produktionsmaschinen für die Statusermittlung und Service Zwecke wird dazugehören, weil dadurch die sicherheitskritische Kommunikation über das Firmennetzwerk entfallen kann.


Vinay Ramani – Chief Product Officer bei Pipedrive

„Wie wirkt sich die steigende Zahl KI-unterstützter Tools auf den Vertrieb aus? Ganz sicherlich bedeutet das nicht das Ende des Vertriebsmitarbeiters. Wenn es um das Thema Künstliche Intelligenz geht, wird oft übertrieben. Die Wahrheit ist, dass Jobs, welche komplexe Handlungen benötigen und nuancierte Fähigkeiten fordern – etwa lösungsorientiertes Arbeiten, verhandeln, Überzeugungskraft oder Empathie – am resistentesten gegenüber der Automatisierung sind. Künstliche Intelligenz verspricht mehr Effizienz, Produktivität und Personalisierung. Die Technologie ist dank der schieren Anzahl verfügbarer Daten im digitalen Zeitalter und dem stetig wachsenden Erfolg mit neuen Machine-Learning-Algorithmen gereift. Dadurch leben wir in einer interessanten Zeit: Eine Zeit in welcher wir durch hilfreiche und Zeitgemäße Beratung Fähigkeiten und Selbstvertrauen stärken und jeden Vertriebsmitarbeiter effizienter machen können.“


Hans-Dieter Blatecki, COO bei MoreThanDigital

Fünf Mainstream-Technologietrends, wie Automatisierung, AI, Blockchain, IoT und Kryptowährungen, prägen und ändern unsere nahe Zukunft signifikant! – Und damit ebenso die Art und Weise unserer zukünftigen Geschäftstätigkeiten, und dies rund um den Globus.

Wichtig, bei dem sich ständig und unaufhaltsamen Change, ist es, die Sicherstellung dieser neusten Trends so «save und helpful» wie nur irgendwie möglich zu gestalten.

Geschwindigkeit, Leichtigkeit und technologische Raffinesse sind der Motor des Fortschritts. So z.B. auch bei den nächsten grossen Technologie-Trends wie:

  • AI und ML, die langsam aber sicher die Welt erobern und in High-Tech-Atmosphären der neuen Generation geformt werden
  • Digitale Zentralisierung, mit weniger Geräten alles verwalten
  • Nahtlose Konversation
  • 5G-Technologie werden insbesondere App-Entwickler neu zu denken geben. User werden schneller auf das Internet zugreifen und erheblich besser nutzen können.
  • Datenüberlastung – viel häufigere Übermittlungen und Erhebungen personalisieren und verbessern z.B. Produkte bei Unternehmen
  • UI Überholungen, User Interface verfolgen das Ziel eine noch effektivere Steuerung der Maschine um operative Entscheidungen leichter treffen zu können.
  • White Collar Automation, Robotik, künstliche Intelligenz und aufkommende disruptive Technologien fordern neue Berufe, die bisher eher unverwundbar waren.

Alexa und Googles Homes sind in die privaten Haushalte eingezogen. Blockchain sichern Informationen im Netz und Automatisierung verpflichten zu neusten Wege für die Arbeit der Zukunft.


Jeanette Mutzner, Founder and CEO bei JMutzner

In der Diskussion um die Digitalisierung im Verkauf wird die Schnittstelle Mensch-Maschine weiter an Bedeutung gewinnen. Was verändert sich im Verkauf, wenn immer mehr durch Maschinen verkauft und beraten wird? Wie wird der Kaufentscheid beeinflusst und wie verhalten sich Kunden. Was bedeutet das für die Strategie und die Kommunikation im Verkauf. Nachhaltiger Erfolg bedeutet, auf Marktveränderungen einzugehen und vorwegzunehmen. Gerade im Verkauf wird sich viel verändern. Der menschliche Verkäufer wird im Premium-Segment bestehen, dafür aber auch an Profil gewinnen und Technologie zur Unterstützung kompetent einsetzen.


Priska Burkard, Founder bei SKILLS FINDER AG

Mit den sinkenden Arbeitslosenzahlen können Arbeitssuchende wählerischer in Bezug auf ihre Opportunitäten werden. Für Arbeitgeber heisst dies längere Rekrutierungszeiten und einen grösseren Wettbewerb im Kampf um die besten Skills. Um hier den Anschluss nicht zu verpassen, werden nun auch die HR Abteilungen intensiver digitalisiert. Dabei bieten vor allem 2 Bereiche eine hervorragende Ausgangslage für die Digitalisierung: die Bewerbungsprozesse und die Bewerberdaten. Das Rationalisieren von Bewerbungsprozessen kann dank neusten Technologien und Sozialen Medien erfolgen während Talent Management Pools basierend auf Big Data und Künstlicher Intelligenz den Unternehmen die Möglichkeit gibt, vorhandene Daten einfacher abzufragen. So können passende Talente extern wie auch intern schneller für offene Stellen gefunden.

Die Prognose: ein Boom für die HR Tech Welt. Unternehmen sowie Startups die sich in den letzten Jahren in diesem Bereich positioniert und ein Angebot erstellt haben, können dies nun im Markt vermehrt zum Einsatz bringen und auf Erfolg testen.


Katrin-Cécile Ziegler, Digital Economist I Speakerin I Moderatorin I Journalist

Diese drei Top-Trends für 2019 sind nicht unvorhergesehen, aber verstärkt in der Pflicht: Ganz oben auf der To-Do-Liste steht nach wie vor das Internet of Things (IoT). Die intelligente Vernetzung ist nicht nur die Basis für digitalisierte Prozesse, sondern auch die Basis für innovative, disruptive Geschäftsmodelle. IoT wird solange auf Ihrer To-Do-Liste stehen, bis Sie sich dem angenommen haben. Es eröffnen sich damit für Sie neue Felder, sehen Sie es als grundlegende und dringende Chance!

Im Zuge dessen ist die Auseinandersetzung mit Datenschutz und IT-Security unabdingbar. Dieser Trend wird der Platzhirsch auf Ihrer Agenda. Übrigens bergen dabei gar nicht die Technologien die größten Gefahren, sondern Ihre eigenen Mitarbeiter. Setzen Sie sich also für 2019 auf die Prioritäten-Liste, ihre Mitarbeiter über Sicherheitslücken im eigenen Verhalten aufzuklären, diese zu finden und zu schließen.

Zu guter Letzt: Technologien und Innovationen sind kein Selbstzweck. Sie sollen uns Menschen dienen und nicht umgekehrt. Darum diskutieren und reflektieren Sie! Sie werden Ihre Mitarbeiter nicht mitnehmen können und innovativ sein, wenn Sie nicht im Dialog sind. Sprechen Sie über Bedenken und auch darüber, wo Sie ihre „Digitale Unternehmensverantwortung“ sehen. Denn Ihre Vertrauenswürdigkeit und Integrität wird der neue Klebstoff Ihrer Mitarbeiter- und Kundenbindung sein. Zeigen Sie Verantwortung und etablieren Sie sich so als der Top-Wegweiser in einer neuen, veränderten Branchenwelt.


Lysander Weiß, Partner bei Venture Idea GmbH

Neue Arbeit: Im letzten Jahr konnten wir sehen, dass lange diskutierte New Work Konzepte immer mehr in den öffentlichen Fokus geraten. Mit zunehmender Angst vor Automatisierung wird der Bedarf für neue Antworten immer offensichtlicher. Politiker und Gewerkschaften werden entsprechend in 2019 neue Konzepte für die “soziale Digitalisierung” erarbeiten, sei es Grundeinkommen, Recht auf Home-Office, Zeit statt Geld, Flexibilisierung von Tarifverträgen, u.Ä. Unternehmen sind schon dabei, neue Impulse in die Praxis zu bringen, haben jedoch noch Probleme aus den ganzen Buzzwords die für sie richtigen Maßnahmen zu identifizieren – dafür ist dann 2020 da. Auch wir setzen das Thema mit dem Buch “Good Job – neue Impulse für eine absurde Arbeitswelt” in 2019 auf die Agenda.

Neue Grundlagentechnologien: Nach jahrelangem Hype um neue Grundlagentechnologien wie Quantencomputer, Blockchain oder 5G wird es in 2019 einige Durchbrüche in Richtung Mainstream geben: Blockchain geht durch das Tal der Enttäuschung und wird sich mit echten Anwendungsfällen etablieren. IBM macht die ersten Quantencomputer nutzbar, Google wird bald nachziehen. 5G Netze werden (mal schneller, mal langsamer) aufgebaut und erlauben in Testgeländen bereits eine Vielzahl neuer Anwendungen von autonomen Fahren bis zum Überwachungsstaat. Dies zeigt: Mit neuen technologien wird auch die Debatte, wie diese positiv nutzbar sind wieder zunehmen.

Neue Mobilität: Bei Elektromobilität werden in 2019 (und 2020) aus Ankündigungen endlich echte neue Modelle der großen Massenhersteller. Parallel wird auch die Ladeinfrastruktur stark ausgebaut, da sich mehr und mehr Privatunternehmen wie VW oder IONITY und Shell engagieren. Gleichzeitig führen Großstädte aufgrund von Fahrverboten und Staus immer neue Verkehrskonzepte ein, welche z.B. durch die Freigabe von Kleinelektrofahrzeugen in Deutschland, dem Zusammenschluss von Car2Go und DriveNow und ersten autonomen Shuttles einen echten Schub erhalten werden. Der Wandel wird allerdings noch einige Jahre anhalten, während erste Modellstädte schon in 2019 zeigen, wie die Zukunft ohne (eigenes) Auto aussehen kann.


Simone Belko, Freelance Journalist and Writer

Zu den Top Trends 2019 zählt nach wie vor die Cybersicherheit. Es wird aber in Unternehmen vermehrt auf ganzheitliche Cyberresilienz gesetzt: „Security by Design“ statt nachträglich aufgesetzte Maßnahmen. Neben technischen Aspekten und Datenschutz wird außerdem das Augenmerk stärker auf psychologischen und sozio-kulturellen Aspekten liegen, um Schwachstellen und mögliche Gegenmaßnahmen zu identifizieren. Der Blick wendet sich von den Systemen zum Menschen – wie kann sich der Einzelne besser vor Manipulation schützen? Wie kann man digitale Identitäten und Reputationen von Personen weniger angreifbar machen? Begriffe wie Doxing, Social Engineering, Ransomware oder Credential Stuffing sind nicht neu, werden aber stärker in den Fokus der Politik geraten, um einen hohen Schutz des Individuums in der digitalen Welt zu gewährleisten.

In diesem Zusammenhang wird die Frage nach digitaler Mündigkeit neu gestellt werden. IT- und Medienkompetenz reichen nicht aus, um in Social Media & Co. achtsam zu interagieren und zugleich Wirksamkeit zu erreichen. Interkulturelle und soziologische Kompetenzen werden in der Zukunft in digitalen Jobs stärker gefragt sein. Im Bildungsbereich wird eine Wertdiskussion stattfinden: wie kann digitale Mündigkeit zur Weiterentwicklung der Gesellschaft beitragen? In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? Der Austausch zwischen Institutionen, Stiftungen und Wissenschaften wird verstärkt, um neue interdisziplinäre Ansätze für Innovation zu schaffen. Digitale Initiativen werden sich stärker politisch positionieren, um Veränderungen voranzutreiben. Der technologischen Vernetzung wird die Schaffung von Smart Spaces in der realen Welt folgen.


Sophie Hundertmark, Partnerin bei h-square

Digitale Assistenten bzw. Clevere Chatbots: Chatbots werden immer mehr „unsere Freunde“. Es geht nicht mehr nur darum, dass ein E-Commerce Shop via Chatbot verkauft, sondern es wird viel mehr darum gehen, dass Chatbots uns einfache Aufgaben oder wiederholende Prozesse abnehmen. Dank Artificial Intelligence werden die Bots immer intelligenter, lernen ihre User besser kennen und können sie auch besser unterstützen.

 

Sprachsteuerung: Gerade heute habe ich wieder gesehen, wie ein Jugendlicher seine „Befehle“ nur noch via Sprache ins iPhone gesagt hat und das Mitten auf der Strasse. Voice Bots oder andere sprachgesteuerte Applikationen werden in 2019 sicher weiter zunehmen und auch der E-Commerce wird einen Weg finden, wie er ohne Produktbilder, welche bei Voice-Bots nicht vorhanden sind, erfolgreich via Sprache verkaufen kann.


Klaus-Peter Kaul, Regional Sales Director Alpine (Schweiz und Österreich) bei Riverbed Technology

«Die Talente im Bereich Data Science werden auch 2019 knapp bleiben, wodurch die Nachfrage nach Datenwissenschaftlern und Datenanalysten weiter steigen wird. Bei exponentiell zunehmenden Datenmengen wird die Herausforderung, grosse Datenmengen richtig zu verwalten und zu nutzen, immer grösser. Daten werden für den Geschäftsbetrieb von entscheidender Bedeutung und zu einem Schwerpunkt einer jeden der Geschäftsstrategie und -planung.
Im kommenden Jahr werden sich Unternehmen zusehends bewusst, wie wichtig Daten für ihr Kundenverständnis und den übergreifenden Erfolg des Unternehmens tatsächlich sind. Künstliche Intelligenz (KI), Machine Learning (ML) und Analytics werden zu Schlüsselfaktoren für diejenigen Unternehmen, die anspruchsvolle digitale Kunden zufriedenstellen wollen. Die Fähigkeit, diese Erkenntnisse effizient zu nutzen und die Daten richtige zu analysieren, wird von nahezu unschätzbarem Wert.
Diese neuen Technologien stellen gerade Manager vor eine weitere Herausforderung: Wie kann man das Unternehmen im Bereich der Datenanalyse weiterbringen? Neben den technischen sind auch betriebswirtschaftliche Fähigkeiten gefragt, damit Daten so eingesetzte werden können, sodass sie für das Unternehmen maximalen Nutzen schaffen. Unternehmen können versuchen, ihre Mitarbeiter entsprechend zu schulen, sofern sie mit einem sehr wahrscheinlichen Return on Investment rechnen können. Da es für Unternehmen jedoch einfacher ist, neue Talente anzustellen, wird sich der Kampf um talentierte Datenanalysten im kommenden Jahr mit guter Sicherheit weiter verschärfen.»


Michael Nösges, Senior Regional Vice President Switzerland, Salesforce

«Der Marsch in Richtung Cloud wird auch 2019 fortgesetzt. Die Crux: Den meisten Unternehmen fehlt es an einer kohärenten, langfristigen Cloud-Strategie. Die Folge: In fast allen Fällen werden neue Cloud-Services reaktiv eingeführt. Das Ergebnis: Cloud-Implementierungen sind chaotisch und oft von punktuellen Integrationen dominiert. Was Unternehmen dabei oft zu wenig berücksichtigen ist, dass in einer Cloud-Native-Ära ein Vendor Lock In und punktuelle Integrationen zur Folge haben, dass stark verzahnte und fragile Architekturen die heutzutage notwendige Agilität und Anpassungsfähig verhindern. Die heutige, digitale Welt setzt voraus, dass Unternehmen sich auf den fortlaufenden Wandel einstellen und demgemäss aufstellen. Vor diesem Hintergrund werden Unternehmen 2019 vermehrt ihr Augenmerk nach innen richten und ihre Kerninfrastruktur modernisieren mit dem Ziel, in der aktuellen, Cloud-dominierten Welt konkurrenzfähig zu sein. Legacy-Systeme müssen dafür modernisiert werden, damit sie mit Cloud-Infrastruktur und -Anwendungen koexistieren können. Dies lässt sich am besten durch ein API basiertes Anwendungsnetzwerk erreichen. Infolgedessen werden APIs zunehmend zum Bindeglied zwischen Legacy-Systemen und der Cloud.»


Steven Henzen, Innovation Architect bei T-Systems Schweiz

Unternehmen siedeln Digitalisierungsprojekte merklich viel strategischer an. Sie erkennen zudem, dass die Weiterführung der bestehenden Geschäftsprozesse nicht zielführend ist und sind willens, diese zu hinterfragen.

Denn wer einen unpassenden Geschäftsprozess digitalisiert, arbeitet in der digitalen Welt mit einem schlecht designten, nicht performanten, Ressourcen verschwendenden Geschäftsprozess.

Im 2019 werden wir uns zudem viel mehr mit Themen auseinandersetzen müssen, die nur noch mittelbar mit Technologie(n) zu tun haben. Denn technologisch ist heutzutage fast alles machbar. Für uns stehen ethisch/moralisch Fragestellungen bspw.: im Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI/AI) im Vordergrund, daher haben wir als Deutsche Telekom AG einen Kodex im Umgang mit KI auferlegt. Zusätzlich werden wir uns auch stärker darauf fokussieren, wie wir diese neue digitale Welt sicherer machen können.

Last but not least: Die digitale Transformation muss mit einer kulturellen Transformation einhergehen. Business as usual wird es kaum noch geben; wir müssen noch viel mutiger experimentieren, agiler werden und sich bietende Chancen packen. Wir werden uns demzufolge auch der Workforce Transformation widmen und unseren Mitarbeitenden alle nötigen Werkzeuge an die Hand geben,  um die «Employability» unserer Mitarbeitenden auf höchstem Level zu halten.


Markus Pichler, VP Global Partnerships and Alliances bei ABBYY

„2019 wird das Jahr der Robotic Process Automation (RPA). So ermöglichen es KI sowie intelligente Capture- und Datenextraktionslösungen Unternehmen bereits seit einiger Zeit, einzelne Kernprozesse zu automatisieren und die Daten zur Verfügung zu stellen – wie zum Beispiel bei der Rechnungsverarbeitung. Dieses Jahr jedoch werden viele CIOs und IT-Führungskräfte erkennen, dass sie ihre Capture-Funktionen massiv ausbauen müssen. Nur so profitieren sie vom Potenzial der Robotic Process Automation. RPA und Datenerfassung zeigen ihre volle Leistungsfähigkeit erst durch das Zusammenspiel beider Komponenten. Wenn sie nahtlos zusammenarbeiten, lösen sie eine der größten Herausforderungen für viele Unternehmen: Die Qualität der Daten so zu verbessern, dass die erfassten Informationen den größtmöglichen Nutzen für das Unternehmen bieten.

Auch für Routineaufgaben eignet sich der Einsatz von KI- und RPA-Technologien. So gaben laut einer ABBYY Umfrage im September 2018 knapp 50 Prozent der Deutschen an, ungeliebte Büroarbeiten gerne an einen Roboter abgeben zu wollen. Dazu zählt beispielsweise das Überprüfen langer Dokumente (32 Prozent), gefolgt von der Dateneingabe/Inventur und dem Reporting mit jeweils 28 Prozent. Vor allem Millennials neigen mehr als ihre älteren Kollegen dazu, Roboter für serviceorientierte Aufgaben einzusetzen. Die Zahl, der von Millennials geführten Start-ups vergrößert sich und somit wird auch der Einsatz von KI und Robotik steigen. Ungeliebte Aufgaben könnten in den kommenden Jahren also zunehmend automatisiert ablaufen – egal ob in Fintechs, Online-Marktplätzen oder bei Technologieanbietern.“


Anja Wilde, Projektmanager bei evan.network

Vertrauensvolle, digitale Identitäten

Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung eines immer härteren globalen Wettbewerbs. Sie reagieren oft mit der Spezialisierung ihrer eigenen Angebote. Infolgedessen wird die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern in allen Branchen vernetzter und komplexer, was die flexible Zusammenarbeit mit sich ständig ändernden Partnern immer wichtiger macht. Partner sind im Rahmen von IoT nicht nur Personen oder Unternehmen – nein, auch physische Gegenstände (Maschinen, Geräte, Autos etc.) werden in das Netzwerk als digitale Identität eingebunden. Um ein solches Netzwerk voller verschiedener digitaler Identitäten aufzubauen, bedarf es jedoch einer vertrauensvollen, dezentralen Basis ohne Intermediär. 2019 wird somit das Jahr in dem ein „social network of things“ auf Basis der Blockchain-Technologie aufgebaut und etabliert wird.


Alex Schöpf, Inhaber von 4results AG

Chatbots, Maschinenlernen und AI sind bald Realität

Smarte Technologien sind im Jahr 2019 keine Zukunftsmusik mehr und werden weiter in unseren Alltag vordringen. Maschinenlernen und AI („Artificial Intelligence“: engl. für „Künstliche Intelligenz“) werden zu Schlüsselbegriffen einer verbesserten, noch persönlicheren Nutzererfahrung. Hier werden alle zur Verfügung stehenden Daten aus Browsern, Apps, Beacons oder smarten Geräten des Alltags zusammengeführt. Chatbots machen diese Datenfülle für den User nutzbar und fungieren als echter Kommunikationspartner und persönlicher Assistent im Alltag. Hier wird modernste Technologie zum echten Service-Vorteil! Mit AI ausgestattet sind diese Bots lernfähig und besitzen das Potential, das Konsumentenverhalten zu beeinflussen.

Account Based Marketing – Revolution für B2B Marketing und Vertrieb 2019

Lange war Accound Based Marketing (ABM) der Wunsch vieler Marketer, die Umsetzung jedoch schwierig. Wegen der ausgereiften technischen Voraussetzungen steht ABM einem breiteren Kreis von Unternehmen zur Verfügung. Hinter diesem Begriff steckt das Erstellen von hochindividualisierten, hochspezialisierten Kampagnen für nur einen einzigen Kunden. In einem Verbund aus Sales, Marketing und weiteren Experten erfährt dieser Kunde eine maximal personalisierte Betreuung. So erhält er beim Lösen seiner Herausforderungen und beim Erreichen seiner Ziele optimalen Service. Marketing Automation spielt in diesem Zusammenhang eine hervorgehobene Rolle.

Marketing Automation ideal für B2B Marketing und Verkauf 2019

Unverzichtbar für B2B ist die Automatisierung von Marketing schon lange: Nur 5% der B2B-Marketer geben an, kein Interesse an Marketing Automation zu haben. Die Automatisierung stellt also für 95% der Befragten eine gute Lösung dar. Dies bedeutet gleichzeitig, dass die überwiegende Mehrheit an B2B-Unternehmen bereits daran arbeitet. Untersuchungen zeigen, dass viele Unternehmen zwar schon auf Automatisierung setzen, die verfügbaren Möglichkeiten nur in geringem Umfang nutzen. Wird 2019 das Jahr der Effizienz werden, wo Mensch und Maschine ideal zusammen arbeiten?

 

Serien-Unternehmer seit er erfolgreich mit 13 Jahren die ersten Firmen gründete. Seit jeher hinterfrägt er den «Status Quo» und setzt sich für Innovation, Disruption und neue Ideen ein. Als internationaler Keynote-Speaker, Berater für Firmen und Staaten, Dozent und veröffentlichter Digital Transformation Experte versucht Benjamin international die Themen der Digitalisierung, digitalen Transformation und Innovation voranzutreiben.

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